Von Top Gun bis New Space – die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg bot in Villingen-Schwenningen eine Bühne für den Zukunftsmarkt Luft- und Raumfahrt.
Raumfahrt ist längst kein fernes Abenteuer mehr, sondern ein rasant wachsender neuer Marktbereich. Und mittendrin ist die Region.
Welche Chancen sich dabei eröffnen, haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, der Technologieverbund Technology-Mountains, das Automotive-Netzwerk „AuToS SW-BW“ und die Hochschule Furtwangen (HFU) gemeinsam in einer Fachveranstaltung gezeigt.
Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik kamen ins Haus der Wirtschaft, um sich zum Thema „Zulieferer im Orbit – Chancen in der Luft- und Raumfahrt“ auszutauschen. Sie erlebten laut Mitteilung der IHK einen Abend voller Impulse und Praxisbeispiele und nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken.
Präzision und Qualität
„Unsere Zulieferer bringen genau die Fachexpertise und das Know-how mit, das in diesem zunehmend privatisierten Zukunftsraum gefragt ist. Wer heute schon Präzision und Qualität liefert, hat alle Voraussetzungen, um auch im Orbit relevant zu sein“, betonte Marvin Lehmann, Referent für Innovation und Technologie bei der IHK.
Den Start bei der Veranstaltung machte die ESA-Reserve-Astronautin Nicola Winter mit einer inspirierenden Keynote. Die ehemalige Kampfpilotin zeigte eindrucksvoll, wie sich die Branche entwickelt und welche Chancen sich für mittelständische Zulieferer eröffnen.
Besonders deutlich wurde das Marktpotenzial in ihrem Hinweis: „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Satelliten explodiert – und ein Großteil davon befindet sich inzwischen in privater Hand. Der Orbit ist heute fast privatwirtschaftlich geprägt. Das eröffnet enorme Chancen für Unternehmen, die sich jetzt positionieren.“
Wie der Einstieg gelingt, demonstrierten zwei Unternehmen, die in den jeweiligen Branchen bereits aktiv sind: Die Freyer GmbH & Co. KG aus Tuningen gab Einblicke in 50 Jahre Raumfahrt-Zulieferung für Projekte wie Galileo oder das James-Webb-Teleskop. Die Robert Hofmann GmbH aus Lichtenfels zeigte den Weg vom Automotive-Prototypenlieferanten zum zertifizierten Luftfahrt-Serienfertiger.
Hier entstehen Synergien
Die wissenschaftliche Perspektive brachte die Hochschule Furtwangen ein. Frank Allmendinger und Bahman Azarhoushang stellten Technologien vor, die beide Branchen auch mit der Hochschule verbinden. „Genau hier entstehen Synergien, die Innovation antreiben“, so Allmendinger.
In der Podiumsdiskussion „Zulieferer im Orbit – Chancen und Herausforderungen für die regionale Wirtschaft“ wurde deutlich: Der Weg ins All sei anspruchsvoll, aber machbar. „Die Luft- und Raumfahrt eröffnet enorme Chancen für unsere Mitglieder. Mit dieser Veranstaltung haben wir gezeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig Netzwerke zu knüpfen und Kompetenzen zu bündeln. Wer Innovation lebt, kann auch im Orbit eine Rolle spielen – und genau dafür steht Technology Mountains“, so Alfons Dehé, Vorstandsvorsitzender des Technology-Mountains-Vereins.
Zukunft für die Region
Das Thema Luft- und Raumfahrt mit ihren Chancen endet nicht mit dieser Veranstaltung. Die IHK wird gemeinsam mit den Partnern weiter daran arbeiten, diese Branche Unternehmen aufzuzeigen und bereits bestehende Expertise zu vernetzen. Forschung, Praxis und Netzwerk sollen künftig noch enger verzahnt werden: eine echte Zukunftsstrategie für die Region.