Das ist dank der ersten deutsch-italienischen Kita im Freiburger Stadtteil Brühl nun möglich. In der Kita arbeiten deutsch- und italienisch-sprechende Fachkräfte.
„Spielerisch eine Sprache lernen ist die beste Methode“, ist sich Pietro Falcone, Konsul von Italien in Freiburg, sicher. Er sei besonders erfreut, dass es für die große italienische Community in der Stadt nun eine bilinguale Kita gibt. Bisher lag der sprachliche Fokus in der Stadt – aufgrund der Nähe – auf der französischen Sprache.
„Mehrsprachigkeit ist eine wertvolle Ressource. Mit dem Konzept der Deutsch-Italienischen Kita haben wir uns vorgenommen, diese noch stärker zu fördern. Das bilinguale Konzept ist ein wichtiges Signal an die große italienische Community in Freiburg. Willkommen sind aber ausdrücklich auch Kinder, die kein Italienisch sprechen“, sagt Bildungsbürgermeisterin Christine Buchheit (Grüne).
Kita-Konzept kommt auch bei Erziehern gut an
Von der Idee bis zur Umsetzung der neuen Kita dauerte es nur knapp drei Jahre. Die Freiburger Stadtbau hat den Neubau im Güterbahnhofareal realisiert und die Räumlichkeiten der Kita an die Stadt übergeben. Der Kaufpreis für die Kita inklusive Planung und Umsetzung der Außenanlage und einiger Festeinbauten (Garderoben, Wickeltische, Kinder-Lernküche, Teeküche) betrug rund 4,8 Millionen Euro. „Wir haben die Chance genutzt, die sich mit dem neuen Gebäude aufgetan hat und haben ihm das Kita-Konzept angewidmet“, erklärt Christine Buchheit.
Die deutsch-italienische Kita ist die 24. städtische Kita in Freiburg. In Brühl ist es die erste Kindertageseinrichtung der Stadt. Damit die Eingewöhnung der Kinder reibungslos vonstattengeht, wird die Kapazität der Kita schrittweise erhöht. Gestartet hat der Kitabetrieb mit einer altersgemischten Gruppe. Seit März gibt es eine Gruppe für die Kinder unter drei Jahren und eine Gruppe für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. In den kommenden Monaten sollen zwei weitere Gruppen hinzukommen. Insgesamt sollen dort einmal 62 Kinder betreut werden.
Eltern können ihre Kinder in der Einrichtung anmelden, unabhängig davon, ob bereits italienische Sprachkenntnisse vorhanden sind. „Wir haben Kinder aus vielen verschiedenen Ländern. Viele von ihnen können noch kein Italienisch“, erklärt Jasmin Wolf, die stellvertretende Kitaleiterin. Die Kita arbeite nach dem offenen Konzept, so dass alle Kinder die Möglichkeit haben, mit der italienischen Sprache in Kontakt zu kommen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiter. „Ich kann kein Italienisch, lerne aber jeden Tag dazu“, sagt Wolf. Das bilinguale Konzept sei für alle spannend und komme gut an. „Es ist schön zu sehen, wie schnell die Kinder dazulernen“, erklärt Wolf. Sie versuche auch schon, mit den Kindern auf Italienisch zu kommunizieren, das sei aber noch ausbaufähig, berichtet Wolf und muss dabei lachen. Das überlasse sie vorerst noch ihren muttersprachlichen Kolleginnen wie Simona Schicchi. „Ich spreche mit den Kindern ausschließlich Italienisch“, bestätigt Schicchi. Es werden spezielle Angebote nur auf Italienisch oder Deutsch angeboten. Auch in den Räumen der Kita wird die Zweisprachigkeit umgesetzt. Schilder und Hinweise sind auf beiden Sprachen zu sehen. So gibt es beispielsweise die Gruppe Verde (Grün) und Blu (Blau).
Die Idee, die italienisch sprechenden Erzieherinnen sprechen mit den Kindern ausschließlich italienisch, die deutschsprachigen ausschließlich Deutsch. Die Kinder sollen so im Kitaalltag spielerisch und automatisch beide Sprachen lernen und vertiefen. Bei den Fachkräften ist das Konzept ebenfalls gut angekommen. „Wir hatten sehr viele Bewerbungen“, erklärt Buchheit. Die Hoffnung sei nun auch, weitere Fachkräfte direkt aus Italien nach Freiburg zu holen.