Dominique Brandt, Inhaber der Ebinger Kulturfabrik, liegt die Sicherheit seiner Gäste am Herzen. Foto: Benjamin Roth

Nachdem ein Gast mehrere Frauen in der Ebinger Kulturfabrik sexuell belästigt hat, lobt Inhaber Dominique Brandt das Verhalten des Sicherheitspersonals.

Discos sind sicherer denn je“. Das sagt Dominique Brandt, Inhaber der Ebinger Kulturfabrik, im Gespräch mit unserer Redaktion. Anlass für seine Aussage ist ein Vorfall am vergangenen Wochenende in der Kulturfabrik und die Darstellung des Geschehens in einer Pressemeldung der Polizei. In dieser heißt es, dass es Sonntagfrüh gegen 1.50 Uhr zu einer sexuellen Belästigung mehrerer Frauen im Treppenbereich gekommen sei. Die Polizei habe den Tatverdächtigen anschließend ermitteln können.​

 

Brandt räumt ein, dass es diesen Vorfall gegeben habe. Jedoch habe das Sicherheitspersonal den 41-jährigen Mann auf dessen Fehlverhalten umgehend angesprochen und ihn des Hauses verwiesen. „In solchen Fällen handeln wir konsequent und sofort“, betont Dominique Brandt. Die Polizei sei auf Wunsch der betroffenen Frau eingeschaltet worden. Denn: Zwischenzeitlich habe sich der Tatverdächtige schon von der Location in der Sigmaringer Straße entfernt; das Sicherheitspersonal habe ihn daraufhin erneut ausfindig gemacht und zur Rede gestellt.

Überzieher gegen K.O-Tropfen

„Im Endeffekt ist es schade, dass es nun so aussieht, dass in Albstadt nicht sicher gefeiert werden kann“, erläutert Dominique Brandt weiter. Die Arbeit des Sicherheitspersonal werde zudem anhand eines Einzelfalls öffentlich bewertet. Dabei habe es gute Arbeit gemacht. Brandt betont: „Die Sicherheit der Gäste hat höchste Priorität.“ Das Sicherheitspersonal mache regelmäßig Kontrollgänge, prüfe Taschen und agiere proaktiv für die Besucher. „Wir haben lieber weniger Gäste, dafür solche, die sich benehmen können.“

Auch wenn das Thema K.O-Tropfen in der Kulturfabrik keines sei, stehen für jeden Gast kostenlose Getränkeüberzieher zur Verfügung. „Weil es noch nie einen solchen Vorfall gab, bewerben wir die Überzieher nicht aktiv. Die Vorsichtsmaßnahme treffen wir dennoch.“

Nach Brandts Einschätzung sind die Discobesucher in den vergangenen Jahren insgesamt sensibler geworden. Früher sei mehr geflirtet worden, heutzutage werde Flirten öfter direkt als unangenehm empfunden. Kurzum: Vor einigen Jahren noch sei mehr und anders gefeiert worden.

Grundsätzlich ist dem Disco-Besitzer wichtig, dass sich Frauen in der Ebinger Innenstadt, insbesondere im Dunklen, wieder sicherer fühlen. Seine Lösung des Problems: „Wir brauchen wieder mehr Leben in der Stadt.“ Dort, wo mehrere Augenpaare potenzielle Vorfälle beobachten können, passiere auch weniger. Daher sei es ihm auch wichtig gewesen, dass die kurzfristig abgesagte Kneipennacht zum 1. Mai unter neuem Namen doch stattfindet. Auch Verkaufsoffene Sonntage oder das Anfang Mai geplante Bobbycar-Rennen seien da wertvoll. Ein Polizeibericht, wie jener vom vergangenen Wochenende, schüre jedoch die Angst der Bevölkerung. Und das sei das, was Albstadt gerade am wenigsten gebrauchen könne.