Am Landgericht sagte ein Polizist aus, was der Angeklagte ihm im September erzählt habe. (Archivbild) Foto: Aleksandar Mitrevski

Der Prozess gegen den 46-Jährigen, der in Altensteig eine 17-Jährige vergewaltigt haben soll, ist fortgesetzt worden. Ein Polizist erzählte, was der Mann damals aussagte.

Der 46-Jährige, der im vergangenen September in Altensteig eine damals 17-Jährige vergewaltigt haben soll, schweigt im Gericht nach wie vor zu den Vorwürfen. Allerdings hat er bei der Polizei im September eine Aussage gemacht. Die hat der ermittelnde Beamte nun im Zeugenstand wiedergegeben.

 

Damals erzählte der 46-Jährige, so der Polizeibeamte, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe. Die junge Frau, die er bereits vorher kannte, habe ihm vorab ihre Handynummer zugesteckt und gefragt, ob sie sich mal treffen könnten, etwa zum Eis essen.

Am fraglichen Tag im September seien sie nach Altensteig gefahren. Der Mann, der gerade von seiner Frau getrennt lebte, sei mit der 17-Jährigen zum Haus gegangen. Sie hatten überlegt, die Frau eifersüchtig zu machen und sich vor dem Haus schließlich geküsst, so dass seine getrennte Ehefrau und seine Töchter dies sahen, heißt es.

In einer vorhergegangenen Vernehmung hatte die beste Freundin des mutmaßlichen Opfers berichtet, an diesem Abend mit einer der Töchter telefoniert zu haben. Diese habe ihr von einem Kuss erzählt.

Schließlich fuhren der 46-Jährige und die damals 17-jährige in das Parkhaus beim Rathaus. Er sei habe sich ein Eis geholt, habe der Angeklagte bei der Polizei berichtet. Als er zurückkam, habe die junge Frau ihn bereits erwartet. Sie sei auf ihn zugekommen, habe gesagt: „Du küsst so gut.“ Daraufhin hätte sie ihn umarmt, sie hätten sich geküsst.

Irgendwann habe sie seinen Schritt gestreichelt. Sie stiegen ins Auto ein und hatten schließlich dort Sex, so die Version des Angeklagten bei der Polizei. Laut seinen Schilderungen habe die 17-Jährige deutlich die Initiative übernommen und maßgeblich den Verlauf des Liebesspiels bestimmt, gibt der Polizist detailliert vor Gericht wieder. Die Teenagerin habe zeitweise rittlings auf dem Mann gesessen, auch gegenseitigen Oralsex habe es auf Betreiben der 17-Jährigen gegeben.

Sex eigentlich nicht gewollt

Der Angeklagte habe jedoch laut Aussage an seine Frau denken müssen, wirklich hingeben konnte er sich demnach nicht dauerhaft. „Hat er etwas erwähnt, warum er trotzdem Geschlechtsverkehr mit ihr hatte?“ wird gefragt. Der Polizist kann dazu nichts sagen.

Im Anschluss an den Geschlechtsverkehr habe der Mann das Mädchen nach Hause gefahren, die Stimmung sei gut gewesen, so die damalige Aussage. Er habe sie drei bis 400 Meter von ihrer Wohngruppe entfernt abgesetzt.

Feste Beziehung gewünscht

Daraufhin kam im Gericht die Frage auf, warum das Mädchen dann zur Polizei gegangen sei und ihn wegen Vergewaltigung angezeigt habe, wenn doch alles einvernehmlich und die Stimmung danach recht gut gewesen sein soll. Der Polizist berichtete: Laut dem Angeklagten habe die 17-Jährige eine feste Beziehung mit ihm gewollt, er jedoch nicht. Das Thema sei schon vorab mehrfach aufgekommen. Das sei laut dem Angeklagten wohl der Grund gewesen.

Das Thema Beziehung war bereits bei der Vernehmung der besten Freundin des mutmaßlichen Opfers aufgekommen. Hintergrund war die Frage, ob die damals 17-Jährige möglicherweise ein Fable für ältere Männer hat. Ihre Freundin meinte im Gericht, die junge Frau habe als Grenze für einen Partner ein Alter von 30 bis 35 Jahren.