Im Gemeinderat wurden die Finanzergebnisse des Eigenbetriebs e.werk für das Jahr 2023 vorgetragen. Auffällig ist dabei die Zurückhaltung der Bürger beim Thema Glasfaser.
Die gemeindeeigene e.werk hat im Gemeinderat Ebhausen ihren Jahresabschluss für das Jahr 2023 vorgelegt. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir uns geringfügig verbessert, weil wir weniger Aufwendungen hatten“, kann Kämmerin Michelle Großholz verkünden. Dennoch steht unterm Strich am Ende des Jahres ein Minus von rund 67.000 Euro. Ein Jahr vorher, 2022, waren es noch rund 73.000 Euro Minus.
Ins Endergebnis spielen die drei Bereiche der e.werk hinein. Im Bereich Wasserversorgung liegt das Minus bei rund 13.600 Euro, die Infrastruktur bei rund Minus 68.000 Euro. Lediglich die Energieerzeugung kann ein Plus von rund 14.400 Euro aufweisen.
Fehlende Kredite bringen Kontostand weiter ins Minus
Am Ende des Jahres 2023 betrug der Kontostand von e.werk rund Minus 705.000 Euro. 2024 lag er bei rund Minus 1,144 Millionen Euro. Warum so schlecht?
Großholz erklärt: 2024 wurden Kredite zu spät aufgenommen. Es wurde noch auf Zuschüsse gehofft, die schlussendlich ausblieben. „Da wir von der Liquidität nicht super aufgestellt sind, wäre Trägerdarlehen gute Lösung“, meint Großholz, also, dass die Gemeinde einen Kredit an ihren eigenen Betrieb gewährt.
Rund zwei Millionen Euro Schulden bei der Gemeinde
Auch die Verbindlichkeiten aus Krediten, die die e.werk noch hat, wurden thematisiert. Der Gemeinde schuldet die e.werk rund zwei Millionen Euro, anderen Quellen 1,8 Millionen Euro. „Für dich, Bernd Klebs, weil du ja immer die Schulden dargestellt haben möchtest“, neckt Großholz bei der Folie mit übersichtlich dargestellten Schuldenständen.
Ein großes Fragezeichen für die Gemeinderäte ist die Zurückhaltung beim Glasfaserausbau, an der die e.werk beteiligt ist. Da wurde stark investiert, aber bis jetzt sind die Einnahmen für die Gemeinde noch gering, da es an Anschlussnehmern fehlt. Die Gemeinde erhofft sich Einnahmen durch Provisionen und Verpachtung von Leerrohrnetzen. Durch Leerrohre verlaufen die Glasfasern.
Doch bis jetzt gibt es verhältnismäßig wenig Anschlussnehmer. „Wenn ich dann höre, wir müssen Glasfaser ausbauen und man sieht dann diese Zahlen, da ist man enttäuscht“, meint Bürgermeister Volker Schuler. Er versteht nicht, warum die Menschen so zurückhalten sind. Denn die Anschlüsse selbst sind kostenlos.
„Das gibt einem auch zu denken, über das Ausbautempo und das Ausmaß des Umbaus“, meint er.
Gemeinderat Kohler hat eine Vermutung. Wenn der Glasfaseranschluss zum Haus gelegt ist, muss er ja auch im Haus weiter verkabelt werden. „Die Leute verstehen nicht, wie die Inhaus-Verkabelung funktioniert.“
Und sein Sitznachbar und Wendener Ortsvorsteher Immanuel Deuble fühlt sich gar vom Anbieter „vergackeiert.“ Denn der mache die Inhaus-Verkabelung bis in die Wohnung nicht gleich mit, nur zu einem Preis „Jenseits von gut und Böse“. Deuble betont: Er habe auf jeden Fall nachgefragt, ob das auch gemacht werde.