Sandra Keck aus Baiersbronn blickt auf eine spannende „kulinarische Reise“ bei „The Taste“ zurück. Foto: Sat.1/Benedikt Müller

Wenn das Finale von „The Taste“ über die Bühne geht, wird Sandra Keck aus Baiersbronn nur zuschauen. Dennoch blickt sie auf eine aufregende Zeit zurück. Sie verrät, was eine Hochzeit in Kanada mit der Teilnahme zu tun hat und warum sie die Fernsehwelt reizt.

Was wäre eine Sendung wie „The Taste“, wenn es nur Kandidaten gäbe, die immer alles perfekt abliefern, konzentriert und wortkarg ihre Gerichte zubereiten? Chirurgisch präzise und alles auf den Punkt. Ziemlich langweilig, oder? Ein bisschen Chaos ist sozusagen das Salz in der Suppe. Und Sandra Keck war Salz, Pfeffer und Chili für diese Sendung.

 

Denn die Powerfrau aus Baiersbronn sorgte für Stimmung in der Sendung. Und bewies als Hobbyköchin, dass sie es mit den Profis aufnehmen kann. Ein „Feuerwerk“ lieferte sie schon gleich zum Auftakt der Staffel ab, als sogar ihr Koch-Coach Alexander Herrmann kaum zu Wort kam. Selbstironisch sagte sie zum Auftakt: „Ich glaube, ich habe die Coaches zugelabert.“

In Folge vier war allerdings Schluss für Sandra. Für sie kein Beinbruch, sondern ein Erfolg, dass sie es so weit geschafft hat. „Schon am Anfang habe ich eigentlich gedacht: Ich bin raus.“ Doch sie blieb – als eine von wenigen Hobbyköchen unter all den Profis.

„Ich habe immer schon gerne gekocht“

Wobei: So ganz branchenfremd ist die 33-Jährige auch wieder nicht. Die Food-Journalistin ist seit einigen Jahren beruflich mit dem kulinarischen Bereich verbunden. „Ich war schon immer kochaffin, das habe ich deutlich lieber gemacht als zu putzen“, erzählt sie und lacht.

Unterstützung bei den Aufzeichnungen zu „The Taste“: Schwester Ann-Kathrin (links) und die beste Freundin Patricia (rechts) begleiteten Sandra Keck. Foto: Keck

Erste Kocherfahrungen sammelte sie bereits als 16-Jährige in Wanderhütten in Baiersbronn. „Nach dem Abi bin ich zwei Jahre in Australien gewesen, habe unter anderem Burger gebraten für Trucker. Das war eine wilde Erfahrung.“ Sie studierte anschließend Ernährungswissenschaften. Beruflich los ging es im aus der Werbung bekannten „Maggi-Studio“. Zuletzt war sie Online-Redakteurin diverser Food-Magazine. Vor Kurzem startete sie beruflich neu durch.

Die Bewerbung für „The Taste“ auf Sat.1

Und wie kam es zur Bewerbung für „The Taste“? „Seit vielen Jahren sagen Freunde zu mir: ‘Mensch Sandy, bewirb Dich doch mal.‘ Schließlich hat mich eine Freundin herausgefordert. Ich dürfe erst zu ihrer Hochzeit nach Kanada kommen, wenn ich mich bei ‚The Taste‘ bewerben würde.“ Gesagt, getan. Sandra löste ihren Teil der Abmachung ein, nun war ihre Freundin dran.

„Und dann klingelte wenige Tage später schon das Handy“, berichtet die Baiersbronnerin, die mittlerweile in Frankfurt lebt. Nach einem längeren Telefoninterview ging es dann schon zwei Wochen später zu einem ersten Casting. „Ich glaube, ich war eine der letzten Bewerberinnen und lag wohl ganz oben auf dem Stapel.“

Sandra war auch schon bei „First Date“

Für Sandra übrigens nicht die erste TV-Erfahrung: Sie war auch schon mal in der Kuppel-Show „First Date“ auf Vox zu sehen. „Meine Schwester hatte mich dort angemeldet. Es war eine lustige Erfahrung.“ Mehr aber auch nicht, die große Liebe sprang nicht dabei heraus. Weitere TV-Sendungen erwünscht? „Ich finde das immer spannend. Deswegen: Warum nicht? Beim ‘Perfekten Dinner‘ hatte ich mich schon mal beworben, aber wahrscheinlich ist meine Wohnung zu klein.“

Geschafft! Sandra Keck aus Baiersbronn überstand das Casting und konnte sich über einen eigenen Spind im Studio freuen. Foto: Keck

Ihren Mut zeigte sie auch bei „The Taste“. Wie kam sie darauf, Khinkali – georgische Teigtaschen – auf den Löffel zu zaubern? „Ich habe im vergangenen Jahr eine Georgien-Rundreise gemacht. Ich wollte bei The Taste eine Geschichte erzählen: Eine Schwäbin kocht georgisch.“

So lief der Start bei „The Taste“ auf Sat.1

Fürs erste Casting hatte sie auch zu Hause fleißig geübt. Am Ende war es ein bisschen Glück, dass sie weiterkam. „Ich glaube, sie haben gar nicht verstanden, dass der Löffel georgisch ist. Die Dumplings sind normalerweise mit Brühe und Fleisch gefüllt und handtellergroß. Um diese Komponente auf den kleinen Löffel zu bekommen, habe ich sie mit Gelatine gefestigt.“

Dass es Alexander Herrmann und nicht ihr favorisierter Coach Tim Raue wurde, hat sich aber als glückliche Fügung erwiesen. „Er ist so nahbar, so menschlich. Auch an seinem freien Tag hat er sich Zeit für uns genommen.“

Großes Wiedersehen mit Alexander Herrmann

So manches kleine Chaos war dann in den Folgesendungen gar nicht zu sehen. „Bei den Zusammenschnitten waren sie echt großzügig. Da wurden einige Schnitzer nicht gezeigt“, berichtet sie mit einem Augenzwinkern. Und dann, als sie sich endlich angekommen fühlte, war es leider schon vorbei. „In dieser Folge hat es eigentlich Klick gemacht.“

Ein bisschen traurig war sie dann schon, gibt sie zu. Doch die positive Erfahrung überwiegt. Und zum großen Finale an diesem Mittwoch – zu sehen ab 20.15 Uhr auf Sat.1 oder bereits jetzt auf Joyn (mit Finalistin Franca aus Alpirsbach) – gibt es ein Wiedersehen mit Alexander Herrmann. „Er hat alle vom gesamten Team mit Begleitperson in sein Hotel eingeladen, um gemeinsam das Finale zu schauen.“