Am Montagabend erlebt Robert Roller in Schömberg einen ungewöhnlichen Vorfall: Er sieht helles Licht, hört einen „unglaublichen Knall“ und spürt eine Erschütterung. Was ist passiert?
Robert Roller sitzt am Montagabend auf seinem Hochsitz bei der Schillereiche in Schömberg. Etwa 18.30 Uhr ist es, als der Jäger etwas Ungewöhnliches hört und sieht. „Eine richtig dicke, fette Explosion“, erzählt Roller. Plötzlich sei die Wiese erhellt gewesen, es folgt „ein unglaublicher Knall“ und eine Erschütterung, die der Jäger sogar spürt. Robert Roller vermutet eine Explosion. Oder hat möglicherweise jemand eine Kugelbombe gezündet? Der Vorfall ist so ungewöhnlich, dass er ihn nicht für sich behält.
Aber was ist passiert am Montagabend nahe der Schillereiche? „Uns wurde nichts gemeldet“, teilt Banu Kalay von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim mit. Sie hat auch keine Informationen zu einem entsprechenden Polizeieinsatz. Gleichzeitig verweist Kalay darauf, dass es in Deutschland generell verboten ist – außer am 31. Dezember und 1. Januar – einfach so Feuerwerk abzubrennen.
Gemeinde und Feuerwehr wissen von nichts
Private Feuerwerke beispielsweise an runden Geburtstagen müssen genehmigt werden – in dem Fall von der Gemeinde Schömberg. Doch auch im Rathaus der Glücksgemeinde weiß man nichts von der vermeintlichen Explosion – ein typisches Feuerwerk war es ja nach den Schilderungen Rollers nicht.
„Uns ist nichts bekannt“, sagt Stefanie Stocker von der Pressestelle der Schömberger Verwaltung. Es seien auch keine Anfragen aus der Bevölkerung eingegangen, wie das sonst manchmal der Fall ist. Nach Rücksprache mit Feuerwehrkommandant Rainer Zillinger berichtet Stocker außerdem, dass auch dieser nichts von dem Vorfall wisse.
Robert Roller äußert die Vermutung, dass es sich bei dem lauten Knall um eine Kugelbombe gehandelt haben könnte. In der vergangenen Silvesternacht hatte es deutschlandweit Verletzte und Sachschäden gegeben, weil solche sogenannten Kugelbomben illegal gezündet worden waren. Deren Einsatz ist professionellen Pyrotechnikern vorbehalten, außerdem sollten sie nicht vom Boden aus, sondern aus Abschussrohren abgefeuert werden.
War es illegal gezündete Kugelbombe?
Christian Faix ist staatlich geprüfter Pyrotechniker und betreibt gemeinsam mit einem Kollegen die „Feuerwerke Faix und Abele“ in Althengstett. Auch wenn sie dies nebenberuflich tun, sind sie Profis. Ob er eine Vermutung hat, was Robert Roller beobachtet haben könnte?
„Eine Kugelbombe ist wunderschön“, sagt Faix. Sie sei nicht übermäßig laut, vielmehr gehe es darum, ein schönes Feuerwerk an den Himmel zu machen. Dafür seien die Kugeln, die es etwa in der Größe von Orangen oder größer gebe, gefüllt mit Leuchtsätzen. Werde sie gezündet, sehe man auch kein blitzartiges Licht. Faix vermutet deshalb eher, dass es sich am Montagabend um einen illegalen Feuerwerkskörper gehandelt haben könnte. „Um einen richtig großen Böller.“
Nicht zugelassene Feuerwerkskörper sind in Deutschland allerdings verboten. Genauso – darauf weist auch der Althengstetter hin – wie Feuerwerk ohne die erforderliche Erlaubnis an anderen Tagen als rund um den Jahreswechsel zu zünden oder zu verkaufen. „In Deutschland gilt ein Abgabe- und ein Verwendungsverbot“, erklärt er.