Die Vorstände des Gewerbevereins Steinen wollen dem Verein einen Tritt versetzen und ihn auflösen. Dagegen regt sich Widerstand. Dieses Bild entstand beim Sommerfest in Steinen. Foto: Christoph Schennen

Der Verein soll am Donnerstag in einer außerordentlichen, nicht-öffentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Das gefällt nicht allen Bürgern.

Der Gewerbeverein Steinen will am Donnerstag in einer nicht-öffentlichen Versammlung den Beschluss fassen, sich aufzulösen. Das geht aus einer E-Mail hervor, die der Vorsitzende Dirk Zumkeller an Bernhard Wilhelmi (Lokale Agenda) geschrieben hat.

 

Bemühungen um den Erhalt des Vereins

Wilhelmi ist darüber empört. „Sie würden der Gemeinde und den Bürgern einen Riesenschaden zufügen. Gleichzeitig wissen Sie, dass es viele Interessierte gibt, dem Verein beizutreten“, antwortet Wilhelmi dem Vorsitzenden des Gewerbevereins. „Auf der Hauptversammlung haben Sie versichert, das Ruhen des Gewerbevereins zu sichern. Ihr Denken ist verantwortungslos und es umzusetzen in einer nichtöffentlichen Sitzung geht schon gar nicht“, schreibt Wilhelmi weiter.

Wilhelmi setzt sich seit der Jahreshauptversammlung vor einigen Monaten vehement für den Erhalt des Vereins ein. Er habe beispielsweise mit dem Leiter der Hieber-Filiale in Steinen gesprochen oder dem Apotheker Gernot Roth (Merian-Apotheke), teilte er auf Anfrage unserer Zeitung mit. Weiter sagt er: „Für Mitte Dezember bin ich mit einem Vertreter von H20 (einem Unternehmen aus Steinen, Anmerkung der Redaktion) verabredet.“ Auch Dirk Pfunder, der vor zwei Jahren die Gewerbeschau in der Daimlerstraße organisiert hat, sagte ihm gegenüber, es gebe Interessenten, die dem Gewerbeverein beitreten wollten. In einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats hatte er auch die Gemeinderäte aufgefordert, Mitglieder für den Gewerbeverein zu werben.

Vorstände wollen nicht mehr

In der Mitgliederversammlung hatten alle Vorstände ihr Amt niedergelegt. Es gebe zwei Möglichkeiten, wie es nun weitergehe, sagte Dirk Zumkeller damals. Entweder der Verein werde stillgelegt, aber nicht aufgelöst, oder der Verein werde aufgelöst. Vereinbart wurde, dass man Firmenvertreter aus der Industrie und dem Handwerk ansprechen wolle, um zu fragen, ob sie sich ein Engagement im Gewerbeverein vorstellen können.

Bürgermeister Gunther Braun, der für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen war, hat sich in der Mitgliederversammlung ebenfalls für die Weiterführung des Vereins eingesetzt. Er ist Schirmherr des Vereins „Steinen...echt stark!“, wie der Gewerbeverein offiziell heißt. Der Gewerbeverein organisiert laut Satzung größere und ganzheitliche Veranstaltungen, Aktionen und Attraktionen wie den Martinimarkt, um das – wie es in der Satzung heißt – „besondere Flair“ des gesamten Gewerbes in der Gesamtgemeinde herauszustellen. Außerdem führt er gemeinsame Werbeauftritte, Marketingmaßnahmen und Außendarstellungen durch, pflegt die aktive Kommunikation mit den Verantwortlichen der Gemeinde Steinen, anderen Institutionen, Organisationen oder Gremien und bildet ein Netzwerk, das Stärke verleiht, um neue Herausforderungen von außen zu meistern und den Wirtschaftsstandort Steinen zu sichern. Er will ein „positives und attraktives Erscheinungsbild“ von Steinen nach außen vermitteln.

In der Satzung des Gewerbevereins regelt ein eigener Paragraf, wie die Auflösung vorgenommen wird. Dort heißt es: „Die Auflösung des Vereins kann nur in einer zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen werden. Dieser Beschluss erfordert eine Mehrheit von drei Viertel der erschienenen Mitglieder.“