Ein ausgewogen besetzter Chor, der sich auf Klang, Dynamik und Rhythmus versteht. Foto: Silke Hartenstein

Von Pink und Willow bis Queen, von Michael Jackson bis Grönemeyer: Der „TannVision-Songcontest“ trieb Chormitglieder und Zuhörer zu sängerischen Höchstleistungen.

Hits aus Rock und Pop, pfiffige Ideen und zum krönenden Abschluss eine ganze Kirche voller Sänger und Sängerinnen: Mit seinem Jahreskonzert „TannVision-Songcontest“ zeigte der Popchor Tannenkirch, wie man Menschen für den Chorgesang begeistert und aus Zuhörern Sänger macht.

 

Festlich gekleidet füllten die 43 Sänger und Sängerinnen die Bühne, die Eurovisions-Fanfare erklang, auf den Plätzen in der an beiden Konzerttagen voll besetzten Kirche lagen Stimmzettel für die fachkundige Jury der Zuhörer.

Zuletzt, anschließend an das Konzert, folgten ein Schnelldurchlauf der 14 Songs und die Ermittlung des Siegertitels über die Dezibelzahl des Applauses. Ohne Unterstützung durch die Technik wäre es schwierig geworden, denn viele Songs ernteten während des Konzerts und auch beim Schnelldurchlauf lautstarken Beifall.

Anders als beim Eurovision Song Contest in Basel schufen hier die mittelalterlichen Fresken über und hinter dem Spitzbogen in der Matthiaskirche ein stimmungsvolles Bühnenbild.

Säger reißen ihr Publikum mit

Anstelle bombastischer Lightshows wurden LED-Kerzen geschwenkt und anstelle europäischer Interpreten, die kaum jemand kennt, begeisterten die Sänger aus Tannenkirch und Umgebung unter Chorleiterin Ulrike Rombach ihr Publikum mit sicherem Rhythmusgefühl, gut umgesetzter Dynamik und homogenem Chorklang.

Mit abwechselnd von den Frauen und den 14 Männern gesungenen Strophen und fülligen vierstimmigen Refrains eröffnete der Popchor das Konzert mit „Cover me with Sunshine“ von Pink und Willow.

Den folgenden, rhythmisch anspruchsvollen Song, „Gute Nachricht“ von Danger Dan mit seinen Stakkato-Passagen meisterte der Chor ebenso souverän wie die bewegende Alltime-Hymne „We are the world“ von Michael Jackson und Lionel Richie.

Gänsehautmoment bei Queen

Zum energievollen Queen-Titel „Don’t stop me now“ schufen sie einen großen Gänsehautmoment beim großen Schlussakkord, sodann überließen die Männer den Frauen die Bühne. In Linedanceformation überzeugten die Sängerinnen mit ihrer zugleich energischen und lässigen Interpretation von Beyoncés Countryhit „Texas hold ’em“.

Singen, quer durch Generationen: Über 40 Sängerinnen und Sänger vereint der Popchor Tannenkirch. Foto: Silke Hartenstein

Bei Herbert Grönemeyers „Mambo“ löste sich der Chor von den Notenmappen und besang tanzend Bochums Parkwahnsinn. Singer-Songwriter-Klassiker und mitreißende Pophymnen wie „You ’re the voice“ von John Farnharm kamen gut an.

Den Vogel schoss der Chor jedoch ab mit Nazareths herzzerreißendem Liebeskummerhit „Love hurts“ samt sauberem Rhythmusgesang der Männer als Unterlegung der gefühlvollen Melodieführung der hellen Frauenstimmen. Hier deutete der große Applaus bereits an, welches der Siegertitel des Samstagabends sein würde.

Die Zuhörer zum Singen gebracht

Mit einem schönen E-Gitarrensolo bereicherte Stefan Graewe „Stings“ Ballade „Fields of Gold“, überhaupt trugen die „Valentines“, neben Graewe Rainer Lenz am E-Piano, mit ihrem kongenialen Spiel stark zum gelungenen Konzertabend bei. Nach dem letzten Song und stehenden Ovationen des Publikums beklagte sich Lenz: „Wir haben nur noch vier Akkorde übrig“.

Dass das für eine Vielzahl bekannter Hits völlig ausreicht, zeigte die folgende Aufgabe für das Publikum: Mit Vergnügen folgten die Zuhörer der Aufforderung, in kleinen Gruppen und verstärkt durch die Chorsänger den jeweiligen Song auf ihren Stimmzetteln zu singen.

Hörbar größten Spaß machte ihnen dabei „Ein Bett im Kornfeld“ des Königs von Mallorca Jürgen Drews. Und zuletzt füllte der mit 101 Dezibel starkem Applaus gekürte Siegersong „Love hurts“ nochmals die Kirche.