Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Der Spittelwiesenweg in Tannheim war im November in großem Maße unterspült und wurde mit Beton saniert. Ursache waren die Bautätigkeiten eines Bibers.
Ein Landwirt habe das verräterisches Loch am Spittelwiesenweg entdeckt, so Ortsvorsteherin Anja Keller im Rahmen der Ortschaftsratssitzung.
Sehr bald wurde die mannshohe Aushöhlung nahe des Wolfsbachs geschalt und am darauffolgenden Tag mit Beton verfüllt. Rund 16 Kubikmeter Beton waren nötig, um den durch den Biber verursachten Schaden zu beheben.
Die Technischen Dienste der Stadt VS führten die Arbeiten aus. Die Maßnahme wurde von der Stadt im Vorfeld mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium abgestimmt und entsprechend genehmigt, so die Pressestelle der Stadt VS. Über die Kosten der Arbeiten, die die Stadt trägt, wurden keine Angaben gemacht.
Bis zu 450 Biber
Die Anzahl der streng geschützten Biber auf dem Gebiet Villingen-Schwenningens könne nur grob geschätzt werden. „Wir gehen von einer Zahl zwischen 250 und 450 Tieren aus“, so Pressesprecherin Madlen Falke.
Das Bibermanagement im Schwarzwald-Baar-Kreis werde durch die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes koordiniert, erklärt Heike Frank, zuständig für Öffentlichkeit des Landratsamtes. In schwerwiegenden Fällen könne zusätzlich der vom Regierungspräsidium Freiburg eingesetzte Biberbeauftragte zur Unterstützung hinzugezogen werden. Wenn beispielsweise Straßen und Wege in geringem Abstand zum Gewässer verlaufen, könne es vorkommen, dass diese von Untergrabungen betroffen sein können.
Biber dürfen nicht bejagt werden, eine gesetzliche Obergrenze der Anzahl von Tieren werde durch die Anforderungen und Möglichkeiten der Standortsituation vorgegeben, so die Kreisverwaltung weiter. Eine maximale Bestandsdichte werde auch durch die Nager selbst reguliert. Angestrebt werde eine Koexistenz von Mensch und Tier, die für beide Seiten eine annehmbare Lösung bedeutet.
Wo Schäden auftreten
Schäden, welche durch Biberaktivität bedingt sind, treten in unterschiedlichen Bereichen wie Landwirtschaft, Gemeinden und Privatpersonen auf. Die Kosten deren Beseitigung können daher nicht beziffert werden. Das Regierungspräsidium Freiburg stellt aber kostenfrei Materialien für den präventiven Schutz gegen Biberverbiss bereit. Diese Materialien sind an verschiedenen Standorten im Landkreis erhältlich.
Nur wenige Tage nach den Reparaturmaßnahmen in Tannheim vermeldete die Stadt beginnende Arbeiten im Schwenninger Moos, die mit dem bis zu 35 Kilogramm schweren Nager in Zusammenhang stehen. In Gewässernähe stehende Bäume werden im Schwenninger Moos mit Drahtmanschetten versehen.
Vor allem durch Dammbauten mit möglicher Überflutung von angrenzenden Flächen macht sich das größte Nagetier Europas bemerkbar. Die Biber sorgen für erhöhte Wasserstände und schaffen ökologisch wertvolle Lebensräume.