Seit 75 Jahren besteht der Männergesangsverein „Bergecho“ Wolfach. Zu diesem Anlass veranstaltete der Chor ein Konzert in der Festhalle.
Vor großem Publikum feierte der Männergesangsverein „Bergecho“ St. Roman am Sonntag in der Festhalle sein 75-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „75 Jahre und kein bisschen leise“ präsentierte sich der Chor mit einer abwechslungsreichen Genre-Mischung und nahm die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Zeiten, Länder und Stilrichtungen.
75 Jahre Vereinsgeschichte seien eine stolze Zahl, betonte Vorsitzender Michael Münchenbach bei der Begrüßung. Mitgestaltet wurde das Konzert von zwei befreundeten Vereinen: dem Männerchor „Harmonie“ Kreuzlingen aus Wolfachs Partnerstadt sowie dem Gesangverein „Frohsinn“ Kaltbrunn.
Bereits mit dem ersten Stück zog der MGV das Publikum in seinen Bann. Mit „Sonntagmorgen in den Bergen“ zeichneten die Sänger ein stimmungsvolles Bild von alpiner Idylle. Durch das Programm führten Florian und Robin Haas, die das Lied „Mir im Süden“ allen Badnern widmeten – und „allen, die es noch werden wollen“. Eine wehende badische Flagge aus den Reihen der Sänger verlieh der Hymne eine zusätzliche optische Note.
Zu den Höhepunkten zählt der „Kriminaltango“
Für einen Höhepunkt sorgte der MGV mit dem „Kriminaltango“. Unter Leitung von Dirigent Jürgen Jäger und mit Klavierbegleitung von Robin Haas wurde das Stück mit einer kleinen szenischen Darstellung ergänzt: Zwei zwielichtige Kartenspieler, eine Whiskeyflasche und ein dramatischer Schuss sorgten für zusätzliche Spannung. Kraftvoller Chorklang und komplexe Mehrstimmigkeit belohnte das Publikum mit begeistertem Applaus.
Der Männerchor „Harmonie“ Kreuzlingen präsentierte sich unter der Leitung von Michael Stadtherr rein a cappella und international. Die Schweizer nahmen das Publikum musikalisch und sprachlich mit auf eine Reise durch ihr Land: vom italienischen Volkslied „Quel mazzolin di fiori“ über das französische „Le vieux chalet“ bis hin zu deutschsprachigen Stücken mit skurrilem und humorvollem Einschlag wie „Blauer Mond“ oder „Der alte Marabu“.
Vorsitzender Xaver Dahinden gratulierte dem Jubilar und überbrachte Wein vom stadteigenen Kreuzlinger Weinberg. Die Verbindung der beiden Städte sei seit Jahrzehnten von Herzlichkeit geprägt, so Dahinden.
Gesangsverein „Frohsinn“ präsentierte Schlager wie auch Popmusik
Mit dem Gesangverein „Frohsinn“ Kaltbrunn stand schließlich ein gemischter Chor auf der Bühne. Unter der Leitung von Klara Mäntele und mit Andreas Hauer am Klavier erklangen englische, deutsche und gospelhafte Töne. Bei „Oh happy day“ glänzte Linda Schenk mit einem Solo. Über Schlager wie „Ich war noch niemals in New York“ und „Träume sind stärker“ ging es bis zur Popmusik mit „Thank you for the music“.
Vorsitzender Anton Waltisberg überreichte Glückwünsche und eine Spende zur Notenbeschaffung. Mit der Zugabe „Komm, wir ziehen in den Frieden“ schlug der Chor einen Bogen zur aktuellen Weltlage.
Zum fulminanten Finale des insgesamt vollauf gelungenen Konzerts kehrten die Jubilare nochmals mit großer Motivation auf die Bühne zurück. Mit „Rock Me“, „Die Männer sind doch schon die Liebe wert“ und dem schwungvollen „Dschingis Khan“ samt kleiner Choreographie begeisterte der Männergesangsverein das Publikum erneut. Nach anhaltendem Applaus durfte auch eine Zugabe nicht fehlen: Mit dem „Chinesenmarsch“ blieb der Chor im asiatischen Raum.
Der MGV erhielt eine Spende zur Notenbeschaffung
Im Anschluss an den offiziellen Veranstaltungsteil klang das Jubiläum bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie einer Fotoshow aus der Vereinsgeschichte in geselliger Runde aus.
Glückwünsche und Ehrungen
Glückwünsche seitens der Stadt überbrachte Bürgermeister Thomas Geppert. In der heutigen Zeit mit einer solchen Mitgliederstärke dauerhaft bestehen zu können, sei eine beachtliche Leistung. Der Gesangsverein habe sich einen guten Namen gemacht und bereichere zahlreiche Feste und Veranstaltungen musikalisch, so Geppert. Der Bürgermeister überreichte dem Vorsitzenden ein Präsent sowie eine Spende. Auch Chorverbandspräsident Thomas Schenk vom Verband Kinzigtal gratulierte zu dem Vereinsjubiläum. 75 Jahre Vereinsleben bedeuteten ebenso 75 Jahre Kameradschaft und Freude am gemeinsamen Singen. Schenk ehrte Michael Münchenbach für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft; Vizedirigent Klaus Dieterle erhielt eine Auszeichnung für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit. Münchenbach überreichte zudem Präsente an die drei Dirigenten der beteiligten Chöre.