Immer wieder kommt es im Calwer Stadtgebiet zu Giftköder-Funden. Foto: Kalaene/dpa

In Heumaden sollen Giftköder gefunden worden sein – zumindest tauchten in sozialen Medien dieser Tage mehrere Meldungen zu möglichen Funden auf. Konkrete Beweise wurden dabei zwar nicht vorgelegt; dennoch rät das Ordnungsamt Calw zur Vorsicht. Denn: Es wäre nicht das erste Mal, dass im Stadtgebiet eine tödliche Gefahr für Vierbeiner ausgelegt wurde.

Calw-Heumaden - Giftköder. Ein Wort, das jeden Hundehalter aufhorchen lässt. In den sozialen Medien tauchten in der vergangenen Woche mehrere Meldungen von möglichen Funden in Heumaden auf. Während die Polizei keine Einsätze oder Anzeigen vermelden kann, wie ein Pressesprecher auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, hat eine Meldung aus Heumaden indes das Ordnungsamt Calw erreicht. Dieses ruft zur Vorsicht auf.

Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Vorfälle und Warnungen in Sachen Giftköder im Stadtgebiet gegeben. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei ein Fall im Januar dieses Jahres. Mitten in der Kernstadt, genauer gesagt in der Bahnhofstraße, waren Köder entdeckt worden: Neben mehreren aufgeschnittenen Würstchen, gefüllt mit Glasteilchen und einer Stecknadel, hatte der Täter offenbar auch noch Scherben auf dem Weg verteilt. Polizisten suchten den Bereich daraufhin weiträumig ab und wiesen Hundebesitzer an, besonders auf ihre Tiere acht zu geben. Damals gingen die Beamten "eindeutig" von einem gezielten Anschlag aus. Denn Nadeln und Scherben in Würstchen – da sei ein Versehen ausgeschlossen.

Mögliche Giftköder gefunden

Keine Überraschung also, dass Warnungen vor derlei möglichen Ködern gerade in Calw für Aufsehen sorgen. In einer öffentlichen Gruppe der sozialen Medien tauchte am vergangenen Donnerstag die Meldung auf: "Wieder Giftköder in Calw Heumaden gefunden! Nähe Katholischer Kirche, Altenheim und auch oben am Abenteuerspielplatz!!! Bitte passt auf eure Tiere auf!!!"

Weil einer der vermeintlichen Giftköder am Abenteuerspielplatz in Calw-Heumaden gefunden wurde, könnten auch Kinder davon gefährdet sein. In den Kommentaren schreibt ein anderer Nutzer: "oder Kinder...am Abenteuerspielplatz... Unvorstellbar, was da passieren kann."

Ordnungsamt weist auf Gefahr hin

Die Polizei hat diesbezüglich noch keine Anzeige erhalten, wie ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim erklärt. Auch sei bisher kein Einsatz vermeldet worden. Weder zu der Mitteilung auf Facebook am 8. Dezember, noch zu einem anderen Beitrag vom 3. Dezember, bei dem ein möglicher Giftköder in der Nähe des Altersheims gefunden worden sein soll.

Anders sieht es dagegen beim Ordnungsamt Calw aus. Dort hatte sich in der vergangenen Woche eine Bürgerin telefonisch gemeldet und auf die mutmaßliche Gefahr in Heumaden hingewiesen, berichtet Ordnungsamtsleiterin Irene Stamer. Deswegen bittet das Ordnungsamt vor allem die Hundehalter, Vorsicht walten zu lassen.

Bitte melden

Das Auslegen von Giftködern ist übrigens kein Kavaliersdelikt. Wird ein Täter überführt, muss er mit drastischen Konsequenzen rechnen. Schon das Auslegen eines Köders an sich kann mit einem Bußgeld geahndet werden, weil dies gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Kommt ein Hund zu Schaden, droht dem Täter sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Wer möglicherweise Giftköder findet, wird daher gebeten, dies dem Ordnungsamt oder der Polizei zu melden.

Info: Was tun, wenn’s passiert?

Laut der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" gibt es typische Giftköder; vornehmlich Fleischbällchen, gespickt mit gefährlichen Gegenständen wie Rasierklingen, Scherben oder Rattengift. Auch Schneckenkorn werde verwendet. Die Köder würden bevorzugt in Gebüsch oder am Rand von Gehwegen mit Rasenflächen platziert.

Symptome

Hinweise, ob ein Hund eine Vergiftung erlitten hat, seien nach Angaben von "Vier Pfoten" Erbrechen, Durchfall, helle Schleimhäute im Rachenbereich, schwankender Gang, Atem- und/oder Herzstillstand, Krämpfe, schneller Herzschlag, Lähmungserscheinungen, Bewusstlosigkeit.

Sofortmaßnahmen

Hat ein Hund einen Giftköder gefressen, gelte es, schnell zu reagieren. Die Tierschutzorganisation rät, sofort den Tierarzt zu kontaktieren, die Symptome zu schildern. Der Arzt könne dann im besten Fall bereits das Gegengift bereithalten. Auch eine Probe des Köders sei hilfreich. Hundehalter sollten im Übrigen davon absehen, ihre Tiere zum Erbrechen zu bringen, wenn unklar sei, was gefressen wurde – bei ätzenden oder scharfen Ködern könne es zu Verletzungen kommen.