Den Aufschlag hatte der Gemeinderat grundsätzlich bereits bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2012/2013 beschlossen. Foto: dpa

Stuttgarter Gemeinderat hat die Gebühren für den Besuch der Kindergärten und Kleinkindzuschlag erhöht.

Stuttgart - Der Gemeinderat der Landeshauptstadt hat die Gebühren für den Besuch der Kindergärten und den Kleinkindzuschlag deutlich erhöht. Die neuen Preise gelten vom 1. August an und sollen in diesem Jahr 300.000, in den folgenden Jahren rund 900.000 Euro zusätzlich in die Stadtkasse lenken.

Den Aufschlag hatte der Gemeinderat grundsätzlich bereits bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2012/2013 beschlossen. Er folgte dem Vorschlag der Verwaltung, reagierte aber auch auf die hohen Investitionen für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Haushaltslage mit neuen Schulden.

Wer eine Familien-Card hat, zahlt künftig 76 statt 68 Cent

Die Gebühren sind zuletzt zum 1. August 2010 erhöht worden. Vom 1. August 2012 an wird nun die Betreuungsstunde (Familie mit einem Kind, mit mehr Kindern gibt es Rabatte) um zehn auf 83 Cent verteuert. Wer eine Familien-Card hat, zahlt künftig 76 statt 68 Cent. Deutlich angehoben wird der Kleinkindzuschlag für die unter Dreijährigen von 50 auf 70 Euro, mit Familien-Card von 30 auf 40 Euro. Wer ein Kind hat, zahlt zum Beispiel künftig für den Regelkindergarten (ab drei Jahre) 100, für die Ganztagsbetreuung 130 Euro, bei einem Kind unter drei Jahren für 30 Stunden pro Woche 170, bei Ganztagsbetreuung 203 Euro pro Monat. Der Essenspreis kommt dazu. Er bleibt bei 65 Euro pro Monat, wer eine Bonus-Card hat, zahlt hier weiterhin 20 Euro („Ein-Euro-Mittagessen“).

Eine versteckte Preiserhöhung ergibt sich für Eltern, denen die nun von 8,5 auf acht Stunden gekürzte sogenannte Ganztagsbetreuung nicht ausreicht, die also noch eine Früh- oder Spätbetreuung buchen müssen. Außerdem werden die städtischen Kindertagesstätten künftig pro Jahr an bis zu 23 statt 20 Tagen geschlossen sein, weil jeder Einrichtung drei flexible Brückentage zugestanden werden.

Diese Änderung hat der städtische Gesamtelternbeirat, neben der als deutlich zu hoch erachteten Gebührenerhöhung, entschieden abgelehnt. Der evangelische Gesamtelternbeirat vermutet, dass durch die massive Preiserhöhung „eine Dämpfung der Nachfrage“ erreicht werden solle. Schließlich müsse die Stadt von 2013 an den Rechtsanspruch auf Betreuung der unter Dreijährigen erfüllen.