Philipp Dechow (stehend) stellte das Konzept für die Umgestaltung vor. Viele Geislinger interessierten sich für die Pläne und wollten viele Details geklärt wissen. Foto: Wolf-Ulrich Schnurr

Eine teilweise Lösung für die Geislinger Verkehrsprobleme verspricht die Umgestaltung der Vorstadtstraße – vor allem soll sie schmaler und grüner werden und mindestens einen Kreisverkehr bekommen.

Stadtverwaltung und Städteplaner wollten dabei frühzeitig einen ersten Einblick geben, was mit der Straße geschehen soll: „Wir sind ganz am Anfang“, betonte Bürgermeister Oliver Schmid. “Wären wir fertig, könnten wir Ihnen sagen, was wann wie gemacht werden soll“, griff er einen Kritikpunkt nach der Besprechung mit Anwohnern eine Woche zuvor aus. “ Das aber wolle man heute noch gar nicht.

 

Der Planer Philipp Dechow stellte vor, wie die Ausgangslage und was das Ziel ist, wie die Neugestaltung und das weitere Vorgehen aussehen. Dabei griff er viele Punkte auf, die die Geislinger beschäftigen.

Kreisverkehr

In einem Entwurf taucht ein zweiter Kreisel bei Kleider-Müller auf, aber sicher gesetzt ist jener bei der Kirche. Er sei sinnvoll, denn er mache den Verkehr etwas flüssiger und dämpfe die Geschwindigkeit, so Dechow. Kreisverkehre seien sicherer als normale Kreuzungen – auch für Fußgänger. Drei Zebrastreifen mit Querungshilfen sollen eine sichere Überquerung der Vorstadt-, Brücken und Schlossstraße rings um den Kreisverkehr ermöglichen. Die Ampel vor der Bank wird überflüssig. Stadtbaumeister Markus Buck ergänzte: Platz für den Kreisel werde durch den Abbruch der Scheune des ehemaligen „Schützen“ geschaffen.

Fahrbahnbreite

Die Ortsdurchfahrt soll durchgängig 6,50 Meter breit werden: „Je schmaler die Straße ist, desto langsamer fährt man“, optisch sogar nur 5,50 Meter, durch jeweils 50 Zentimeter Randstreifen. Diese Breite entspricht den Richtlinien für Stadtstraßen: Zwei Linienbusse oder Laster sollen einander passieren können

Grünflächen

Die Straße soll in Zukunft grün wirken, verdeutlichten Fotomontagen: Begrünte „Trittsteine“ mit Bäumen sind vorgesehen, teilweise mit Sitzbänken, wenn man mal eine Pause im Schatten machen will. Das soll die Aufenthaltsqualität an der Straße erhöhen. Hinzu kommen Wildblumenstreifen mit mindestens 30 Zentimetern Breite; diese verhindern auch, dass der Gehweg bei Rückstaus überfahren wird.

Gehwege

Mit wenigen Ausnahmen sollen diese links und rechts der Straße 2,50 Meter breit werden. An untergeordneten Einmündungen soll der Gehweg grundsätzlich durchgezogen werden.

Radwege

Die Fahrbahn sei zwar sehr breit, aber der Abstand zwischen den Grundstücken nicht groß: Es gibt wenige Stellen, wo auf beiden Seiten ein Radweg möglich wäre, aber einige, wo nicht einmal genug Platz für eine Radspur ist. „Und über einen nicht durchgängigen Radweg brauchen wir nicht diskutieren. Daher können wir da keine Lösung anbieten.“

Parkplätze

Entlang der Vorstadtstraße gibt es keine offiziellen Parkplätze. „Wir können keine Flächen herbeizaubern“, so Dechow. Deshalb sehen die Pläne auch keine Parkflächen vor.

Zeitplan

Soweit gewünscht, sollen auch private Flächen in die Umgestaltung einbezogen werden, etwa dass das neue Pflaster direkt bis vors Haus verlegt wird. Zwischen Stadt und Privatleuten sollen deshalb privatrechtliche Vereinbarungen zur Umgestaltung getroffen werden. Danach geht es an den Abschluss der Vorbereitungen und den Entwurfsplan für Straßen- und Leitungsbau.

Kosten

Erst dabei werden auch die Kosten berechnet. Beraten und beschließen soll das im September der neu vereidigte Gemeinderat. Dann geht es an Ausführungsplan und Ausschreibung des ersten Bauabschnitts vom geplanten Kreisverkehr bis zur Einmündung Konrad-Adenauer-Straße. Nach den Vergaben folgen der Bauzeitenplan und Lösungen für Umleitungen.

Dauer

Die Bauphase werde etwa ein Dreiviertel Jahr dauern. Erst im Spätherbst könne diese endgültig auf den Weg gebracht werden. Konkrete Pläne für die darauf folgenden Bauabschnitte gebe es noch nicht, sagte Markus Buck. Diese seien nicht zuletzt vom städtischen Haushalt abhängig.

Bewertung

Viele Details wollten die Geislinger genau wissen: „Sie merken, ist Interesse da“, scherzte einer, der die Planer besonders hartnäckig befragte. Grundsätzlich stehen die meisten dem Vorhaben aber positiv gegenüber, insbesondere was das verbesserte Aussehen der Vorstadtstraße betrifft: „Da sind wir auf einem richtigen Weg“, sagt ein Bürger mit Blick auf die optische Aufwertung. Auf die bisherige Tristesse und Langeweile könne er gut verzichten.

Bürgermeister Schmid freute sich, dass Anwohner und Interessierte die Planung tendenziell gut finden. Seine Hoffnung ist auch, dass sich für Projekte entlang der Ortsdurchfahrt Investoren finden werden, wenn da etwas entsteht.