Ein Vormund will gut gewählt sein. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez - dpa

Zur Ablehnung der Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Diakonie bei der Suche nach Vormündern für Minderjährige hat Leserin Erika Schmidt aus Wildberg-Sulz folgende Meinung.

Auf Vorschlag des Landratsamtes sollte ein Träger für den Aufbau eines Vereins gefunden werden, der Ehrenamtliche, die bereit sind, die Vormundschaft für unter 18-Jährige zu übernehmen, sucht, sie schult, prüft und berät. Die Liebenzeller Diakonie hat sich dazu bereit erklärt und war der einzige Träger der sich dafür angeboten hat.

 

Vom Landratsamt Calw ist die Liebenzeller Diakonie ein seit Jahren anerkannter Verein als Träger der freien Jugendhilfe im Kreis Calw, der durch Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und hohe fachliche Standards überzeugt (so im Artikel genannt). Jedoch lehnte jetzt der Jugendhilfeausschuss des Landratsamtes Calw mit großer Mehrheit den Vorschlag des Landratsamtes ab, den Verein durch das Liebenzeller Diakoniewerk aufzubauen. Die Aufsicht über Pflegeeltern und Vormund hätte weiterhin das Familiengericht.

Angst vor christlicher Einflussnahme

Begründung für die Ablehnung: Angst vor christlicher Einflussnahme. Der Verein solle weltanschaulich neutral sein. Was aber ist weltanschaulich neutral in Bezug auf die Erziehung und Begleitung eines anvertrauten Kindes? Wie sähe denn eine Organisation und wie sähen Eltern aus, die weltanschaulich tatsächlich komplett neutral sind? Wer sich um ein Kind kümmert, will das Beste für dieses. Dies muss auch die Grundlage für jeden Verein sein, der diese Vormunde betreut. Was das Beste aber ist, hängt doch immer an den Überzeugungen und Wertvorstellungen der Vormunde ab. Selbst unsere rechtlichen Vorgaben drücken Wertvorstellungen aus und sind daher mitnichten weltanschaulich neutral. Und gerade Kinder selbst brauchen Orientierung!

In Deutschland hat sich unser christlich geprägtes Wertesystem bewährt, so dass Familie gelingen kann und Kinder zu gefestigten Personen heranwachsen. Personen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für Kinder, die nicht ihre eigenen sind, verdienen unseren Respekt. Dasselbe gilt für die Liebenzeller Diakonie, die diese Personen bei ihrem herausfordernden Ehrenamt unterstützen möchte.

Liebe als Motor für diakonisches Handeln

Wenn die Behauptung sein soll, dass Christen schlechte Ratgeber für die ehrenamtlichen Pflegeeltern oder gar selbst schlechte Pflegeeltern sein sollen, so ist dies mindestens diskriminierend! Schon immer war es der Gedanke der Diakonie, die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen und durch ihr Handeln sichtbar zu machen: Du bist geliebt! Du bist gewollt! Liebe ist der Motor für diakonisches Handeln. Und das brauchen Kinder zum Wachsen und Gedeihen. Und dieser christliche Grundgedanke der Diakonie soll schädlich für die Kinder sein? Ein sehr fragwürdiger Jugendhilfeausschuss! Ein sehr fragwürdiges Erziehungsverständnis! Ich bin entsetzt und traurig!

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