Die Lateinschule in Wildberg hat eine Art Anhängsel. Das wird nun von der Stadt gekauft. Foto: Jansen

Direkt an der Lateinschule Wildberg angebaut wurde das Haus „Am Schlossgraben 7“. Das kauft nun die Stadt per Vorkaufsrecht. Das sind die Gründe.

Altehrwürdig ragt die alte Lateinschule in Wildberg am Schlossgraben in die Höhe, regelrecht traditionell mit ihrem Fachwerkstil und der Geschichte, die – zumindest urkundlich – bereits Mitte des 16. Jahrhunderts beginnt. Direkt daneben, ohne jede Lücke: Das Gebäude Am Schlossgraben 7. Das nimmt sich neben dem imposanten historischen Gebäude eher schlicht aus. Nun kauft es die Stadt per Vorkaufsrecht.

 

Die alte Lateinschule ist bereits in städtischer Hand. Im vergangenen Jahr, im November, wurde das direkt daneben liegende und angrenzende Gebäude Nummer 7 für 110.000 Euro verkauft. Der Käufer muss nun auf das Grundstück verzichten – denn die Stadt hat sich entschieden, das Gebäude selbst zu kaufen.

Lateinschule Raum geben und weiterentwickeln

„Es dient dem Wohl der Allgemeinheit“, erläuterte Bauamtsleiter Till Brieger im Gemeinderat. Denn die alte Lateinschule ist stadtbildprägend, mit dem Kauf besteht nun die Möglichkeit, „ihr Raum zu geben und weiterentwickeln zu können.“ Für das sanierungsbedürftige Gebäude Nummer 7 bedeutet das dann wohl den Abriss.

Außerdem liegt das Grundstück im Sanierungsgebiet – damit wäre der Grunderwerb sogar förderfähig, erläuterte Brieger.

Wird ein Gebäude in der Stadt verkauft, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Das heißt: Das Gebäude wird verkauft. Der Kaufvertrag steht, alles ist unter Dach und Fach. Dann kann die Stadt von ihrem Recht Gebrauch machen, das Gebäude zum ausgemachten Kaufpreis zu erwerben. So geschehen jetzt in Wildberg.

Die Stadträte sprachen sich dafür aus. David Mogler (SPD) erklärte, er habe einmal einen Stadtführerlehrgang gemacht. „Und da war immer die Bedeutung der alten Lateinschule für Wildberg Thema“, betonte er. Auch Gerhard Ostertag (CDU) meinte zum Vorkauf: „Das Gebäude ist letztendlich ein Fixpunkt für die Weiterentwicklung am Schlossgraben.“ So könne die Lateinschule erhalten werden, aber auch die Weiterentwicklung im Schlossgraben und Schlossbereich werde dadurch begünstigt.

Das Objekt der Wahl: Am Schlossgraben 7 in Wildberg Foto: Jansen

Stadtrat Erhard Schulz (Freie Wähler) merkte an: „Man grätscht da jemand in seine Pläne rein“, aber „ wir haben eigentlich keine andere Wahl.“ Auch er betonte, dass die Lateinschule ein „ein stadtbildprägendes Gebäude“ sei, um das man sich kurz oder mittelfristig kümmern müsse.

Seitens der Stadt war im Vorfeld noch geprüft worden, ob das ganze überhaupt 110.000 Euro wert ist. „Aufgrund des schlechten Zustands waren wir uns unsicher, ob dieser Kaufpreis überhaupt statthaft ist“, erklärte Brieger. Doch tatsächlich: Ein Gutachten ergab etwa 100.000 Euro an Wert, also nahe dem Kaufpreis.

Beschluss mit zwei Gegenstimmen

Der Gemeinderat stimmte mit zwei Gegenstimmen dafür, das Vorkaufsrecht in Anspruch zu nehmen.