Eltern, Großeltern und weitere Interessierte schauten sich die Neuheiten in der Grundschule an. Foto: Bohnert-Seidel

Mit großem Einsatz aus der Dorfgemeinschaft wurde die Bildungseinrichtung in Schuttern zu einem lebendigen Lernort umgebaut.

Die Grundschule in Schuttern lud mit Außenstellenleiterin Sabine Knobel zur Vernissage ein. Überaus begeistert und dankbar ist Rektor Oliver Bensch, der am Samstag zur Eröffnung betonte: „Wir stehen heute hier inmitten von fantastischen Ergebnissen. Unsere Schule wurde nicht nur verschönert, sie wurde belebt.“ Die Hauptakteure des Schaffens an einem Ort, an dem sich die Kinder wohlfühlen, waren die Kinder selbst. Wiederum erklärte Bensch: „Dieses Projekt hat mir einmal mehr gezeigt: Bildung gelingt dann, wenn sie nicht nur im Kopf, sondern im Herzen stattfindet. So stelle ich mir eine Schule vor. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, anpacken und gemeinsam etwas Bleibendes schaffen.“ Neben den Kindern, Lehrkräften, vielen Eltern haben auch Menschen aus dem Ort die Schule unterstützt.

 

Im Gespräch mit der Lahrer Zeitung erinnert Knobel an das Jahr 2024, als die Kinder an der Grundschule mit Hammer und Nagel ein Muttertagsbild gestalten wollten. „Schnell stellten wir fest, dass wir weder über Hammer noch Nägel verfügten“, so Knobel.

Mit After-Work-Party wurde in Schuttern Geld für Werkstatt gesammelt

Mit Ortsvorsteher Jürgen Silberer hatte sie schnell einen Unterstützer. Aus dem Boden gestampft wurde von ihm unter Mitwirkung vieler Ehrenamtlicher eine After-Work-Party bei Stefan Baumert an der Rampe. Alle Einnahmen – 3000 Euro insgesamt – sollten der Einrichtung einer Werkstatt mit Werkbänken zugeführt werden. Stefan Buttenmüller unterstützte ebenfalls großzügig. Mit der Umsetzung und Einrichtung eines Werkraums gewann das jahrgangsgemischte Konzept an der Schule noch mehr Struktur. Die Lehrer besuchten außerdem Fortbildungen.

Auf dem Gelände draußen entstand ein Barfußpfad. Kurzerhand rollte Simon Greiner mit einem Bagger an, hob den Weg aus und gestaltete ihn gemeinsam mit Ehefrau Florentine. Matthias und Miriam Greiner gestalteten für alle Klassenzimmer Holzbänke, 32 an der Zahl. Kurt Stiefel schenkte 1500 Euro, was den finanziellen Spielraum erweiterte.

Foto: Bohnert-Seidel

Für Ortsvorsteher Silberer ist mit der Vernissage und der kunterbunten Gestaltung der Schule das „schönste, moderne Museum“ im Ort entstanden, das einzig und allein die Handschrift der Schüler trage. Unverwechselbar spreche aus den Werken der eigene Entdeckungsdrang der Kinder, die Entdeckung eigener Talente und die Freude über den klassischen Unterricht hinauszudenken.

Ohne die Unterstützung der Lehrer, Eltern und vielen Sponsoren wäre dieses Schulprojekt nicht zustande gekommen, dankte Silberer allen. Der Schulhof und das gesamte Gelände präsentiert sich in einem neuen bunten Kleid. Selbst die große Schlange auf dem Schulhof wurde wieder mit einem neuen Gesicht gestaltet. Im Laufe der vergangenen Jahren hat sich das Mosaik am Kopf teilweise verselbstständigt. Die Bilder auf dem Schulhof erhielten ebenfalls einen neuen Anstrich.

„Friedensbrücke“ als Verständigung bei Konflikten

Ein ganz besonderes Projekt zieht außerdem an der Schule ein: die sogenannte Friedensbrücke. Zwei Parteien, die sich uneinig sind, dürfen sich hier Stufe um Stufe im Austausch begegnen. Oben angekommen, steht nur noch die Einigkeit und das gegenseitige Verständnis, was sich auf viele Lebenskreise übertragen ließe, so die Erklärung.

Unterrichtsform

Mit dem Schuljahr 2012/13 ist in Schuttern erstmals jahrgangsgemischter Unterricht praktiziert worden. Mangelnde Schülerzahlen zwangen zu diesem Modell, da in den Folgejahren die Anzahl von zehn Kindern pro Jahrgang nicht überschritten werden sollte. Es ist beim jahrgangsübergreifenden Unterricht geblieben. Nach anfänglichen Zweifeln von Seiten der Eltern überzeugt die Jahrgangsmischung mittlerweile alle Skeptiker. Längst könnte die Schule das herkömmliche Modell wieder einführen. Sabine Knobel betonte: „Wir Lehrer sind von diesem Modell der Jahrgangsmischung überzeugt.“