Die Komikerin Helene Bockhorst zeigte die Vorpremiere ihres Programms „Lebefrau“ in St. Georgen.
Die Komikerin und Autorin Helene Bockhorst war mit der Vorpremiere ihres Programms „Lebefrau“ im Theater im Deutschen Haus zu Gast.
Reichlich schräg war dabei nicht nur ihr ein wenig an Tiffany-Lampen erinnernden Ganzkörperanzug sondern auch ihre Ansichten zu unmoralischen Angeboten, Kindheitstraumata oder Hobbys in der Midlife Crisis.
Leicht irritiert war Bockhorst zu Beginn vom örtlichen Dialekt bei dem Buchstaben geschriebener Worte wohl nur ein Angebot seien. Dafür dass sie nach eigenen Angaben den ganzen Sommer über nichts Relevantes gemacht hatte, gab es dann doch so manches zu erzählen, gemäß dem Motto eines Proktologen: „Wenn man tief genug gräbt findet man immer etwas“.
Schwarzer Humor
Recht schwarzhumorig waren Ausführungen zu Kindheits-Traumata, basierend vor allem auf Kriegsgeschichten des Opas, aber auch Erfahrungen mit den Eltern trugen zu ihrem nicht ganz unkomplizierten Seelenleben bei.
Jahrelange Therapie änderte daran nichts, aber immerhin konnte sie nach deren Abschluss erklären, warum sie weiterhin tausend Probleme hat. Dazu passte auch die Vorstellung eines ihrer Bücher mit dem Titel „Die beste Depression der Welt“.
Umlaute im Namen
Ein immer wiederkehrendes Thema war Sex, wobei Bockhorst verriet, dass sie den niemals mit Männern mit Umlauten im Namen haben könne. Zudem berichtete sie von vereinzelten unmoralischen Angeboten auf Touren, denen sie manchmal nicht allzu abgeneigt war, wie es schien.
Gruppensex sei aber wie die Steuererklärung: Man wolle es nicht machen, sondern gemacht haben. Bockhorsts Ansicht, dass Laufen eines der dümmsten Hobbys sei, die es gibt ist hinderte sie nicht daran, es selbst auszuprobieren und für entsprechende Ausstattung viel Geld auszugeben. Das Ergebnis war, in einer Laufweste ein wenig wie der Teil eines Swat-Teams zu wirken und „würdelos aus einer Flasche zu zuzeln, so als würde man aus der eigenen Brust trinken“.
„Ethischen Gossip“ erfunden
Für Lacher sorgten auch Erläuterungen des von ihr erfundenen „ethischen Gossip“, zu deutsch Ehrentratsch. Eher unbefriedigend waren für sie offenbar Ausflüge auf Tiktok und Co., wo Leute, die Luftballons zum Platzen bringen mehr Geld verdienen als sie.
Äußerst kurios waren thematische Sprünge zu Orkas, samt eines Auftritts im dazu passenden Kostüm. Komplettiert wurde der kuriose Auftritt mit mehr oder weniger melodischen, recht absurden Ausflügen ins Techno- oder Rapgenre, für die es am Schluss vom Publikum doch einigen Applaus und Beifallsrufe gab.