Das Krankenhaus-Areal Foto: Thomas Fritsch

Jahr für Jahr fließen viele Millionen Euro in Projekte der Stadt Calw. Wir stellen die fünf größten Brocken für 2026 vor. Die verteilen sich auf vier wesentliche Bereiche des Lebens.

Wer einen Blick auf Calws Finanzen wirft, der weiß: Rosig ist etwas anderes. 2026 kalkuliert die Stadt mit knapp 90,8 Millionen Euro Ausgaben und 85,5 Millionen Euro Einnahmen – also einem Defizit von rund 5,3 Millionen Euro.

 

Ein Defizit, das über die liquiden Mittel, vereinfacht gesagt Calws Sparschwein, ausgeglichen werden soll.

Eine im Grunde prekäre Lage. Trotzdem will die Stadt sich weiterentwickeln – und zudem Bestandsgebäude erhalten.

Wir werfen einen Blick auf die fünf größten Brocken, die im laufenden Jahr investiert werden. David Mogler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters und Wirtschaftsbeauftragter, gibt einen Überblick.

1. Das Krankenhaus-Areal

Unangefochten an der Spitze der größten Investitionen steht interessanterweise eine Investition, die noch gar nicht sicher ist: der Kauf des alten Krankenhaus-Areals.

Bis April soll das Gebäude leer stehen und der Betrieb in der neuen Klinik im Stammheimer Feld aufgenommen werden. Die Stadt möchte in dem rund vier Hektar großen Bereich Wohnbebauung ermöglichen.

Das Krankenhaus-Areal Foto: Thomas Fritsch

Wird das Areal erworben, werden 2026 rund neun Millionen Euro fällig. Der Vertrag mit dem Landkreis, dem bisherigen Besitzer, kann jedoch erst abgeschlossen werden, wenn die Stadt eine Förderung durch das Land bekommt, das in diesem Fall 60 Prozent übernehmen würde. Ohne dieses Geld kann Calw sich den Kauf nicht leisten.

2.Die Gemeindehalle Stammheim

Auf Platz zwei rangiert die Sanierung der Gemeindehalle Stammheim. Von den rund neun Millionen Euro Kosten sind sieben Millionen in 2026 eingeplant. Zuschüsse für das Projekt gibt es in Höhe von 3,55 Millionen Euro.

Die Sanierung hat Ende Juli 2025 begonnen und soll bis September 2026 fertig sein. Der Calwer Gemeinderat beauftragte dafür einen Generalübernehmer zum Festpreis.

Die Gemeindehalle Stammheim Foto: Jana Heer

Im Zuge der Arbeiten werden alle Bereiche auf Vordermann gebracht und bekommen ein eigenes Farbkonzept. Außen wird das Gebäude mit Holz verkleidet. Darüber hinaus bekommt die Halle einen Aufzug sowie einen neuen Eingangsbereich, der sich über zwei Stockwerke zieht.

3. Das Baugebiet Hubäcker

An dritter Stelle rangiert die Erschließung des Baugebiets Hubäcker in Stammheim, oberhalb der Bundesstraße 296 in Richtung Kimmichwiesen und neben den Gänsäckern gelegen.

Bis zu 55 Bauplätze sollen in dem 5,5 Hektar großen Gebiet entstehen, die Gesamtkosten der Erschließung liegen nach Angaben von Mogler bei rund 10,5 Millionen Euro. Vier Millionen Euro davon stehen für 2026 auf der Rechnung.

Das Gebiet Hubäcker Foto: Jana Heer

Im unteren Bereich des Areal sollen Mehrfamilienhäuser entstehen, im oberen Bereich Doppel- und Einfamilienhäuser. Die Zufahrt ist über einen Kreisverkehr an der jetzigen Kreuzung der B 296 und dem Abzweig in den Ort geplant. Mitte des Jahres, so hieß es zuletzt, könnte die Erschließung beginnen. Die wäre dann etwa Ende 2027 fertig.

4. Der Ostflügel der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule

Rang vier in diesem Jahr nimmt der Abschluss der Sanierung des Ostflügels der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule mit 1,7 Millionen Euro in 2026 ein. Die Gesamtkosten liegen bei rund 10,3 Millionen Euro.

Die Realschule Foto: Jana Heer

In knapp zwei Jahren Bauzeit, von November 2023 bis Oktober 2025, wurde bei der Generalsanierung praktisch alles gemacht – etwa die Sanitäranlagen, die Technikräume, die Heizung, die Lüftung, die Fassade, Putz-, Fliesen-, Maler- und Schlosserarbeiten sowie der Brandschutz und ein Aufzugturm.

5. Das Hermann-Hesse-Museum

An fünfter Stelle steht schließlich die Sanierung des Hermann-Hesse-Museums. Für dieses Projekt sind 2026 etwa eine Millionen Euro eingepreist. Die Gesamtkosten liegen bei 7,5 Millionen Euro. Ursprünglich war für das Vorhaben mit 2,85 Millionen Euro kalkuliert worden. Mit der Zeit waren durch Gutachten und Untersuchungen jedoch immer weitere Mängel zu Tage getreten: Schimmel, Schädlinge, Asbest und dergleichen. Hinzu kamen steigende Bau- und Rohstoffpreise, Diskussionen mit dem Denkmalamt und Probleme bei den Vergaben der einzelnen Bauarbeiten.

Das Hesse-Museum Foto: Jana Heer

Im November vergangenen Jahres lag das Budget dann bei rund 7,5 Millionen Euro, als Eröffnungstermin stand der 3. Juni 2027 im Raum. Über die Weihnachtsfeiertage platzte im Gebäude jedoch eine Wasseruhr, etwa 190 000 Liter Wasser flossen in den Keller.

Ob und inwieweit sich der Wasserschaden auf die Kosten auswirkt, stand zunächst nicht fest.