Der Eindruck trügt – Im ersten Duell lief der HBW Balingen-Weilstetten (am Ball Rechtsaußen Moritz Strosack) meist den Spielern von Rekordmeister THW Kiel hinterher. Foto: Kara

Der Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten hat vor dem Gastspiel bei Rekordmeister THW Kiel viele Ausfälle zu beklagen. Trainer Jens Bürkle fordet dennoch, mutig zu spielen.

Wann immer der HBW Balingen-Weilstetten in der Handball-Bundesliga auf Rekordmeister THW Kiel trifft, sind die Erfolgsaussichten der Schwaben gering – auch am Samstag, wenn sie in der Wunderino-Arena (18.30 Uhr) ran müssen.

"Wir wollen mutig bleiben und gut Handball spielen", sagt HBW-Trainer Jens Bürkle vor dem Duell mit dem Tabellenführer. Erst vor knapp vier Wochen waren sich sein Team und der THW Kiel in der Balinger Sparkassen-Arena gegenübergestanden. Damals gewann der Tabellenführer sicher mit 33:22 (17:10).

Doch für das Bürkle-Team war diese Niederlage die bislang letzte. Danach gewann der HBW znächst das Kellerduell mit dem TuSEM Essen (31:28), überraschte anschließend mit einem 28:26-Auswärtssieg beim Tabellenvierten SC Magdeburg und spielte zuletzt in der Balinger Arena 29:29 gegen GWD Minden. "Wir wollen uns wie damals wieder Selbstvertrauen holen. Wir hatten in den letzten Spielen eine sehr gut Kontrolle über den Ball, waren mutig und engagiert. Auch das Angriffsspiel mit 7:6 hat gut funktioniert, gedanklich wird das auch am Samstag ein Thema sein", sagt Bürkle.

Dass die Eulen Ludwigshafen dem HBW mit zwei überraschenden Erfolgen beim HC Erlangen und am Donnerstag gegen den Bergischen HC inzwischen mit nur noch drei Punkten Differenz im Nacken sitzen, beschäftigt den Sportwissenschaftler nicht: "Es ist doch klar, dass immer wieder solche Ergebnisse kommen, deshalb müssen wir alleine auf unsere Leistung schauen."

Die Voraussetzungen der Bürkle-Sieben sind für die Partie in Kiel alles andere als berauschend, am Freitagmittag machte sich nur ein schmales Aufgebot auf die Busreise in den Norden. Neben dem Langzeitverletzten Marcel Niemeyer (Fuß-OP) und James Junior Scott (Sprunggelenk) blieben mit Kapitän Jona Schoch, Goalgetter Vladan Lipovina, Rechtsaußen Gregor Thomann und Keeper Vladimir Bozic gleich vier Spieler aufgrund von Muskelverletzungen in Balingen. "Ich hoffe trotzdem, dass wir das Ding gut machen und unsere Sachen auf den Punkt spielen", sagt Bürkle.

Auch Gastgeber Kiel, der am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League zu Hause knapp mit 31:29 gegen Paris Saint-Germain HB gewann, kann am Samstag nicht in Bestbesetzung antreten. National-Kreisläufer Patrick Wiencek (Wadenbeinbruch), Superstar Sander Sagosen (Infekt) und Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) müssen im Duell mit dem Underdog passen. "Für uns ändert das an der Ausgangslage nur wenig", sagt Bürkle. Doch auf die leichte Schulter nehmen wollen die Zebras den HBW nicht.

Domagoj Duvnjak stellte auf der THW-Homepage klar: "Balingen ist ein unangenehm zu spielender Gegner, dem wir unsere volle Aufmerksamkeit widmen müssen. Man hat beim Balinger Sieg in Magdeburg gesehen, was passieren kann, wenn der HBW in einen Lauf kommt."