Historischer Moment für Schabenhausen. Unser Archivbild aus dem Jahr 1971 zeigt (von links) Landrat Josef Astfäller, Bürgermeister Johann Wälde und Otto Sieber bei der Vertragsunterzeichnung. Quelle: Unbekannt

Seit 50 Jahren ist die früher selbstständige Gemeinde Schabenhausen ein Ortsteil der Gesamtgemeinde Niedereschach.

Niedereschach-Schabenhausen - Schabenhausen war die erste damals selbstständige Gemeinde, die sich bereits 1971 dazu entschlossen hatte, sich im Zuge der vom Land Baden-Württemberg angestoßenen Gemeindegebietsreform der Gemeinde Niedereschach anzuschließen.

Erst 1973 fasste auch die damals ebenfalls selbstständige Gemeinde Kappel den Beschluss sich nach Niedereschach eingemeinden zu lassen. In Fischbach fiel dieselbe Entscheidung "auf den letzten Drücker" erst 1974 nach vielen oft sehr emotionalen Diskussionen in der Kommunalpolitik und auch bei den Bürgern. Dieses Thema führte teilweise zu langen anhaltenden Zerwürfnissen in vielen Bereichen, die bis in so manche Familie reichten.

Bürgermeister Johann Wälde unterschreibt Vertrag

In Schabenhausen lief das sehr viel ruhiger ab. Genau vor 50 Jahren, am 1. Dezember 1971, wurde die Eingliederung der damals noch selbstständigen Gemeinde Schabenhausen, als erster Ortsteil der heutigen Gesamtgemeinde Niedereschach, vollzogen. Nach einer Bürgeranhörung am 14. November 1971 hat der Schabenhausener Gemeinderat in seiner Sitzung am 23. November 1971 den damaligen Bürgermeister Johann Wälde beauftragt, den zuvor ausgehandelten Eingemeindungsvertrag zu unterzeichnen. Damit konnte die Eingliederung zum 1. Dezember 1971 erfolgen. Zuvor waren als Alternativen auch die Gemeinde Königsfeld und die Stadt Villingen in der Diskussion.

"Heute, ein halbes Jahrhundert später, glauben wir sagen zu dürfen, dass die damals von den Bürgern und den politisch Verantwortlichen in Schabenhausen getroffene Entscheidung, sich nach Niedereschach zu orientieren, richtig war", betonte Bürgermeister Martin Ragg dieser Tage mit Blick auf das 50-jährige Bestehen der Eingemeindung.

Von der Fusion profitiert

Sowohl Niedereschach als auch Schabenhausen haben aus seiner Sicht von der Fusion profitiert und sich, ganz so wie sich das die Väter der Eingemeindung gewünscht haben, zu einer bestens harmonierenden Einheit zusammengefunden.

Der Ortsteil Schabenhausen sei heute ein unverzichtbarer Teil der Gesamtgemeinde Niedereschach. "Wir danken allen und nennen hier stellvertretend Bürgermeister a. D. Otto Sieber sowie den, vor eineinhalb Jahren verstorbenen, ersten Schabenhausener Ortsvorsteher, Walter Grießhaber, die mit dazu beigetragen haben, dass diese Gemeindeehe auch nach nunmehr 50 Jahren so gut funktioniert und wir die anstehenden Herausforderungen gemeinsam sowie mit Zuversicht angehen dürfen", so Ragg in seinem Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre.

Info: Reformgesetz

Die Gemeindereformgesetzgebung der Jahre 1967 bis 1974 des Landes Baden-Württemberg, bedeutete auch für den "Hintervillinger Raum" tiefgreifende Veränderungen in Struktur und Grenzen der Gemeinden, die zuvor jahrhundertelang Bestand gehabt hatten.

Landesweit waren aus den am 1. Januar 1968 bestehenden 3379 Gemeinden nur noch 1110 Gemeinden in 460 Verwaltungsräumen übrig geblieben. Aus den vormals selbstständigen Gemeinden Niedereschach, Schabenhausen, Kappel und Fischbach wurde damals die neue Einheitsgemeinde Niedereschach als Teil des Verwaltungsraumes Villingen-Schwenningen.

Für die Teilorte neben dem Hauptort Niedereschach wurde die Ortschaftsratsverfassung vereinbart. Mit der Gemeindegebietsreformgesetzgebung zielte die damalige Landesregierung der großen Koalition aus CDU und SPD und die Mehrheit des Landtags von Baden-Württemberg ab 1966 auf eine Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden und die Neuordnung im Stadt-Umland ab.