Seit dem Jahr 2016 läuft die dritte Amstzeit für Dietingens Bürgermeister Frank Scholz. Trotz der vielen anstrengenden Jahre freut er sich auf die kommenden Aufgaben. Dabei immer an seiner Seite: seine Frau Heidrun. Foto: Schmidt

9,8 anstatt 7,4 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt Dietingens. Bürgermeister Frank Scholz sieht dennoch keinen Grund zur Panik und blickt auf sein persönliches Jahr 2022 zurück.

Dietingen - Bei dieser immensen Steigerung steht jedoch durchaus die Frage im Raum, ob der Gemeinde die Kosten künftig um die Ohren fliegen? Zumindest muss Dietingen bei der Realisierung des neuen Kindergartens in Böhringen und der neuen Grundschule im Hauptort deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Vergleich zur Kostenberechnung im März dieses Jahres steht die Schule aktuell mit knapp 4,8 Millionen Euro in den Büchern – ein Zuwachs von 1,2 Millionen. Der Kindergarten soll Stand jetzt rund 4,9 Millionen Euro kosten – im Vergleich zum Januar sind das mehr als 1,1 Millionen mehr für die Gemeinde.

 

Wo bleibt das Interesse?

Trotz der immensen Kostensteigerung scheint die Bevölkerung jedoch kein großes Interesse zu zeigen. So wohnten der Gemeinderatssitzung am Montag lediglich zwei Zuhörer bei. Auch bei diesen sorgten die Zahlen für keine großen Gefühlsausbrüche. Vielmehr zeigen sie sich im Nachgang zur Sitzung überrascht, dass wohl noch einiges bei den Bauprojekten unklar ist und zogen den vergleich zu einem privaten Hausbau. Hier wolle der Hausherr ja auch von Beginn an alle Zahlen genau kennen.

Scholz relativiert jedoch im Gespräch mit unserer Redaktion: "Ich würde mich natürlich freuen, wenn es bei unseren Sitzungen mehr Zuhörer geben würde, weil es auch viele spannende Themen gibt wie zum Beispiel den Haushalt. Ich bewerte das in dem Fall aber überhaupt nicht negativ, weil Vergaben nicht immer interessant sind. Das ist dann oftmals Formsache."

Auf Nachfrage führt er weiter aus: "Die Leute wissen auch über die Kostensteigerungen Bescheid. Das ist nichts Neues für die Bevölkerung." So erkläre sich der geringe Zulauf bei der Sitzung. Zumal bei der Vorstellung der Projekte auch viele Bürger dagewesen seien. Bezüglich des Vergleich zu einem privaten Hausbau sagt der Schultes: "Wenn ich privat ein Haus baue, bin ich alleiniger Hausherr. Das ist bei einem öffentlichen Bau anders, hier gibt es viele beteiligte Parteien."

Kostensteigerungen sind zu erklären

Und was hat es nun mit den immens gestiegenen Kosten auf sich? Scholz erklärt: "Es geht dabei ja vor allem um Qualitätskostenmehrungen und nicht um Teuerungen, die auf den Markt zurückzuführen sind." Der Kindergarten sei beispielsweise in Bezug auf die Energieeffizienz aufgewertet worden. Anfangs sei lediglich von einer Sanierung des Gebäudes die Rede gewesen, sagt der Bürgermeister. Es handle sich damit um eine positive Entwicklung. Ähnlich verhalte sich das auch bei der Grundschule.

Ganz zufrieden ist man im Gremium mit dem Prozess jedoch nicht. So äußert sich Rat Andreas Herter enttäuscht darüber, dass das Ingenieurbüro Mauthe aus Balingen – verantwortlich für die neue Grundschule – zum wiederholten Male nicht persönlich bei der Sitzung vor Ort ist. Scholz pflichtet der Meinung bei.

Wie lange macht Bürgermeister Scholz noch?

Trotz des Mammutprojekts sowie der schwierigen vergangenen Jahre freut sich der Bürgermeister aber weiterhin auf die vor ihm liegende Arbeit. "Ich möchte mich dabei nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern es geht um uns als Verwaltung. Es gibt und gab viele fordernde Fragen, aber es ist doch schön, wenn es vorangeht und man die Zukunft gestalten kann", erklärt Scholz. Bereits seit 22 Jahren ist der Schultes im Amt und fühlt sich keineswegs müde.

In dieser Zeit ist doch aber auch bestimmt schon mal der Gedanke gekommen, dass man seine Tage durchaus ruhiger verbringen kann, oder? "Nein, eigentlich überhaupt nicht", sagt der Bürgermeister und lacht. Klingt so, als plane Scholz bereits mit seiner vierten Amtszeit.

Die nächsten Wahlen stehen in Dietingen im Jahr 2024 an. "Das entscheide ich im Herbst 2023. Ich muss das für mich erstmal überlegen", blickt er voraus.