Der Mahlberger Musikverein begeisterte die Zuhörer mit eindrucksvollen Klängen. Foto: Decoux

Das Mahlberger Orchester bot bei seinem Frühjahrskonzert in der ausverkauften Stadthalle rhythmische Ausflüge. Das Publikum dankte mit lautem Beifall.

Eine ausverkaufte Halle, gespannte Erwartung und ein Programm voller Klangfarben: Das Frühjahrskonzert des Musikvereins entführte das Publikum auf eine eindrucksvolle musikalische Reise. Von der Magie keltischer Musik, traditionellen irischem Gesang bis hin zu einer aufwendig inszenierten Hommage an Hamburg bot der Abend ein abwechslungsreiches und emotionales Konzerterlebnis.

 

Unter der Leitung von Dirigentin Melanie Huber hatte sich das Orchester mit großem Engagement auf den Konzertabend vorbereitet. „Ihre Begeisterung war ansteckend – Probe für Probe“, betonte die Vorsitzende Daniela Weber bei der Begrüßung. Souverän und charmant führte Sibylle Kessler durch das Programm. Bereits mit dem schwungvollen Auftakt „Joyride“ stellte das Ensemble eindrucksvoll den Klangreichtum der sinfonischen Blasmusik unter Beweis.

Colette Küntzler (von links) und Sybille Kessler wurden von der Vorsitzenden Daniela Weber geehrt. Foto: Decoux

Ein erster Höhepunkt führte das Publikum nach Mittelerde: Mit „The Lord of the Rings“ wurde insbesondere der Zauberer Gandalf als Hoffnungsträger musikalisch gewürdigt. Im Anschluss eröffnete die Klangreise „Hamburg – Das Tor zur Welt“ ein besonders eindrucksvolles Kapitel, das die Hansestadt musikalisch würdigte und ihre Geschichte erlebbar machte. Unterstützt von David Blasen am Akkordeon, welches das Musikstück vollkommen machte, entstand ein vielschichtiges musikalisches Panorama: Die zwölf Glockenschläge des „Michel“, die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, die Blütezeit der Hanse im Mittelalter sowie die Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts wurden ebenso hörbar, wie Aufbruchsstimmung und Lebensfreude in der Nachkriegszeit, der Kampf gegen die Fluten und das pulsierende Nachtleben auf St. Pauli. Eindrucksvolle Bildprojektionen auf der Leinwand verstärkten die Wirkung zusätzlich, während sogar das bekannte Intro der „Tagesthemen“ musikalisch aufgegriffen wurde.

Nach einem Abstecher in verträumte Klangwelten mit „Dreams“ setzte sich die Reise in Richtung Schottland fort. „Song for the Highlands“ beeindruckte dabei insbesondere durch ein ausdrucksstarkes Englischhorn-Solo von Anne Métayer. Besondere Akzente setzten die Gastauftritte: Die Geschwister Katja Schneider und Doris Suhm, begleitet von Fintan Lucy an der Gitarre, präsentierten mit „The West’s Awake“ ein eigens für das Konzert arrangiertes irisches Lied. Die kraftvolle Botschaft, aus sich selbst Stärke zu schöpfen, wurde mit großer stimmlicher Intensität transportiert.

Zum Abschluss spielten die Musiker „Amazing Grace“

Die gesamte Bandbreite irischer Musik spiegelte sich zudem in „The Amazing Sound of Ireland“ wider – mit original Flöte aus Irland, schwungvollen Melodien und beeindruckender rhythmischer Präzision. Für besondere Effekte sorgte ein Schlagzeugsolo von Daniel Beck, Dominik Hug, Sabine Jäger, Momo Krause, Joel Obergföll und Martin Vögele, die mit Schlagwerk zum Teil synchron auf einer Holzplatte (Tapeziertisch) spielten.

Mit dem ruhigen Stück „Celtic Crest“ verabschiedete sich das Orchester zunächst, doch das Publikum dankte mit lautem Beifall und forderte Zugaben. Wurde im vergangenen Jahr noch zum Tanzen animiert, so wählte man diesmal bewusst einen ruhigen Ausklang: Bei „Amazing Grace“ wurde das Publikum eingeladen, summend Teil des musikalischen Moments zu werden.

Abgerundet wurde der Abend durch eine Kunstausstellung im Foyer, in der Katja Schneider eindrucksvolle Irland-Motive präsentierte.

Info – Ehrungen

Ein besonderer Moment des Abend galt zwei Frauen, die seit vielen Jahren ein Teil des Vereins sind: Sibylle Kessler und Colette Küntzler wurden für ihre 40-jährige aktive Musikertätigkeit zu Ehrenmusikerinnen ernannt.