Markus Fix hat einen Kriminalroman geschrieben, der bei Freiburg spielt. Foto: Göpfert

Der aus Kippenheim stammende Markus Fix hat ein Buch über seine Radtour nach China veröffentlicht. Nun widmete er sich einem neuen Genre, dem Schwarzwald-Krimi. Vor Kurzem ist „Wem die Kuckucksuhr schlägt“ erschienen.

Nein, der Übergang vom Reisebericht zum Krimi sei ihm nicht schwer gefallen, berichtet Markus Fix im Gespräch mit unserer Redaktion. Als er 2005 sein Buch „Radnomaden“ veröffentlichte, hatte ihm sein Lektor einen guten Schreibstil bescheinigt und gefragt, ob er nicht noch etwas anderes schreiben könnte. Für Fix war klar, dass das dann ein Krimi würde.

2021 war es dann so weit. „Ich war zwischen zwei Jobs, es war Corona, man konnte nicht reisen, es war schlechtes Wetter. Also dachte ich: Jetzt oder nie. Und es lief auch gleich gut“, schildert er. Innerhalb von sechs Wochen war sein Buch fertig – und wurde zum Testlesen zunächst Freunden und Verwandten übergeben.

Einen entscheidenden Unterschied zum Schreiben zuvor gab es jedoch: „Das, was ich in ,Radnomaden’ geschrieben habe, ist wirklich so passiert. Beim Krimischreiben hingegen bin ich völlig frei“, erklärt er. Dort gelten nur die Kriterien, die er sich selbst setzt. Und die sind vor allem, dass alles logisch sein muss. „Ich habe meinen Testlesern gesagt: Achtet nicht auf Rechtschreibfehler. Achtet darauf, dass es logisch ist, dass das Motiv klar ist und dass man nachvollziehen kann, wie der Mörder gefunden wird.“

Geocaching steht im Mittelpunkt

Dass ihm das gelungen ist, zeigt auch die Tatsache, dass er für sein Buch relativ schnell zuerst eine Literaturagentin und dann mit „Emons“ einen renommierten Verlag gefunden hat. Und so ist der Kriminalroman über einen Mord in der Geocacher-Szene seit wenigen Wochen im Buchhandel erhältlich. Beim Geocaching werden Gegenstände versteckt und andere Geocacher, sogenannte Jäger, müssen sie anhand ihrer Koordinaten finden. Dabei ist es für einige besonders reizvoll, der Erste zu sein, der einen solchen Schatz, den „Geocache“, findet. In Fix Roman gelingt das einem Geocacher, der sich selber „Taubenhaucher“ nennt, in schöner Regelmäßigkeit – bis er schließlich bei einer solchen Suche ermordet wird.

Die Idee, dieses ungewöhnliche Hobby mit einem Mord zu verknüpfen kam dem in Emmendingen lebenden Fix, als er selbst Geocaching war. „Viele Caches werden abends veröffentlicht und sind im Wald oder der Natur versteckt. Da dachte ich: Eigentlich ist das perfekt für einen Mord: Es ist spät, abgelegen und man ist alleine.“

Kommissar aus Berlin mit schwäbischen Wurzeln

So originell es auch ist, wird sich die Mördersuche in Fix’ Roman nicht nur ums Geocaching drehen. „Das wäre dann eine etwas eingeschränkte Leserschaft, die das interessiert“, erklärt er lachend. Obwohl zwischen Offenburg und Freiburg immer noch täglich Caches veröffentlicht würden.

Da es sich bei „Wem die Kuckucksuhr schlägt“ um einen Regionalkrimi handelt, war Fix wichtig, das Regionale herauszustellen. Dazu gehört für ihn zum einen der Zwist zwischen Baden und Schwaben. „ Um diesen aufzugreifen, ist sein ermittelnder Kommissar ein Berlin-Schwabe. Thomas Häberle ist von Berlin nach Freiburg gezogen und identifiziert sich eher weniger mit dem schwäbischen Erbgut seiner Großeltern aus Stuttgart. Was es ihm leichter macht, die Sticheleien und Witze seiner Kollegen über Schwaben zu ertragen. Ihm zur Seite stehen seine Kolleginnen Julia Specht und Maria Dupont, mit der er erst warm werden muss. Ebenfalls erst noch anfreunden muss er sich mit Lotte Merckheim, einer Köchin, mit der er unfreiwillig zusammenwohnt. Sie ist eine von Fix’ Lieblingsfiguren. „Mir liegen alle meine Figuren am Herzen, aber sie ist am sympathischsten“, verrät er.

Außerdem hilft sie ihm einen weiteren Aspekt des Regionalen zu vermitteln: die badische Küche. Neben Merckheims Kochkünsten finden sich in seinem Buch zahlreiche kulinarische Tipps und Anspielungen. So wird etwa der Apfelkuchen des Freiburger Cafés „Liebes Bisschen“ gelobt, den Fix dafür selbst getestet hat.

Übrigens, wem das Buch gefällt, darf sich freuen: Eine Fortsetzung ist schon in Planung.

Zum Titel

„Wem die Kuckucksuhr schlägt“ sollte eigentlich „Rehlein“ heißen. Doch bei diesem Titel kam dem Verlag der Bezug zum Schwarzwald nicht deutlich genug heraus. So wurde auch der Anlass, aus dem der Cache versteckt wurde, geändert. War es zuvor das erste Reh, das die Tochter des Cache-Versteckers („Owners“) gesehen hatte, ist es nun der Schrei des ersten Kuckucks, den sie gehört hatte. Und da Ernest Hemingway vor hundert Jahren im Schwarzwald unterwegs war, hat Fix mit dem Titel auch noch ein Anspielung auf sein Werk „Wem die Stunde schlägt“ gewagt.