In rund einem Jahr ist für Thomas Hitzlsperger Schluss beim VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Am Mittwochnachmittag hat der VfB Stuttgart bekannt gegeben, dass Thomas Hitzlsperger den Club im Herbst 2022 verlassen wird. Danach hat der Vorstandschef seinen Schritt ausführlich begründet.

Stuttgart - Thomas Hitzlsperger wird seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender nicht verlängern und den VfB Stuttgart im Oktober 2022 verlassen. Das gab der Fußball-Bundesligist am Mittwoch bekannt. Der ehemalige Nationalspieler begründete in einer ersten Mitteilung des Clubs seine Entscheidung wie folgt.

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„Nachdem ich im Oktober 2019 als Vorstandsvorsitzender angetreten bin, haben wir gemeinsam mit großem Engagement und Teamgeist die Weichen für eine erfolgreiche Ausrichtung des VfB gestellt. Die neuen Strukturen und Prozesse machen den VfB schlanker, schneller und robust. Der Fokus liegt wieder auf den Spielern und ihrer Entwicklung“, wurde Hitzlsperger zitiert. Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, aber es gehöre auch zu seinen Aufgaben, „im Interesse des VfB schwere Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie mich persönlich betreffen“. Er empfinde große Dankbarkeit.

Was kommt nach dem Abschied?

In einer der Mittelung folgenden Medienrunde ergänzte der frühere Mittelfeldspieler, nach sechs Jahren als Funktionär beim VfB sei es Zeit, „einen Schlussstrich zu ziehen“. Er habe viel gelernt, viel erlebt, „ich habe mich entwickelt, der VfB hat sich entwickelt“. Mangelnde Kontinuität sieht er in seinem angekündigten Schritt nicht, er sei ja sechs Jahre beim VfB gewesen, zudem sei der Verein nun so aufgestellt, dass er nicht von Einzelnen abhängig sei: „Ich habe nicht das Gefühl, dass hier alles zusammenbricht, wenn ich hier weggehe.“

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Den Streit mit Club-Präsident Claus Vogt rund um den vergangenen Jahreswechsel nannte er nicht als Grund, stattdessen meinte er, beide hätten nachgewiesen, dass sie einen Konflikt im Sinne des Clubs beilegen können, „es hat sich alles wieder eingependelt“. Auch die neuen personellen Besetzungen der Vereinsgremien seit der Mitgliederversammlung im Juli seien nicht ausschlaggebend für seinen Schritt gewesen. Die jüngste Gremienklausur könne er „nur Positives berichten“. Es gebe „keinen Ärger, der zu meiner Entscheidung geführt hat“.

Keine Ambitionen als DFB-Präsident

Was er nach Vertragsende beim VfB im Herbst 2022 machen wird, stehe noch nicht fest, sagte Hitzlsperger. Dem Fußball wird er aber wohl erhalten bleiben: „Da habe ich die größte Expertise, es wird sich zeigen, wonach mit in einem Jahr der Kopf steht.“ Ambitionen auf das Amt des Präsidenten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) habe er nicht.

Dass der Aufsichtsrat der VfB AG ihn überreden wollte, seinen Vertrag zu verlängern, empfand er als „sehr wertschätzend“. Dennoch habe er klargemacht, dass es nicht einmal Vertragsgespräche geben werde. Trainer Pellegrino Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat hat er jeweils in einem Gespräch seinen Entschluss mitgeteilt („Sie können weiter auf mich zählen“), auch dem neuen Finanzvorstand Thomas Ignatzi. Dieser, erst seit Kurzem an Bord, sei „überrascht“ gewesen.

Was Claus Vogt sagt

Claus Vogt, Club-Präsident und Chef des AG-Aufsichtsrats, sagte: „Wir bedauern, dass Thomas seine Tätigkeit für unseren VfB nicht über die vereinbarte Vertragslaufzeit fortsetzen möchte. Die Beweggründe dafür respektieren wir jedoch. Thomas macht einen großartigen Job als Chef unserer AG.

Unter seiner Führung hat der VfB sich sportlich sehr gut entwickelt, sich professionalisiert und das Profil eines Clubs erhalten, der für gesellschaftliche Werte wie Toleranz und Nachhaltigkeit steht und sie offen vertritt. Dafür sind wir und bin ich persönlich ihm dankbar. Thomas genießt im gesamten VfB höchste Wertschätzung. Es gibt im Aufsichtsrat keinerlei Zweifel daran, dass er seine Aufgabe bis zum Vertragsende fortführen soll. Für die Suche nach einem Nachfolger können und werden wir uns die gebotene Zeit nehmen, denn wir sind in der AG stabil und stark aufgestellt.“

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