Ein Bus fährt ab vom Balinger Busbahnhof. Die Anlage soll in den nächsten Jahren barrierefrei umgestaltet werden. Foto: Maier

Barrierefreiheit, Befahrbarkeit, bessere Umsteigemöglichkeiten, Aufhübschung: Der Balinger Busbahnhof wird in den nächsten Jahren grundlegend auf Vordermann gebracht. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat am Mittwochabend die große und teurere Umbauvariante einstimmig befürwortet.

Balingen - Sprecher aller Fraktionen waren sich einig darin, dass Anlage nach fast 30 Jahren nicht nur ein wenig, sondern so richtig modernisiert gehört. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 1,2 Millionen Euro, wobei Fördergelder von etwa 900.000 Euro erwartet werden. Der "kleine Umbau" würde nur rund 440 000 Euro kosten (Förderung: 330 000 Euro).

Fabian Kiesel vom Sigmaringer Ingenieurbüro Langenbach und Verkehrsplaner Ulrich Grosse stellten dem Gremium die beiden Varianten vor. Die "kleine" sieht den barrierefreien Umbau im Bestand vor. Die vom Gremium eindeutig favorisierte "große" Lösung kommt dagegen faktisch einem Neubau des Busbahnhofs gleich: Anstelle der beiden bestehenden Bussteige mit 13 Haltestellen soll es künftig nur einen mittigen geben, dessen zehn Haltestellen die Busse von beiden Seiten anfahren können und von dem aus man – ohne wie jetzt die Fahrbahn überqueren zu müssen – den Bus wechseln kann. So könnten, erklärte Kiesel, die Flächen effizient genutzt werden. Die bestehenden Wartehäuschen könnten erneut verwendet, alternativ neue angeschafft oder aber – in der Kostenschätzung nicht enthalten – ein großes zentrales Dach über den Bussteig angebracht werden.

Die große Variante macht es auch möglich, im nördlichen Bereich weitere zehn Park & Ride-Parkplätze einzurichten. Gestalterisch könnte der Bahnhofsvorplatz so in Richtung Busbahnhof verlängert werden. Erreicht würde damit, so Tiefbauamtsleiter Markus Streich, ein "Optimum an Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit".

Die endgültige Entscheidung zur Umgestaltung trifft der Gemeinderat Ende des Monats; nach dem einstimmigen Votum des Technischen Ausschusses aber ist der große Umbau mehr als wahrscheinlich. Nach Angaben von Markus Streich sollen Gespräche mit den Betreibern der Buslinien und dem Regierungspräsidium Tübingen als Fördergeldgeber folgen. Mit dem Umbau sei wohl nicht vor 2024 zu rechnen – eine weitere, den Verkehr störende Großbaustelle droht also zumindest akut nicht.