Julia Eggert und Joscha Hierath sind Ende 2019 von Freiburg losgezogen, um die Welt zu bereisen. In Nepal kam ihnen die Corona-Pandemie in die Quere. Doch anstatt nach Freiburg zurückzukehren, sind sie stattdessen mit dem VW Bus durch Europa gereist.
„Wir wollten eigentlich gar nicht zurück, aber die Einheimischen haben uns dazu geraten“, blickt Julia Eggert auf ihren Stop in Nepal zurück. So sitzen sie am Anfang 2020 im Flieger zurück nach Deutschland. Es war der Beginn der Corona-Pandemie und niemand wusste, wohin sich das alles entwickeln werde.
Ende 2019 ist sie mit ihrem Freund Joscha Hierath von Freiburg aus losgezogen. Die Tour war lange geplant, ihre Jobs gekündigt beziehungsweise pausiert und die Reisekasse durch jahrelanges Sparen gut gefüllt. Mit dem Zug und Nachtzug ging es über Budapest nach Istanbul und weiter nach Georgien. „Dort haben wir ein paar Tage bei Freunden verbracht“, sagt Eggert. Von dort ging es mit dem Flieger nach Indien weiter. „Ein Freund von Joscha hat dort geheiratet und er war der Trauzeuge. Zeitlich haben wir es leider nur mit dem Flugzeug geschafft“, erklärt Eggert diese Ausnahme, die ihr sichtlich schwer gefallen sei.
In Nepal war die Reise erst einmal vorbei
Nach zweieinhalb Monaten Indien folgte Nepal. Doch anstatt dort den Himalaya zu besteigen, landeten sie im Rückholprogramm der Bundesrepublik. Zurück nach Freiburg? Das war keine Option. „Wir wollten unbedingt weitermachen“, erinnert sich die 34-Jährige. Stattdessen sind sie bei Bekannten im fränkischen Hallerndorf untergekommen. Nicht wissend, wie es weiter geht, aber immer mit der Hoffnung, dass die Pandemie bald enden würde.
Spontan haben sie sich einen alten VW Bus zugelegt.„Den haben wir in Rekordzeit umgebaut“, sagt Eggert. Aufgrund der Auslandsversicherung durften sie nur sechs Wochen in Deutschland bleiben. Eine Verlängerung wurde seitens der Versicherung abgelehnt. So blieben für den Ausbau des T3-Bullis nur knapp fünf Tage. „Schweden hatte damals als einziges Land offene Grenzen“, blickt Eggert zurück. Also war die Entscheidung gefallen und die Fähre schnell gebucht. Nicht wissend, was sie in Schweden genau erwarten wird. „Wir haben die Zeit in Schweden genossen. Wir hatten viel Zeit für uns und ich konnte endlich mal meine Malsachen auspacken“, berichtet Eggert.
Der Plan für die Wintermonate stand bereits. Es sollte gemütlich mit dem Bulli nach Griechenland gehen. Doch aus der gemütlichen Fahrt wurde nichts. Da Ungarn drohte, die Grenzen dicht zu machen, mussten sie schnell Richtung Süden fahren. Mit einem Werkstattaufenthalt in Serbien sind sie schließlich in Griechenland angekommen. „Es war schon etwas absurd. Überall war Lockdown und wir haben in einem Ort Namens Koroni bei der Olivenernte geholfen“, blickt Eggert lachend zurück.
Auch die Rückreise nach Freiburg verlief, wie so oft, anders als erwartet. Über einen erneuten Stopp bei den Bekannten in Franken wollten sie den letzten Teil ihrer 15-monatigen Reise nach Freiburg zurückwandern. Doch Wetter und Beherbergungsverbot zwangen sie auch da zum Umdenken. Also ging es weiter mit dem Zug. „Bei strömenden Regen sind wir am Ortsschild von Freiburg angekommen – das war irgendwie sinnbildlich für unsere ganze Reise“, sagt Eggert, die soziale Arbeit studiert hat und heute in einer Kita arbeitet.
Eindrücke aus der Natur bleiben in Erinnerung
„Ich sehe es als unglaubliches Privileg an, dass wir diese Reise machen konnten“, blickt Julia Eggert zurück. „Wir sind froh, diese ganzen Erfahrungen gemacht zu haben. Vor allem die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft hat uns überwältigt“, erinnert sich Eggert gerne zurück.
Ihre Reiselust haben Eggert und Hierath trotz all der Strapazen nicht verloren. Der Bulli ist ihr treuer Begleiter geblieben und auch die nächsten Fernziele haben sie mit Usbekistan, der Mongolei oder Südamerika schon ins Auge gefasst. Immer mit dem Wissen, dass sie so schnell nichts mehr umhauen kann.
Weitere Informationen unter www.horizont-b.com
Das Buchprojekt
Reisetagebuch
Julia Eggert hat ein Reisetagebuch geschrieben und zahlreiche Bilder gemacht. Diese möchte sie in einem Bildband verewigen.
Crowdfunding
Das Buchprojekt mit 300 Exemplaren will sie mit Crowdfunding auf der Plattform www.startnext.com/horizont-b finanzieren.