Zu viele Vorhaben der neuen Regierung stehen unter Vorbehalt – damit werden junge Menschen alleine gelassen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

In den Plänen der neuen Regierung gibt es gute Ansätze für junge Menschen. Aber es fehlt die Verlässlichkeit, findet unsere Autorin Julika Wolf.

Krieg in Europa, Armut, Umweltverschmutzung – davor haben junge Menschen laut einer Umfrage am meisten Angst. Angesichts der Aggression Russlands, einer schwachen Konjunktur und der sich beschleunigenden Klimaerhitzung nur verständlich. Doch von der Politik fühlen sie sich oft alleingelassen. Die neue Bundesregierung tut wenig, um ihnen diese Sorgen zu nehmen. Denn was die schwarz-rote Koalition für die jüngeren Generationen vorhat, ist nicht konkret genug.

 

Beim Klimaschutz wird das besonders deutlich. Wenn es darum geht, die Erderwärmung aufzuhalten, ist die viel gepredigte Generationengerechtigkeit schnell wieder vergessen. Zwar hält die Koalition am Ziel der Klimaneutralität bis 2045 fest, gleichzeitig will sie aber die Pendlerpauschale erhöhen und die Luftverkehrssteuer senken.

Keine Frage: Man darf annehmen, dass CDU, CSU und SPD wollen, dass es der jungen Generation besser geht. Sie zeigen das mit konkreten Vorhaben, wie dem Wahlrecht ab 16 Jahren, Investitionen in Kitas und Schulen und einer WG-Garantie.

Vieles schiebt die Koalition in die Zukunft

Das Problem: Viele dieser Pläne sind unter Vorbehalt. Sie werden „geprüft“ (das Wahlalter) oder sind auf Zeit beschlossen (das Deutschlandticket für 58 Euro). Auch müssen junge Menschen sich fragen, wie lange der Wehrdienst freiwillig bleibt. Und an eine Rentenreform hat die Koalition sich auch nicht herangetraut. Damit schiebt sie vieles in die Zukunft – und unter Finanzierungsvorbehalt stehen alle Projekte sowieso. Verlassen können sich die Jungen so nur auf wenig.

Man muss der Regierung Zeit geben. Doch ihre Pläne lassen nicht allzu optimistisch auf die nächsten vier Jahre blicken. In keinem Fall darf sie sie weiter aufweichen – sonst bleiben die jungen Leute so allein, wie sie sich schon lange fühlen.