Seit 23 Jahren befindet sich das Jugendbüro der Gemeinde Friesenheim im Erdgeschoss des Gebäudes „Alte Post.“ Foto: Bohnert-Seidel

Die Einrichtung in der „Alten Post“ unterstützt junge Friesenheimer bei privaten und beruflichen Fragen. Jugendreferent Matthias Morton berichtete im Gemeinderat von der Arbeit.

Das Jugendbüro in Friesenheim ist mehr als nur ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Friesenheims Jugend findet hier einen Schutzraum, Beratung in allen Lebenslagen, Anleitung für das Leben sowie für die berufliche oder schulische Zukunft. Im Schnitt besuchen 17 Jugendliche das Jugendbüro.

 

Die Jugendarbeit mit Jugendreferent Matthias Morton findet im Gemeinderat breite Zustimmung. Ein dickes Lob kommt von den Fraktionen für die Vielfalt und das breite Angebot für Friesenheims Jugend. Mitarbeiter im Jugendbüro sind eine Anlaufstelle für die Teenager in allen ihren Fragen des Lebens und vor allem ein Treffpunkt, der für sie geöffnet ist, fünf Tage die Woche. Jugendclubmitglieder erfahren im Jugendbüro auch eine Form der demokratischen Bildung.

Matthias Morton hat am Montagabend die Arbeit des Jugendbüros sehr umfangreich vorgestellt und weiß auch um die Gefahren, die im Umgang mit Smartphones liegen. Fluch und Segen lägen nah beieinander. Mit dem Smartphone verabredeten sich Jugendliche, spielten gemeinsam. Aber es berge auch Gefahren. Mobbing mache vor dem Kinderzimmer nicht mehr halt, weil es über das Smartphone weitergeht.

Die Jugendlichen werden zur Müllsammelaktion eingeladen

Jugendliche seien empfänglicher für Extremismus, da sie diesen oft nicht selbst einschätzen könnten, so Morton. Das sei wohl die größte Herausforderung, der er sich mit seinem Team stellen müsste. Jugendarbeit sei oft auch eine Form von politischer Bildung, eine Anleitung zu demokratischem Handeln und Denken.

Stefan Armbruster (GLU) hat die Jugendlichen zu einer nächsten Müllsammelaktion eingeladen. Michael Jäckle (CDU) wünscht sich für den Oberschopfheimer Jugendtreff eine Stunde mehr für die dort begleitende Mitarbeiterin Angela Aoun. Charlotte Schubnell (CDU) lobte die sehr lebendige und vielfältige Jugendarbeit in Friesenheim.

Ein geschulter Umgang mit dem Smartphone ist eine große Herausforderung

Im Jugendclub treffe sie auf eine sehr interessierte Gruppe. Die Jugend sei engagiert und fiebere jetzt der Fertigstellung ihres Platzes in der Palmengasse entgegen, so Ratsmitglied Schubnell.

Dass Jugendliche nur zu Hause sitzen, das Smartphone nutzen, sei oft ein Vorurteil. „Ich sehe, die Jugendlichen gehen gern raus und sicher schauen sie auf ihr Smartphone und haben dieses dabei. Aber sie verabreden sich auch und treffen sich“, bricht Morton eine Lanze für die Jugend. Bedenklich halte er den uneingeschränkten Zugriff der Kinder auf zweifelhafte Websites. Hier seien jedoch die Eltern in der Verantwortung. Es sei nicht gut, wenn Kinder mit Dingen über das Internet umgehen müssten, die sie nicht verstünden.

Hier fühlten sich auch die Medienpädagogen den Gigakonzernen wie Google oder Microsoft ausgesetzt. Wichtig sei, den Jugendlichen zu erklären, dass sie fremden Anschreiben auf ihrem Smartphone nicht antworten, sondern diese löschen sollten. Ein geschulter Umgang mit dem Smartphone sei wohl eine der größten Herausforderungen überhaupt für die kommenden Jahre.

Der Jugendplatz soll im Frühjahr fertiggestellt sein

Umso wichtiger seien aktive Angebote über das Jugendbüro, das viele Jugendliche gern annähmen. Im Frühjahr soll beispielsweise der Jugendplatz auf dem alten Festplatz in Oberweier fertiggestellt sein. Matthias Morton plant hier mit den Jugendlichen Aktivitäten und nimmt sie auch beim Wort, auf die Anlage selbst zu schauen.

Im Grunde sei die Jugend in Friesenheim ohnehin besser als ihr Ruf, war in der Sitzung zu hören. Umgehend bestätigte dies auch Friesenheims Bürgermeister Erik Weide der betonte: „Ich kann hier ein Vorurteil aus dem Weg räumen, die Jugendlichen wären nicht freundlich. Teilweise werde ich von den Jugendlichen netter und freundlicher begrüßt als von den Alten. Gemotzt wird immer.“

Das Jugendbüro

Seit dem Jahr 2001 gibt es das Jugendbüro als feste Einrichtung der Gemeinde Friesenheim. Im Jahr 2003 ist es in das Gebäude „Alte Post“ in der Friesenheimer Hauptstraße 83 eingezogen. Ein weiterer Jugendraum befindet sich im Keller der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Oberschopfheim. Für die Betreuung der Jugend stehen zur Verfügung: Jugendreferent Matthias Morton mit einer Vollzeitstelle sowie die Betreuungskräfte Natalie Kauz (33 Prozent), Angela Aoun (22 Prozent), Maike Gißler (11.5 Prozent) sowie eine FSJ-Kraft mit 70 Prozent. Zeitweise bringen sich auch Praktikanten von Fachschulen oder Hochschulen in die Betreuung der Jugendlichen ein, war zu erfahren.