Es ist geschafft. Das Ziel Wasserburg ist erreicht. Foto: Frey

Bulldog-Fan Claus Frey aus Schwarzenberg hat ein Strahlen im Gesicht, wenn er von seiner jüngsten großen Tour mit seinem Lanz-Bulldog erzählt. Dies hat verschiedene Gründe, doch von einem erzählt er erst später.

Baiersbronn-Schwarzenberg - Anlässlich eines besonderen Jubiläums – der erste Lanz- Bulldog war 1921 produziert worden – reiste Frey mit einer Gruppe bayerischer Freunde an das Grab des Erfinders Fritz Huber in Wasserburg am Inn. Mit dabei war auch der Vorstand der Lanz-Freunde Bayern, Christian Soller. Dabei versteht es sich fast von selbst, dass Frey mit seinem Lanz-Bulldog anreiste.

"Fritz Huber hat damals bei den Lanz-Werken in Mannheim gearbeitet, er stammte aus Wasserburg am Inn und pendelte von dort aus nach Mannheim", erzählt Claus Frey. Huber habe den ersten Lanz-Bulldog erfunden, so hieß der damalige Prototyp, ein Rohölschlepper der weltweit einmalig gewesen sei. "Daher stammt auch der Ausdruck Bulldog, der mittlerweile im Schwäbischen ein fester Begriff für alle Arten von Traktoren ist", erklärt Frey. Es gebe aber in Wirklichkeit nur einen echten Bulldog, den Lanz-Bulldog, diesen habe Fritz Huber vor 100 Jahren erfunden. Zu Ehren des Erfinders sei die Idee entstanden, an sein Grab nach Wasserburg am Inn zu fahren und das nicht etwa mit dem Auto, sondern standesgemäß mit historischen Traktoren.

Hochzeitsreise mit dem Lanz-Bulldog

"Von Schwarzenberg aus waren es hin und zurück rund 920 Kilometer", so Frey. Sie hätten diese Strecke in mehreren Tagen zurückgelegt und seien auf einem Teil des Wegs von den bayerischen Lanz-Freunden begleitet worden. Die Gedächtnisfahrt für Fritz Huber erfolgte mit insgesamt sechs Schleppern. "Wir wollten eigentlich noch eine größere Aktion starten, aber wegen Corona fand sie dann doch nur in einem etwas kleineren Rahmen statt", erzählt Frey.

Dann verrät er auch den Grund für sein Strahlen, das er am Beginn des Gesprächs auf den Lippen hatte. "Nicht nur die Gedächtnisfahrt war ein super Erlebnis, sagt er. Die Hochzeit mit seiner nun frisch angetrauten Frau Connie sei der Höhepunkt der Urlaubsfahrt gewesen, schwärmt er. "Wir haben sozusagen gleich auch die Hochzeitsreise mit dem Lanz-Bulldog gemacht, das war echt toll", stellt Frey fest.

Seine Frau ist ebenfalls ein großer Bulldog-Fan und teilt das Hobby ihres Mannes seit vielen Jahren. "Ich fahre immer gerne mit. Selbst fahren ist nicht mein Ding. Aber ich schätze die Kameradschaft und die Geselligkeit der Bulldog-Freunde", sagt Connie Frey. Einkehren und gute Gespräche dürfen dabei nicht fehlen. An der letzten Ruhestätte des Erfinders, der 1942 in einem Ehrengrab in Wasserburg beigesetzt wurde, gab es dann eine Gedenkminute und ein Blumengesteck für Fritz Huber.

"Das war eine tolle Erfahrung, wir haben es schon anders erlebt"

Mit rund 35 Kilometern pro Stunde machte sich der gemütliche Tross dann auf den Heimweg. "Diesmal waren die Leute sehr freundlich, hatten es nicht eilig und winkten uns sogar zu. Das war eine tolle Erfahrung, wir haben es schon anders erlebt", erzählt Claus Frey. So langsam durch die Gegend zu fahren, sei einfach entschleunigend. So sehe man auch deutlich mehr von der schönen Landschaft. Mindestens einmal pro Jahr gehen Connie und Claus Frey mit ihrem aus dem Jahr 1950 stammenden Lanz-Bulldog auf große Fahrt und verbinden dies meistens mit dem Jahresurlaub.

"Diesmal hatten wir sogar einen Anhänger dabei, nicht nur, um die Fritz-Huber-Gedächtnisfahrt auf einer großen Tafel am Ende des Hängers anzuzeigen, sondern auch, um das Brautkleid zu transportieren", lacht Frey. Er plant schon wieder die nächste Ausfahrt mit einigen Lanz-Bulldog-Freunden.

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