Bei Glatteis heißt es: Aufpassen! Wer stürzt, kann sich leicht etwas brechen. (Symbolfoto) Foto: M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com

Von der Schulter bis zur Hüfte: Glatteis hat zuletzt zu deutlich mehr Knochenbrüchen im Kreis Rottweil geführt, wie die Krankenhäuser berichten.

Achtung, Glatteis: Wem seine Gesundheit lieb ist, der sollte bei dieser Warnung Acht geben, wenn er zu Fuß unterwegs ist. Die unschöne Folge können sonst Stürze und damit Hämatome, Platzwunden oder sogar gebrochene Knochen sein. Tatsächlich verzeichnen die Krankenhäuser in Rottweil und Oberndorf derzeit deutlich mehr Knochenbrüche.

 

In der Zentralen Notaufnahme der Helios Klinik Rottweil habe man vermehrt Patienten nach witterungsbedingten Unfällen behandelt, teilt Pressesprecherin Christina Ihle mit.

Die Patienten seien vor allem mit Knochenbrüchen wie Radius- (Speichen-) oder Sprunggelenksfrakturen sowie Schädel-Hirn-Traumata ins Krankenhaus gekommen. „Entsprechend unserer Erfahrung, auch aus den Vorjahren, ist unser Team auf einen solchen Patientenanstieg in der kalten Jahreszeit vorbereitet und auf die Behandlung solcher Unfallverletzungen spezialisiert“, erklärt Ihle aber.

Belastung in Notaufnahme erhöht

Auch im Oberndorfer SRH Krankenhaus waren „an den glatten Tagen“ mehr Knochenbrüche zu verzeichnen, wie uns Pressesprecherin Heidi Mielke auf Anfrage mitteilt. „Die Belastung in der Notfallaufnahme war erhöht, aber organisierbar und zu leisten, auch wenn sich Wartezeiten gegebenenfalls aufgebaut haben“, erklärt Mielke.

Da seit dem 1. Juli 2025 insgesamt vermehrt unfallchirurgische Patienten behandelt und operiert würden, seien es aber auch deshalb mehr zu versorgende Patienten, die in Oberndorf behandelt würden.

Die Mehrbelastung sei mit den vorhandenen Kapazitäten zu leisten gewesen. „Es musste kein unfallchirurgischer Patient wegen Bettenmangels abgewiesen werden.“

In Oberndorf habe man vor allem Sprunggelenkverletzungen, Speichenbrüche, Schulterfrakturen und hüftgelenknahe Brüche nach Stürzen bei Glätte versorgen müssen. Dabei seien alle Altersgruppen betroffen gewesen – mit einer leichten Häufung von älteren Patienten.

Bei Bewusstlosigkeit: Rettungsdienst

Bei Glätte raten die Ärzte im Oberndorfer Krankenhaus vor allem, die Augen offen zu halten und vorsichtig zu sein. Ältere Patienten sollten zudem generell die ärztlichen Leitlinien der Osteoporosebehandlung beachten.

„Wer nach Stürzen oder Unfällen trotz Erstversorgung unter anhaltenden starken Schmerzen oder Blutungen leidet, offensichtliche Fehlstellungen, vor allem auf Grund von Knochenbrüchen oder schweren Weichteilverletzungen, hat, sollte unbedingt eine Notaufnahme aufsuchen. Kommt es in Zusammenhang mit einem Sturz zur Bewusstlosigkeit, sollte unverzüglich der Rettungsdienst alarmiert werden“, empfiehlt die Ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme der Helios Klinik in Rottweil, Zornica Popova.