Der Verein bietet eine Führung über den jüdischen Friedhof an. Foto: Förderverein

Neun Veranstaltungen zählt das Sommerprogramm des Kippenheimer Fördervereins. Dabei wird neben der jüdischen Geschichte auch der Kolonialismus thematisiert.

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim hat sein Programm für das Frühjahr und den Sommer 2026 veröffentlicht. Es orientiert sich an den Leitmotiven „Erinnern – Lernen – Begegnen“, die die Arbeit der Gedenkstätte prägen, heißt es in einer Mitteilung. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Ein Überblick.

 

Sonntag, 12. April: Den Auftakt bildet einen Konzert des Lahrer Ensembles um 17 Uhr. Die drei südbadischen Musiker Sascha Armbruster (Saxophon), Herbert Söllner (Violine) und Tobias Kopf (Kontrabass) präsentieren ein Programm, das musikalische Grenzen überschreitet und Raum für spontane künstlerische Begegnungen schafft, heißt es weiter. Das Publikum darf sich auf ein inspirierendes Konzert freuen, das Bekanntes und Unerwartetes miteinander verbindet und den Dialog zwischen verschiedenen Kunstformen lebendig werden lässt.

Donnerstag, 16. April: Ein weiterer Programmpunkt ist die Filmvorführung „Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht“ der Müllheimer Filmemacherin Kerstin Pommerenke. Der Film thematisiert den Umgang mit jüdischen Zeugnissen in Südbaden nach dem Zweiten Weltkrieg, heißt es weiter. Dabei steht die ehemalige Synagoge in Müllheim im Fokus. Dort ließ man 1968 – 30 Jahre nach der Verwüstung in der Reichspogromnacht – das Gebäude abreißen. An der Stelle baute man einen Parkplatz und errichtete zur Erinnerung einen Gedenkstein. So wie in Müllheim geschah das mit vielen Synagogen in Deutschland, so die Ankündigung. Beginn ist um 19 Uhr.

Die ehemalige Synagoge in Müllheim ist Thema eines Films, der in Kippenheim gezeigt wird. Foto: Förderverein

Samstag, 18. April: Zwischen 14 und 15.30 Uhr lädt der Förderverein zu einem Spaziergang durch Kippenheim auf dem christlich-jüdischen Kulturweg ein. Start ist der Parkplatz an Querstraße. Über drei Jahrhunderte lebten Protestanten, Katholiken und Juden in der Gemeinde zusammen. Die drei Religionsgemeinschaften prägen mit ihren Kirchen, Synagogen und weiteren religionsgeschichtlichen Zeugnissen bis heute das Orts- und Straßenbild, so die Mitteilung.

Mittwoch, 6. Mai: Um 18 Uhr eröffnet die Historikerin Alina Bothe die Ausstellung „Polenaktion 1938“ in der ehemaligen Synagoge. Sie ist an den Sonntagen jeweils von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Führungen durch die Ausstellung werden an den Sonntagen, 10. und 24. Mai, um 14 und um 15 Uhr geboten, so die Mitteilung.

Mittwoch, 27. Mai: Der Lahrer Schriftsteller Michael Paul liest um 19 Uhr aus seinem neuesten Buch zur Geschichte der Firma Roth-Händle mit dem Titel „Rauch überm Land“.

Sonntag, 21. Juni: Bärbel Heer führt um 15 Uhr über den jüdischen Friedhof in Schmieheim. Mit den mehr als 2500 Gräbern erzählt die Ruhestätte die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau, heißt es weiter. Die Führung dauert rund 1,5 Stunden. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen; festes Schuhwerk wird empfohlen, heißt es in der Ankündigung.

Das Lahrer Trio Sascha Armbruster, Herbert Söllner und Tobias Kopf bildet den Auftakt des Programms. Foto: Förderverein

Sonntag, 28. Juni: Anlässlich des 30-jährigen Bestehens lädt der Förderverein um 17 Uhr zu einem Konzert mit der Gruppe „Vetterliswirtschaft“ ein. Diese begleitet den Verein bereits seit seiner Gründung, betont der Förderverein.

Sonntag, 12. Juli: Unter dem Motto „Und immer noch“ wird um 11 Uhr eine Ausstellung der Kehler Künstlerin Angelika Nain eröffnet. Sie thematisiert die Auswirkungen des Kolonialismus in Afrika, die immer noch auf vielfältige Art und Weise erlebbar seien. Die Ausstellung ist während den Sommermonaten zu sehen und öffnet sonntags von 14 bis 17 Uhr. Zum Abschluss der Ausstellung wird zudem am 27. September um 19 Uhr ein filmisches Porträt der Künstlerin gezeigt.

Mittwoch, 5. August: Das Sommerprogramm schließt mit einer Zeitreise für Kinder im Grundschulalter, die gemeinsam eine fast vergessene Zeit mit Forschen, Spielen, Basteln und Singen wiederentdecken, heißt es in der Ankündigung. Los geht es um 15 Uhr am Bürgerhaus. Teilnehmer können an diesem Nachmittag das Kippenheim vor beinahe 100 Jahren entdecken. Inge und Kurt – zwei jüdische Kippenheimer Kinder, die damals in der Poststraße gespielt haben – nehmen die Gruppe mit in ihr Kinderleben und erzählen von schönen und sehr schweren Zeiten, heißt es weiter.

Info – Übersicht

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm des Fördervereins Synagoge Kippenheim gibt es im Internet unter www.ehemalige-synagoge-kippenheim.de.