Wechsel vom Württembergischen in den Badischen Fußballverband: Pierre Burow wird in der neuen Saison Trainer der abstiegsgefährdeten SG Nagold-Platte.
Trainerwechsel zwischen dem württembergischen und dem badischen Fußball-Teil des Landkreises Calw sind höchst selten. Nun vollzieht Pierre Burow diesen Schritt. Der 39-Jährige, der vergangene Saison noch Spielertainer beim TSV Neuhengstett war, geht zur SG Nagold-Platte. Er wird den Zusammenschluss des SV Bad Liebenzell und des TSV Schwarzenberg zur neuen Saison übernehmen.
Bislang hatte es nie gepasst
„Ja, es gibt diese unsichtbare Grenze und die Vereine schauen jeweils in eine andere Richtung“, sagt Burow im Gespräch mit unserer Redaktion über den ungewöhnlichen Wechsel hinüber in den Badischen Fußballverband. Wirklich ungewöhnlich ist der dann aber doch nicht – denn Burow, der zuvor auch bei der SG Oberreichenbach/Würzbach aktiv war, lebt inzwischen in Schwarzenberg. „Naheliegend, das jetzt zu machen. Ich wurde auch schon mehrfach mit der SG Nagold-Platte in Verbindung gebracht. Es hatte aber nie gepasst“, meint Burow. Zwar habe es auch Anfragen aus Württemberg gegeben, das wäre dann aber mit „zu viel Fahrerei verbunden“ gewesen, wie er sagt.
Doch auch wenn Burow in Schwarzenberg lebt: Die meisten Gegner, die kommende Saison mit der SG Nagold-Platte auf ihn zukommen, sind ihm noch weitgehend unbekannt. Schon jetzt erkundet er daher den Fußballkreis Pforzheim. „Ich bin jeden Sonntag irgendwo auf dem Sportplatz, um mich vorzubereiten. Sportplätze, auf denen ich noch nie war. Da muss ich immer mit Google Maps hinfahren“, lacht der 39-Jährige.
Bislang ist Peter Sieben Trainer der SG Nagold-Platte, die in der Kreisliga Pforzheim mit nur drei Siegen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz steht. Der Abstieg scheint kaum mehr vermeidbar. „Beide Seiten haben sich darauf verständigt, dass neue Impulse notwendig sind“, heißt es in einer Pressemitteilung der SG Nagold-Platte über den Abschied von Sieben, der künftig in Pforzheim den SV Huchenfeld trainieren wird.
Wieder als Spielertrainer?
Ob Burow bei der SG Nagold-Platte wie zuletzt in Neuhengstett Spielertrainer sein wird oder einfach nur an der Seitenlinie steht, ist noch nicht klar. „Ich habe tatsächlich vor, wieder auf dem Platz zu stehen. Aber das ist auch abhängig davon, welche Spieler mir zur Verfügung stehen werden. Ich fühle mich fit. Das Jahr Pause hat mir gut getan“, meint Burow und lacht: „Die Frage ist natürlich, ob man wirklich mit 39 wieder anfangen muss. Aber so ist das, wenn die Leidenschaft so groß ist.“
Und noch eine andere Sache treibt den Wahl-Schwarzenberger an: Sein Sohn ist jetzt zwei Jahre alt und wird auf absehbare Zeit wohl selbst mit dem Fußball spielen beim TSV Schwarzenberg anfangen. Und dann wäre der Papa so gerne auch sein Bambini- oder F-Jugend-Trainer.