Alexander Fischinger gibt Sarah Wiesner im Spiel beim 1. FC Union Berlin Anweisungen. Am Sonntag ist ein anderer FC im DFB-Pokal der Gegner der Ortenauerinnen. Ein Team von einem Verein, der Fischinger viel bedeutet. Foto: Koch

Für Alexander Fischinger, Trainer der Frauen des SC Sand, steht im DFB-Pokal ein besonderes Spiel an. Vor dem Duell mit dem 1. FC Köln gibt er emotionale Einblicke.

Erste Liga gegen zweite Liga, Dorfklub gegen Großstadt-Kicker und Außenseiter gegen Favoriten: Wenn am Sonntag die Frauen des SC Sand im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den 1. FC Köln spielen, gibt es viele Gegensätze. Ein besonderes Duell wird es für den ganzen Verein – aber insbesondere für SCS-Trainer Alexander Fischinger. Der 61-Jährige ist riesengroßer Fan des „Effzeh“. Im Gespräch mit unserer Redaktion verrät er, wie es dazu kam, welche Legenden aus der Domstadt er häufiger trifft und welch seltenes Fan-Utensil in seinem Garten steht.

 

Herr Fischinger, am Sonntag steht mit dem SC Sand das Pokal-Duell gegen ihren Lieblingsverein 1. FC Köln an. Wie sind Sie zum Fan des „Effzeh“ geworden?

Jedes Kind hat ja seinen Lieblingsverein. Mein guter Freund Alfons Higl hat beim 1. FC Köln gespielt und so kam der Kontakt zustande. Ich bin jetzt schon lange Fan. Schon mit der Mannschaft 1974 mit Toni Schumacher und Heinz Flohe hab ich mitgefiebert.

Wird das Spiel am Sonntag für Sie aufgrund dieser Verbindung ein emotionaler Drahtseilakt?

Nein, meine Verbindung zum „Effzeh“ ist schon sehr viel größer zur Herrenmannschaft. Als Trainer des SV Waldkirch vor zehn Jahren war ich mal ganz nah dran an einem Spiel gegen die Kölner Profis. Für den DFB-Pokal waren noch drei Lose für uns im Topf. Greuther Fürth, Hamburger SV oder eben 1. FC Köln. Bei einem Duell gegen Köln hätte ich vielleicht bei Gegentoren leise mitgejubelt. Es ist dann aber Fürth geworden. Am Sonntag bin ich kein Köln-Fan, aber ein Spiel gegen die Erstliga-Damen aus der Domstadt war schon mein Wunschlos.

Haben Sie die Kölner Damen vor dem Duell zur Vorbereitung beobachtet?

Natürlich, das gehört zur professionellen Vorbereitung dazu. Ich habe das 1:1 von ihnen gegen Eintracht Frankfurt gesehen. Seit dem Trainerwechsel hin zu Britta Carlson hat das Team eine super Entwicklung genommen. Sie haben auf jeder Position individuelle Klasse und werden in der Liga sicher noch klettern.

Und wann waren Sie zuletzt bei den Kölner Herren im Stadion?

Dass war in der vergangenen Saison gegen Leverkusen. Leider habe ich nicht sehr häufig die Zeit, dort vorbeizuschauen. Wir spielen mit Sand am Wochenende ja in der Regel auch. Ich hatte zwei Karten für das Spiel der Kölner in Dortmund, als wir spielfrei hatten. Die Tickets habe ich aber unseren beiden japanischen Spielerinnen Rio Takizawa und Moemi Ishibuchi geschenkt. Dafür müssen sie jetzt für uns halt etwas mehr laufen (lacht).

Sie haben auch Kontakt zu einigen Legenden des 1. FC Köln. Welche sind das?

Mit Toni Polster bin ich häufiger im Austausch und wir waren auch schon zusammen im Skiurlaub. Mit Alfons Higl bin ich natürlich immer noch befreundet und habe dadurch auch Kontakt zu seinem Sohn Felix, der aktuell bei Greuther Fürth spielt. Von Toni Schumacher habe ich seine Handschuhe von seinem letzten Spiel für den „Effzeh“ bekommen. Leider sehe ich einige Größen des Vereins aufgrund des Spielbetriebs selten. Aber in der Winterpause haben wir vielleicht wieder ein Treffen.

Sie sollen auch einige wertvolle FC-Fan-Utensilien besitzen. Was können Sie da beispielsweise ihr Eigen nennen?

Ich habe ein Trikot des früh verstorbenen Maurice Banach. Zudem bin ich stolz auf eine schneeweiße Gipsfigur von „Hennes“, dem Geißbock und Maskottchen. Der steht manchmal im Garten und ist eine große Rarität. Ich glaube, davon gibt es nur 17 Stück oder so. Die Handschuhe von Toni Schumacher sind auch super.

Haben Sie am 11.11., aus Verbindung zum „Effzeh“, denn auch Karneval gefeiert?

Nein, so verrückt bin ich auch wieder nicht. Am 11.11. haben wir hier in Sand trainiert.

Wie schätzen Sie die Chancen ihres Teams gegen den Erstligisten aus der Domstadt am Sonntag ein?

Es wird ein Spiel, in dem wir nichts zu verlieren haben. Wenn der Gegner uns unterschätzt, haben wir sicher eine Chance. Alle Frauen sind fit und brennen auf eine Pokalüberraschung. Wir werden sehen, wie weit wir noch von der ersten Liga weg sind.

Das Gespräch führte Janosch Lübke.

Zur Person

Alexander Fischinger wurde in Triberg geboren und spielte in seiner aktiven Zeit für den FC Schonach. Er trainierte die Frauen des SC Sand bereits in der Saison 2015/2016 und für vier Spieltage zum Abschluss der Saison 2020/2021. Im Sommer 2021 verließ er Sand wieder, um die Herren des FC Schonach zu trainieren. Schon im August trat er in Schonach jedoch überraschend zurück und ist ab November 2021  wieder Trainer des SC Sand. Mit dem DFB-Pokal hat er gute Erfahrungen: 2016 führte er die Sander Frauen ins Finale, das gegen den VfL Wolfsburg verloren ging.