Stadtgarten und Nagoldufer sollen schöner gestaltet werden. Foto: Rousek

Die Gruppe "Tourismus, Freizeit, Natur" des Arbeitskreis Innenstadt, haben seit dem vergangenen Jahr konferiert, getüftelt und geplant. Herausgekommen sind viele Ideen, wie man den Stadtgarten und das Nagoldufer schöner gestalten könnte.

Calw - Tourismus, Freizeit, Natur – Begriffe, die für die gleichnamige Gruppe im Arbeitskreis Innenstadt immer wichtiger werden. Die aber – sehr zum Bedauern der Mitwirkenden – nicht immer Hand in Hand gehen, wie Isabell Weinlein, Sprecherin der Gruppe, in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte.

 

Ideen um Deckenfabrik zu teuer

Genau das möchte sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern ändern. Um herauszufinden, wo die "Knackpunkte" in Calw überhaupt sind, unternahm die Gruppe einen Rundgang durch die Stadt. Deckenfabrik, Stadtgarten und die Nagold – das waren dabei die Bereiche, die ihrer Ansicht nach das größte Verbesserungspotenzial bergen. Ersteres aber, das hatte sich laut Weinlein recht schnell herauskristallisiert, wäre zu teuer und obendrein zu aufwendig, um es als Arbeitsgruppe anzugehen. Bleiben also Stadtgarten und die Nagold, genauer die Belebung des Ufers derselben.

Stand heute ist die Nagold, die durch Calw fließt, kaum an einer Stelle begehbar. Schade, findet die Arbeitsgruppe. Und möchte Wege finden, um das Flussufer besser zu nutzen. Eine Idee wäre beispielsweise, stellte Weinlein vor, einen Sitzbereich am Ufer unterhalb der Sparkasse. Das wäre ihrer Ansicht nach auch für Menschen schön, die am ZOB ankommen und nicht nur das blanke Ufer sehen, wie es heute vorzufinden ist. Des Weiteren schwebt der Gruppe ein Sportpark vor, im Bereich der alten Reithalle, bei der Walter-Lindner-Sporthalle. Dort gebe es bereits einen winzigen Zugang zur Nagold. In Kombination mit der Sporthalle könnte dort "ein super Sportareal", unter anderem für Stand-Up-Paddling entstehen, schwärmte Weinlein.

Ganzheitlich aufwerten

Den Fokus aber möchte die Arbeitsgruppe auf den Stadtgarten legen. "Wie oft haben wir schon darüber geredet? Wie viele Workshops gab es zu dem Thema schon?", fragte Jürgen Rust, ebenfalls Sprecher, rhetorisch in die Runde. Umso mehr freue er sich darüber, dass man nun an einem Punkt sei, an dem man wirklich etwas bewegen könne. Der Stadtgarten – zu unterscheiden vom Georgenäumsgarten, der direkt hinter dem gleichnamigen Gebäude beginnt – beinhaltet eigentlich ein riesiges Gebiet. Das möchten die Mitglieder der Arbeitsgruppe "ganzheitlich und nachhaltig" aufwerten. Beispielsweise durch Streuobstwiesen, Wiesen mit Frischluft-Wirbeln, einem Teil des Stadtgartens, der als Waldpark gestaltet wird (dicht bewachsen von Bäumen) sowie einem anderen Teil, der von Natur aus weniger dicht bewaldet ist, als Parkwald. Insgesamt, betonte Rust, müssten Ökologie und der Nutzen für die Menschen hierbei im Einklang sein. Für den Georgenäumsgarten hat sich die Gruppe ebenfalls etwas überlegt: ein Naturtheater samt Café und Brunnen.

All diese Ideen kosten natürlich auch Geld. Die rund 1,5 Millionen Euro, die die Arbeitsgruppe in Absprache mit der Stadtverwaltung dafür einkalkuliert hat, könnten aber zu 90 Prozent durch ein entsprechendes Förderprogramm des Bundes getragen werden, stellte Rust in Aussicht. In diesem Fall blieben, auf vier Jahre verteilt, 150.000 Euro für die Stadt Calw übrig. "Die Kleinstadtperle", betonte Rust, könnte durch diese Investition ein Juwel dazubekommen. Wenn der Gemeinderat dem Vorhaben zustimmt.

Gemeinderat ist sich einig

Die Räte jedenfalls zeigten sich begeistert von der Arbeit der Gruppe und davon, was mit "bürgerschaftlichem Engagement in Zusammenarbeit mit der Stadt zu schaffen" sei (Zitat Jürgen Ott, Gemeinsam für Calw). Adrian Hettwer wollte noch wissen, wie die hoch die Kosten für die Pflege des aufgewerteten Stadtgartens ausfallen werden. Doch so weit, räumte Rust ein, sei man noch nicht. Da die Stadtverwaltung aber von Anfang an in die Planungen mit eingebunden war, wisse sie Bescheid.

Auch die Belebung der Nagold schien den Räten zu gefallen. Wenngleich Oberbürgermeister Florian Kling ein begehbares Ufer im Bereich des Brühls wegen des Hochwasserschutzes kritisch sieht. Für den Sportpark hingegen sehe er gute Chancen. Thomas Peter (CDU) geriet angesichts der Pläne regelrecht ins Schwärmen: Die Natur, der Fluss – "alles was wir haben, kann maßgeblich dazu beitragen, dass es immer schöner wird" in Calw. Wie es bei diesen lobenden Worten zu erwarten war, votierte der Gemeinderat einstimmig dafür, das Geld in die Hand zu nehmen, um den Stadtgarten aufzuhübschen, wenn der Förderantrag durchgeht.