Schock in Rangendingen: Ein Deutscher Jagdterrier erliegt nach Vergiftung dem Nierenversagen. Der Hund gehörte zur Familie, sein Tod stimmt sie sehr traurig.
Es war der Montagnachmittag, als Milan seinen letzten Atemzug machte. Ein Tierarzt schläferte ihn ein. Tage später wirkt Herrchen Kurt Strobel immer noch angefasst: „Mir geht’s ganz schlecht.“ Strobel: „Ich hätte nicht gedacht, dass das so an mich geht.“ Der Jagdhund, ein reinrassiger Deutscher Terrier, hatte keine Chance gegen das Gift. Damit endete für den Hund ein zehntägiger Todeskampf – und für die Familie ein emotionales Auf und Ab zwischen Hoffen und Bangen.
Untypisches Verhalten
Wie Kurt Strobel berichtet, zeigte der Hund am Freitag, 27. März, die ersten Symptome – zu diesem Zeitpunkt war die Ursache nicht bekannt. „Wenn Hunde einen Giftköder aufnehmen, dauert es zwei bis drei Tage“, erklärt Strobel, erst dann machen sich die Auswirkungen bemerkbar. Dennoch herrschte Alarmstimmung, denn der Hund zeigte untypisches Verhalten: „Er hat nur noch gebrochen, hat gezittert, nichts mehr gegessen und er hatte Durchfall“, beschreibt Strobel.
Keine Hoffnung mehr
Es zeigte sich: Das ist keine vorübergehende Krankheit, es ist ernst. Am Montag, 30. März, ging der besorgte Besitzer mit seinem Hund zum Tierarzt. Eine Blutuntersuchung ergab: „Es war mit absoluter Sicherheit Gift.“ Milan erhält Infusionen. Strobel wirkt aufgewühlt, als er davon berichtet: „In zwei, drei Tagen hat er ausgesehen, als ob man ihn verhungern lässt.“
Die „einzige Überlebens-Chance“ für den Hund könnte eine Klinik in Reutlingen sein, soll der Tierarzt erklärt haben. Am Mittwoch, 1. April, wurde er dort stationär aufgenommen und erhielt ununterbrochen Infusionen, wie Strobel sagt. Es zeichnete sich jedoch bald ab, dass die Tierärzte dem Hund nicht mehr helfen konnten. Am Karfreitag, 3. April, haben sie Milan auf die Palliativstation verlegt. Strobel verzweifelt: „Man hat alles probiert, dass die Nieren ausgewaschen werden.“
Situation macht fassungslos
Im Laufe des Osterwochenendes keimte etwas Hoffnung auf, weil sich die Blutwerte leicht verbesserten. Umso enttäuschender wirkte die Nachricht vom Ostermontag, 6. April: „Die Blutergebnisse sind total abgesunken“, sagt Strobel, den die Situation nach wie vor fassungslos macht. Die Tierärzte sprachen die bittere Empfehlung aus, das Tier einzuschläfern. Nicht nur, weil es keine Überlebens-Chance hat, auch, um den Schmerzen ein Ende zu setzen.
Herzzerreißend müssen die Stunden vor dem Tod des Hundes gewesen sein. Strobel habe nachträglich gelesen, dass Hunde noch einmal die Nähe zu Menschen suchten, bevor ihr Leben endet. Der Hundehalter kann das nun aus schmerzhafter Erfahrung bestätigen. „Ganz langsam“ zog Milan im Garten eine letzte Runde, als ob er wüsste, was am Ostermontag noch passieren würde. Strobel: „Das war so schlimm.“ Später am Ostermontag hat der Hund die „tödliche Spritze“ vom Tierarzt erhalten. Trotz allem eine „äußerst humane Erlösung“.
„Warum gerade bei uns?“
„Der Hund war bei uns wie ein Familienmitglied“, sagt Strobel. Seine Enkelin hatte beim Besuch der Tierklinik in Reutlingen eigens ein Halsband mit Leine dabei. Bis zuletzt währte die Hoffnung, dass Milan es doch noch schafft – eine Hoffnung, die sich als trügerisch erwies. Den Anblick des toten Hundes hat Strobel seiner Enkelin erspart. Er sei im Himmel, hieß es zu dem Mädchen im Kindergartenalter. An ihr und der Familie ist der Tod des Hundes keineswegs spurlos vorbeigegangen.
Polizei verständigt
Während Strobel das Ableben seines Hundes aufgrund eines Giftköders noch verarbeitet, fragt er zweifelnd: „Warum gerade bei uns? Hat es mit persönlichem Hass zu tun?“ Normalerweise hält er den Hund an der kurzen Leine, nur im Garten nicht. Dort müsste jemand den Giftköder über die Hecken geworfen haben, vermutet Strobel. Die Polizei hat der 70-Jährige jedenfalls verständigt. Ergebnis offen.
Große Trauer und Bedenken
Der Verlust hat auch eine pragmatische Dimension, denn der Hund war ein rassereiner deutscher Jagdterrier. Das sechs Jahre alte Tier war „voll im jagdlichen Einsatz“, beispielsweise bei den Herbsttreibjagden. Strobel: „Es war ein super Jagd- und Haushund.“
Ob er sich einen neuen Hund zulegen wird? Das beantwortet der aktive Jäger mit einer Gegenfrage: „Wenn ich im eigenen Garten Angst haben muss, dass solche bestialischen Taten gemacht werden, soll ich mir noch einmal einen Hund holen?“ Strobel: „Trauer und Bedenken sind noch zu groß.“
Kostspielige Behandlung
Tierarzt
Die Behandlung des Hundes aufgrund des Giftköders war überaus kostspielig. Kurt Strobel rechnet mit Kosten, die deutlich über 5000 Euro liegen – für Tierarztpraxis und Tierklinik in Reutlingen. Strobel dazu: „Das finanzielle Opfer tut schon weh, aber der Hund hat Anspruch darauf gehabt, dass man alles tut, was möglich ist.“