Freuen sich über eine lebendige Jugendarbeit in der EJGS in Schwenningen und hoffen, dass der Jugendbus bald finanziert sein wird: (von links) Jugendpfarrer Simon Ziegerer und die Jugendreferentinnen Caroline Oerder und Doreen Gerisch. Foto: Mareike Kratt

Rührig, innovativ und beliebt: Die evangelische junge Gemeinde Schwenningen kommt an. Was die Akteure jetzt in Bewegung setzen, um einen neuen Bus zu finanzieren.

Das Angebot der evangelischen jungen Gemeinde (EJGS) ist vielfältig: wöchentliche Jungscharguppen, zwei Jugendgruppen, Pfadfinder-Sippen, der zweimal im Jahr stattfindende Projekttag Kids in Action, hinzu kommen im Sommer eine Kinder- sowie Jugendfreizeit, zudem das eine oder andere zusätzliche Projekt.

 

Und nahezu jede Gruppe ist gut besucht, jede Veranstaltung schnell ausgebucht. Was macht die Jugendarbeit denn eigentlich aus - und warum zieht sie viele Teilnehmer an?

Die Gemeinschaft

Gemeinschaftserfahrung nennt Caroline Oerder, die seit 2010 Jugendreferentin der evangelischen Gemeinde ist, als vorderste Motivation der Kinder und Jugendlichen, die das bunte Angebot wahrnehmen. „Obwohl die Kirche gesellschaftlich an Stellenwert verloren hat, sind wir wirklich zufrieden mit den Zahlen“, sagt die studierte Religionspädagogin und Absolventin der Sozialen Arbeit. Aus den vergangenen beiden Konfirmationsjahrgängen sei sogar eine eigene Jugendgruppe entstanden.

Doreen Gerisch, die Caroline Oerder seit rund anderthalb Jahren mit einer 20-Prozent-Stelle unterstützt und derzeit Projekte wie das im Juli anstehende Eltern-Kind-Zelten organisiert, sieht Seelsorgeauftrag und Wertevermittlung zudem als Aspekt, den viele Jugendliche – sie kommen stets aus verschiedenen Milieus –schätzten. „Wir begleiten zudem bei Problemen und Konflikten.“

Das Selbstwirksame

Ein wichtiger Effekt, von dem die Nachwuchsarbeit selber profitiere, sei das Selbstwirksame. „Die Jugendlichen bringen sich ein, engagieren sich sogar als Mitarbeiter“, berichtet Caroline Oerder. Und das gebe einem selber nicht nur viel, beim Gruppenanleiten lerne man nämlich auch für das weitere Leben enorm viel und bekomme sein Engagement durch eine Jugendleiter-Card bestätigt.

Die Carwash-Aktion

Ein anschauliches Beispiel für ebendieses Herzblut und Engagement vonseiten der Jugendlichen ist vor Kurzem über die Bühne gegangen: Da nämlich gab es eine sogenannte Carwash-Aktion, mit deren Erlös ein neuer Jugendbus mitfinanziert werden soll. Neben Jungschar-Eltern hätten rund 16 Jugendliche sechs Stunden lang „geackert“, um rund das Pfarrhaus an der Johanneskirche die 40 angemeldeten Autos in acht Zeitslots – eine halbe Stunde pro Auto – in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Das Fazit von allen Beteiligten: So etwas müsse man wieder machen – und: Man müsse überhaupt noch präsenter sein.

Der Jugendbus

Denn für den Jugendbus muss auch künftig noch kräftig gesammelt werden, um die erforderlichen Mittel – gemeinsam mit Kirchengemeinde sowie Vesperkirche, deren Akteure den Bus rund sechs Wochen im Jahr mitbenutzen – zusammenzubekommen.

Der bisherige Bus ist, so die Jugendreferentin, inzwischen 15 Jahre alt und hat so manche Reparatur, aber auch so manche Transportfahrt auf dem Buckel: Mit Platz für neun Personen fungiert er zum einen als Personentransport und ermöglicht Teilhabe etwa an Jugendfreizeiten zu fairen Preisen – pro Person zahlten die Teilnehmer dadurch 70 Euro weniger –, aber auch auch für Senioren an unterschiedlichen Veranstaltungen.

Der Jugendbus der EJGS wird jedes Jahr für die Vesperkirche benötigt, unter anderem für den Essenstransport zwischen Pauluskirche und AWO Seniorenresidenz (Archivbild). Foto: Mareike Kratt

Zum anderen steht der Bus innerhalb der Gemeinde als Lastenfahrzeug für Botenfahrten, Einkäufe, Transport von Bühnenelementen und Material der Kindergärten oder Pfadfinder zur Verfügung. Während der Flüchtlingswelle vor ein paar Jahren diente er zudem für Umzüge, erinnert sich Jugendpfarrer Simon Ziegerer, der findet, dass der Bus sowohl für Jugendliche als auch für diakonische Zwecke absolute Daseinsberechtigung hat.

Die Überzeugungsarbeit

„In den Gemeindegremien haben wir viel Überzeugungsarbeit geleistet“, blickt derweil Caroline Oerder auf das Ringen zurück, überhaupt ein neues Fahrzeug anschaffen zu dürfen.

Zwei Jahre Zeit hat die EJGS nun bekommen, um Aktionen zu starten – oder auf andere Weise Fördermittel zu akquirieren. Caroline Oerder und Doreen Gerisch haben schon die Fühler ausgestreckt, Serviceclubs oder Stiftungen kontaktiert oder sich beim Vereinswettbewerb beworben. Ein Kuchenverkauf oder die Teilnahmen an einem Sponsorenlauf sind zudem angedacht. Auch wenn hiervon noch nichts ganz sicher ist: Sicher ist derweil, dass die beiden Jugendreferentinnen auf die Unterstützung der vielen EJGS-Jugendlichen auf jeden Fall zählen können.

Der Jugendbus der evangelischen Gemeinde

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Die evangelische junge Gemeinde Schwenningen freut sich über Sponsoren, die einen finanziellen Beitrag zum neuen Jugendbus leisten. Eine Werbefläche auf dem Bus ist möglich. Kontaktaufnahme ist über die Homepage https://www.ejgs.de/ möglich.