Erst kommentierte Jens Zimmermann aus Mitteltal am Sonntag noch Hallenhockey in Düsseldorf bevor es für ihn am Montagabend nach China geht. Dann fliegt er unter anderem mit den deutschen Skispringern nach Peking zu den Olympischen Winterspielen. Doch so geplant war diese besondere Reise für den 49-Jährigen nicht.
Dass Zimmermann bei den Olympischen Winterspielen in Peking dabei sein kann, hat sich für den 49-Jährigen sehr spontan ergeben. Doch die Freude ist groß, bei seinen dritten Winterspielen als Kommentator dabei sein zu dürfen. 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi – dass Zimmermann noch vom Olympischen Komitee engagiert wurde, ist der Absage eines kanadischen Kollegen, mit dem er 2010 zusammenarbeitete, geschuldet. Diesem waren die Bedingungen rund um Corona zu viel. So kam Zimmermann überraschend zur Teilnahme. Nachdem er erst am Mittwoch sein Visum für China bekommen hatte, gab es noch einige andere Dinge zu klären.
Im Langlaufstadion Kuyangshu
Dass die Wahl auf den Mitteltaler, der als Sportmanager tätig ist, fiel, hat auch damit zu tun, dass Zimmermann erst vor Kurzem die Tour de Ski in Oberstdorf und Val di Fiemme kommentierte. In Peking, besser gesagt im 180 Kilometer entfernten Zhangjiakou in den Bergen, wird der 49-Jährige im Langlaufstadion Kuyangshu die Langlauf- und Kombinations-Entscheidungen kommentieren. Dort wird auch Publikum zugelassen sein. Die Moderation wird er in englischer Sprache übernehmen. "Es gibt eigentlich immer einen französischen, einen englischen und einen Kommentator des Gastgeberlandes", so Zimmermann. Dieser wird sich die Moderation mit seinem chinesischsprachigen Kollegen teilen. "Hier geht es beispielsweise auch darum, den chinesischen Moderator zu unterstützen, weil viele der Sportarten in China gar nicht so bekannt sind."
Fünf Sportler seiner Agentur sind dabei
Besonders ist für Zimmermann bei diesen Spielen, dass zwei seiner "Schützlinge" im Langlaufstadion an den Start gehen werden. Denn der Sportmanager betreut mit seiner Agentur Kombinierer Johannes Rydzek und seine Schwester, Langläuferin Coletta Rydzek. Drei weitere seiner Sportler sind bei Olympia mit dabei. Freestyle-Skifahrer Daniel Bohnacker, Skirennläufer Alexander Schmid und Shorttrackerin Anna Seidel. Auch der Baiersbronner Kombinierer Manuel Faißt wird von Zimmermann betreut. Faißt ist jedoch knapp nicht nominiert worden. "Das ist sehr schade. Das deutsche Team ist sehr stark. Am Ende war es wohl gerecht."
Täglicher PCR-Test
In der ganzen Vorfreude, bei den Winterspielen dabei sein zu können, schwingt allerdings auch der große Unsicherheitsfaktor Corona mit. Dabei gelten strenge Regeln. Täglich muss ein PCR-Test gemacht werden. "Ich hoffe, dass alles gut geht. Wir werden in einer Bubble sein. Nur im Hotel und im Stadion. Anders geht es aber nicht", sagt Zimmermann. Das habe die Handball EM zuletzt gezeigt. "In Vancouver 2010 waren wir abends viel unterwegs. Das fällt halt weg. Aber der Olympische Traum gilt nicht nur für die Athleten, sondern auch für einen selber. Es ist etwas ganz Besonderes, eine große Ehre. Ich bin dankbar, das machen zu dürfen", sagt der 49-Jährige voller Vorfreude auf das sportliche Großereignis.
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