Im Waldfreibad Calmbach kommt es zu einem unschönen Zwischenfall. Dabei geht es in dem familiären Bad normalerweise entspannt zu. Foto: Thomas Fritsch

Ein Besucher des Waldfreibad hält sich trotz mehrfacher Ermahnung nicht an die Regeln. Der Mann wird aggressiv und greift einen Mitarbeiter an. Der wird verletzt, hat aber Glück.

Wer ein Freibad besucht, der freut sich auf eine Abkühlung, auf Spaß und eine entspannte Zeit im Wasser oder auf der Liegewiese. Sollte man meinen. Allerdings gibt es offenbar auch Badegäste, die auf Krawall aus sind.

 

Ein unerfreulicher Zwischenfall hat sich so im Waldfreibad in Calmbach ereignet: Ein aggressiver Badegast attackierte dabei einen Rettungsschwimmer. Der 56-jährige Mitarbeiter des Freibads wurde verletzt.

Mann verstößt gegen Freibadordnung

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim bestätigt, dass es am Samstag, 9. August, zu einem Vorfall im Waldfreibad gekommen ist. Gegen 14.50 Uhr griff ein Mann einen Rettungsschwimmer an.

Bereits zuvor hatte es Probleme mit dem Badegast, einem 47-Jährigen aus Bad Wildbad, gegeben. „Der Bademeister hat den Tatverdächtigen dreimal verwarnt, dass er gegen die Freibadordnung verstoßen hatte“, berichtet Polizeisprecher Alexander Uhr. Dann habe der Tatverdächtige dem Rettungsschwimmer – Uhr bezeichnet ihn als Bademeister – „gezielt einen Faustschlag auf die linke Gesichtshälfte“ versetzt.

Der Geschädigte fiel durch den Schlag offenbar in eine Hecke. Laut den Angaben der Polizei verlor der Mann zunächst das Bewusstsein, erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Beeinträchtigung des Gehörs.

Tobias Girrbach ist als Fachangestellter für Bäderbetriebe zuständig für den Betriebsablauf im Calmbacher Waldfreibad. Er war an besagtem Samstag mit seinem Kollegen im Dienst, aber während der Attacke gerade in der Mittagspause. Der Badegast sei schon früher aufgefallen. Auch die Polizei berichtet: „Er war im Freibad als Störenfried bekannt.“

Hält sich jemand im Bad nicht an die Regeln, dann greifen die Mitarbeiter ein. „Wenn wir Fehlverhalten sehen, reagieren wir darauf“, erläutert Girrbach. Im Regelfall weise das Personal Badegäste „sehr freundlich“ darauf hin, das etwas nicht passt.

Doch mehrfache Hinweise durchs Personal fruchteten an dem Samstag nicht. Deshalb habe sein Kollege den 47-jährigen Mann des Freibads verwiesen.

So schildert Tobias Girrbach das, was ihm von den Ereignissen berichtet worden ist. Er eilte zurück, sobald er von der Attacke erfuhr.

Hecke federt den Sturz ab

„Das hätte anders ausgehen können“, meint Girrbach. Zum Glück sei der 56-jährige Rettungsschwimmer durch die Wucht des Schlags in die Hecke gefallen, und nicht auf den gepflasterten Bereich, wo er mit seinem Kopf hätte hart aufschlagen können.

Den Angaben von Badegästen nach sei der Angreifer zunächst auf die Liegewiese und dann über die Hecke geflohen. Als er allerdings außerhalb des Bads noch sein Fahrrad holen wollte, verhinderten andere Besucher, dass sich der Mann damit davonmachen konnte. So konnte sich die mittels Notruf alarmierte Polizei des Mannes annehmen. „Zivilcourage nennt man das“, lobt Tobias Girrbach.

Ob er nach so einem Ereignis mit Sorge zur Arbeit gehe? Er könne nur für sich sprechen, sagt der Fachangestellte: „Für mich hat sich nichts verändert.“ Und der attackierte Rettungsschwimmer war sogar bereits am Tag nach der Tat wieder im Dienst.

Allerdings ist das Waldfreibad auch ein sehr familiäres Bad. „Wir haben ganz, ganz, ganz wenig Probleme“, erzählt Tobias Girrbach. Bei den Ermahnungen, die das Personal normalerweise ausspreche, handele es sich um „harmlose Kleinigkeiten“ – bei denen es darum geht, etwa Kinder davor zu bewahren, sich aus Versehen zu verletzen mit ihren Aktionen. Ein Zwischenfall wie am 9. August „ist sowieso die komplette Ausnahme“.

Girrbachs Erfahrung ist: Je größer die Stadt, desto größer die Probleme im Bad. Im Pforzheimer Wartbergfreibad etwa gibt es einen Sicherheitsdienst. Sogar im Nagolder Badepark kamen bereits Security-Kräfte zum Einsatz.

Das sind die Konsequenzen für den Angreifer

Der Tatverdächtige darf das Waldfreibad nicht mehr betreten. „Er hat Hausverbot“, erklärt Polizeisprecher Alexander Uhr.

Der Rettungsschwimmer hat Anzeige gegen den Mann erstattet.

Ihm wird Körperverletzung vorgeworfen. Diese Anzeige wird nun der Staatsanwaltschaft Tübingen vorgelegt, erklärt Uhr.