Ein Defekt am ABS-Sensor stoppte die Aufholjagd von "Schorle" Radulovic auf Platz fünf liegend.Foto: Thorsten Haas Foto: Schwarzwälder Bote

Motorsport: Simmersfelder kommt beim dritten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie nicht ins Ziel

2,5 Kilometer Vollgas seit der Einfahrt auf die Döttinger Höhe, Start und Ziel rauschen vorbei, der Körper voller Adrenalin, der Konkurrent um Platz fünf unmittelbar davor. Die Bremslichter leuchten auf. Noch nicht am schwarzen BMW 325i des Teams Derscheid. Jetzt: voll in die Eisen. Bremsen, bremsen, bremsen. Eine 150 Meter lange Bremsspur zieht Zoran "Schorle" Radulovic zum Ende der Start- und Zielgeraden auf den Asphalt, pflügt durchs Kiesbett der Mercedes-Arena.

Als er wieder auf der Strecke ist, weiß er warum: Die Warnlampe des ABS-Sensors leuchtet orange auf. Der Defekt lässt sich im Rennen nicht mehr reparieren. Der Simmersfelder beendet den dritten Lauf zur Nürburgring Langstrecken-Serie NLS in der Boxengasse.

Hohe Erwartungen

Spät bremsen, früh am Gas hängen: Das zeichnet die Langstreckenroutiniers des Teams Derscheid aus. Der Hauptsponsor des Teams nutzte die erste Gelegenheit, aus der Schweiz an die Nordschleife zu kommen, um Michael Flehmer, Rolf Derscheid und "Schorle" Radulovic nach dem unerwarteten Platz zwei im vorangegangenen Rennen live zu erleben. Entsprechend hoch waren die Erwartungen für den dritten Lauf.

Auf das freie Training verzichtete das Team, um Budget und Material zu schonen. Das Zeittraining war wie beim zweiten Lauf durch sehr viele Unfälle geprägt und das Team hatte nie freie Fahrt, um eine schnelle Runde hinzulegen. Michael Flehmer startete auf Platz neun, konnte aber nicht wie gewohnt schnell zu den Konkurrenten aufschließen und überholen. Die Reifen kamen nicht auf Temperatur, um den notwendigen Grip aufzubauen. Teamchef Rolf Derscheid hatte sich auf die Empfehlung der Reifenexperten verlassen und wegen der erwarteten höheren Außentemperatur beim Rennen eine härtere Mischung Slicks aufziehen lassen.

"Das hat leider mit dem Set-up nicht gepasst", haderte auch "Schorle" Radulovic mit der Abstimmung bei seinem Turn. Er hatte als Sechster in der Klasse V4 von Michael Flehmer das Lenkrad übernommen. Anders als im vorherigen Rennen brauchte er zwei Runden, um den Konkurrenten auf Platz fünf am Ende der Start-Ziel-Geraden ins Visier nehmen zu können.

Nach der spektakulären Bremseinlage schlich der BMW mit zwei veritablen Bremsplatten über die Kurzanbindung in die Boxengasse. Die Reifen wurden gewechselt, die Warnmeldung mit dem Diagnosegerät gelöscht und Radulovic nochmals auf die Strecke geschickt. Im Kurvengeschlängel leuchtete die Warnlampe wieder auf und der BMW nahm den direkten Weg in die Boxengasse. "Ohne ABS zu fahren, ist einfach lebensgefährlich", meinte der Simmersfelder nach seinem Kurzeinsatz.

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