Ein Gast fand in einem Burger im McDonalds in Nagold etwas, das da ganz und gar nicht hingehört. Foto: Thomas Fritsch

Ein paar Bisse, dann schmeckt Manfred Frank etwas anderes als Fleisch und blutet im Mund. Der Gast des McDonalds in Nagold findet in seinem "Big Tasty Bacon" etwas, was dort so gar nicht hingehört. Der Fast-Food-Konzern entschuldigt sich und schenkt ihm Gutscheine. Frank ist das nicht genug.

Dass sein Essen ab und an kalt gewesen sei und er auch schon mal Haare im Burger gefunden habe, das schreckte Manfred Frank aus Simmersfeld in der Vergangenheit nicht ab. Er gehörte zu den gelegentlichen Gästen des McDonalds in Nagold. Vor allem mit seiner Tochter besuchte er den Schnellimbiss gerne. Der jüngste Vorfall hat dem 41-Jährigen den Geschmack jedoch so richtig verdorben.

 

Manfred Frank schildert die Sache so: Einkauf im Mediamarkt in Nagold und danach spontan über die Straße zu McDonalds - das ist für ihn am 1. September eine schlechte Entscheidung. Der 41-Jährige findet in seinem "Big Tasty Bacon" ein langes Metallstück, das ihn beim Kauen im Mund verletzt. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Was ist das denn?“, habe er sich gefragt. Er schmeckt Blut und entdeckt im Burger das Metallteil.

Dieses Foto machte Manfred Frank von dem Burger. Foto: Frank

Der 41-Jährige aus Simmersfeld hat sich mit dem Vorfall an unsere Redaktion gewandt, da er sich schlecht behandelt fühlt. Er malt sich aus, was seiner Tochter beim Verschlucken eines solchen Teiles zustoßen hätte können. „Hätte meine Tochter das verschluckt - oder auch ich - wer weiß, was da im Magen passiert wäre.“ Schließlich sei das Teil sehr scharfkantig und habe ihn bereits im Mund leicht verletzt.

Mit dem Burger und dem Metallstück geht Frank an dem Freitag vor an die Theke, um sich zu beschweren. Die Reaktion der Mitarbeiter? „Das hat die Leute überhaupt nicht interessiert. Als wenn es etwas Alltägliches wäre“, berichtet der Lkw-Fahrer. Auf seinen empörten Hinweis, dass ein Metallstück im Burger sei, hätte ein Mitarbeiter lediglich geantwortet: „Ja. Und?“ Dann sei ihm angeboten worden, den Burger gegen einen neuen zu tauschen.

Bei McDonalds ist man ratlos

Auf diesen Vorschlag geht der 41-Jährige nicht ein. Stattdessen nimmt er Burger samt Fremdkörper mit nach Hause. Er sei eigentlich kein Typ, der bei Problemen gleich „ein Fass aufmacht“, meint Frank. Aber diesen Umgang, den habe er einfach nicht angemessen gefunden. Also lässt Manfred Frank die Sache nicht auf sich beruhen. Er kontaktiert den McDonalds Kundendienst. Dort fällt die Reaktion anders aus, schildert Frank. „Die haben sich im Telefonat 10.000 Mal entschuldigt“, berichtet er. Er sei dann gebeten worden, das Metallstück mit einem Retourenlabel einzuschicken. Das macht Frank auch.

Als Antwort auf die Einsendung erhält Frank eine ausführliche E-Mail des Franchise-Betreibers. Darin schreibt der Betreiber unter anderem, es seien umfangreiche Kontrollen durchgeführt worden. „Trotz intensiver Recherchen konnten wir jedoch leider nicht nachvollziehen, wie dieser Fremdkörper in Ihren 'Big Tasty Bacon' gelangen konnte.“ Franks Fund werde als Anlass genommen, um die Produktsicherheit noch mal ausführlich zu thematisieren sowie um erneute Schulungen bezüglich Qualitätsstandards durchzuführen. Ferner habe der Restaurant-Manager die Sache mit allen Mitarbeitern besprochen und sie dafür sensibilisiert.

Der 41-Jährige schickte das Metallteil bei McDonalds ein. Foto: Frank

„Wir können Sie an dieser Stelle nur um Entschuldigung bitten und Ihnen versichern, dass es sich hier um einen bedauerlichen Ausnahmefall handeln muss. Als Dankeschön für Ihren Hinweis schicken wir Ihnen nach den Feiertagen, ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht, einige Gutscheine, die Sie in allen unseren Restaurants einlösen können.“ Per Post erhält Frank dann drei Gutscheine für jeweils ein McSmall Menü. Gegenwert: rund 30 Euro.

Eine angemessene Kompensation? Nein, findet Manfred Frank. „Da hat sich jemand verletzt und es hätte echt noch viel schlimmer ausgehen können. Da schreibe ich nicht: zur Wiedergutmachung drei Gutscheine“, empört er sich. Der 41-Jährige hätte erwartet, dass der Betreiber den persönlichen Kontakt, das direkte Gespräch mit ihm sucht und dann möglicherweise auch finanziell ein geeignete Entschädigung erfolgt.

Manfred Frank ist mit der Behandlung von Seiten McDonalds unzufrieden. Foto: Frank

Frank nimmt den Hörer also selbst in die Hand und kontaktiert den Betreiber. Im Telefonat verspricht dieser laut Franks Bericht, seine Versicherung zu kontaktieren. Sie werde sich mit Frank in Verbindung setzen. Ob dabei eine Art Schmerzensgeld für ihn rausspringt? Der 41-Jährige glaubt nicht mehr daran.

Die McDonalds Pressestelle teilt hierzu mit: „Was die Bewertung von etwaigen Ansprüchen betrifft, so liegt der Fall aktuell bei der Versicherung des Franchise-Nehmers. Solch eine Überprüfung ist gängiges Vorgehen, da selbstverständlich möglicherweise anfallende Leistungen rechtlich überprüft werden müssen.“ Weiter heißt es, der Franchise-Nehmer würde „sich nach wie vor sehr freuen, wenn der Gast seine Einladung annimmt“. So sei der Gast – also Manfred Frank – mit den Gutscheinen eingeladen worden, „um ihm eben den schönen und einwandfreien Besuch zu bereiten, den er zu Recht erwartet“.