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Vorfall 2018 in Melchingen Schlägerei beim Elfmeterturnier endet vor Gericht

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Der Streit um eine Frau eskalierte nach dem Turnier. (Symbolfoto) Foto: Monkey Business_adobe_stock.com

Das Sonnenalb-Pokalturnier in Melchingen gilt als Fußball-Spektakel. Am Rande des Elfmeterturniers am 3. August 2018 wird allerdings nicht nur gefeiert. Eine Schlägerei eskaliert. Wegen gefährlicher Körperverletzung stehen nun drei junge Männer vor dem Hechinger Amtsgericht.

Burladingen-Melchingen - Den drei Angeklagten scheint während des Prozesses ihre ernste Lage offenbar nicht vollständig klar zu sein: Während der Geschädigte versucht, den Abend zu rekonstruieren und immer wieder betont, dass er "den ganzen Tag übel viel getrunken" habe, müssen die zwei 25-jährigen und der 27-jährige Angeklagte immer wieder schmunzeln und kichern.

Irgendwann platzt der Staatsanwältin deshalb der Kragen: "Ich finde das hier überhaupt nicht lustig. Es wurde auf jemanden, der am Boden lag, brutal eingetreten. Das ist nicht lustig, egal wie betrunken jemand war!" Ihr Ärger ist nachvollziehbar: Es ist eine ernste Sache, die den drei jungen Männern aus Gauselfingen und Burladingen vorgeworfen wird. Sie sollen nach dem Melchinger Elfmeterturnier am 3. August 2018 in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein, einen am Boden liegenden Mann brutal verprügelt und ihm ins Gesicht getreten haben.

Viele der Zeugen waren in der Tatnacht selbst stark alkoholisiert

Einem der Angeklagten kann im Laufe des Prozesses nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass er derjenige war, der tatsächlich geschlagen oder getreten hat. Er wird freigesprochen. Bei den anderem beiden wird das Verfahren gegen eine Geldauflage von 600 beziehungsweise 2000 Euro eingestellt.

Insgesamt zeigt sich die Beweisaufnahme schwierig, da sämtliche Beteiligten in dieser Nacht stark alkoholisiert waren. Entsprechend neblig waren die Zeugenaussagen.

Viele der Beteiligten konnten vor Gericht keine sachdienlichen, weder belastende noch entlastende Hinweise geben. Manche sagen sogar: "Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern." Die meisten können zumindest bestätigten, dass die drei Angeklagten am Tatort waren. Doch wer von ihnen genau zugeschlagen haben soll, können die meisten nicht sagen.

Teilweise kommt es auch zu widersprüchlichen Aussagen im Vergleich zu der polizeilichen Vernehmung vor zweieinhalb Jahren. "Es ist schon komisch, was heute hier alle bei der Polizei damals nicht gesagt haben wollen", kommentiert die Richterin.

Einer der Zeugen, der offenbar etwas weniger getrunken hatte, kann allerdings einen der Angeklagten zu "96 Prozent" sicher wiedererkennen und die Tat beschreiben. Mehrmals soll der Angeklagte zusammen mit anderen einen am Boden liegenden Mann auf den Oberkörper und ins Gesicht getreten haben. Auch eine ältere Frau, die die Schlägerei beobachtet hat, bestätigt diese Schilderungen.

Dennoch werde eine Verurteilung aufgrund der zumeist sehr ungenauen Schilderungen schwierig, betont die Verteidigung. Sie versucht im Laufe des Prozesses immer wieder, die Staatsanwältin davon zu überzeugen, den Paragrafen 153a anzuwenden (Absehen von der Verfolgung unter Auflagen). Als klar wird, dass die Verteidigung noch auf verminderte Schuldfähigkeit plädieren würde, da die Angeklagten in der Tatnacht stark alkoholisiert waren und sich an die Taten nicht mehr erinnern können, kommt es doch zu einer Einigung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft: Das Verfahren wird gegen eine Geldauflage eingestellt.

Das Geld dient einem guten Zweck: 600 Euro sollen an das Kinderheim Haus Nazareth in Tailfingen gehen, 2000 Euro an die Arche Intensivkinderpflege in Kusterdingen.

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