Wer kein Anlieger vom „Irslenbach“ ist, wird bereits ab der Ortsmitte umgeleitet. (Archiv-Foto) Foto: Schnekenburger

Zwei Vollsperrungen halten die Oberndorfer seit 5. Mai in Atem: auf der Austraße und der K 5500. Letztere sorgt bei den Anliegern durch jüngste Entwicklungen nun für besonderen Ärger.

„Absurdistan ist direkt um die Ecke“: So kommt es einem Anlieger im Altoberndorfer Wohngebiet „Irslenbach“ zumindest vor, wenn es um die Sperrung der K 5500 geht. Neben einer „unterirdischen Kommunikation“ von Behördenseite kritisiert er vor allem eins: die geplanten Umleitungen. Kurz nach seiner Beschwerde bei uns gibt es aber schon neue Entwicklungen.

 

Stein des Anstoßes ist ein Schreiben des Landkreises, das den Anwohnern im „Irslenbach“ am 14. Mai zugegangen ist. Darin ist von einer „ursprünglich nicht geplanten Umleitung“ ab Montag, 19. Mai, die Rede. Für das Einbauen der neuen Asphaltschicht müsse die Kreuzung „Irslenbach“/K 5500 bis voraussichtlich Freitag, 23. Mai, komplett gesperrt werden, heißt es darin. Ab 26. Mai werde die Zufahrt dann aus Richtung Austraße möglich sein – sie ist seit 5. Mai ebenfalls teilweise gesperrt.

Alles verständlich, meint der Anwohner, der sich an uns wendet. Was er nicht nachvollziehen kann und scharf kritisiert, ist die geplante Umleitung.

„Streckenführung ist inakzeptabel“

Aus Richtung Bochingen führt diese laut Schreiben des Landkreises als Einbahnstraße am Steinbruch entlang – „über eine Schotterpiste mit lauter Schlaglöchern durch den Wald“, meint der Anwohner.

Auch im weiteren Verlauf sieht er Probleme: Bei der Ausfahrt aus dem „Irslenbach“ soll man den Panoramaweg beziehungsweise die August-Barack-Straße nehmen. „Ebenfalls untauglich – Schlaglöcher ohne Ende, und ab der Kleingarten-Anlage ist es vorbei mit der Einbahnstraße“, so der Bürger. Dabei sei ein Ausweichen in der August-Barack-Straße bei normalem Verkehr unmöglich.

Vorschläge abgelehnt

Sein Vorschlag, man könne die Umleitung aus dem Wohngebiet heraus in Einbahnstraßenregelung über die Kienzlestraße und die „Dollau“ nach Oberndorf führen, sei mit der Begründung, es handle sich um einen überregionalen Radweg, abgelehnt worden. Ebenso wie der Vorschlag, den Verkehr über den „einwandfrei geteerten Feldweg“ linksseitig der K 5500 Richtung Trichtingen und dann über den „Einfelder Hof“ zu leiten.

„Das Ganze ist einfach unausgegoren“, findet er. Und das, nachdem sich die Behörden Wochen vorher die ganze Situation vor Ort angeschaut hätten.

Uneinigkeit zwischen Stadt und Landkreis

Auf seine Kritik bei der Stadt Oberndorf heißt es in einer E-Mail von Bürgermeister Matthias Winter, es sei leider nicht möglich gewesen, die Baustellen Austraße (Zuständigkeit der Stadt beziehungsweise des Landes) und K 5500 (Zuständigkeit des Landkreises) zeitlich besser aufeinander abzustimmen. Er habe diesbezüglich Ende April noch einmal erfolglos beim Landratsamt interveniert, heißt es und lässt durchblicken, dass sich Stadt und Landkreis, was den weiteren Ablauf der Baumaßnahme beziehungsweise die Sperrungen angeht, wohl uneinig waren. Das Argument des Landkreises laut Winter: Die ausführende Baufirma habe keine andere Variante akzeptiert.

Neue Entwicklung

Kurz nachdem der „Irslenbach“-Anwohner seinem Ärger Luft gemacht hat, erfahren wir auf Anfrage beim Rottweiler Landratsamt, dass das Anlieger-Schreiben vom Mittwoch quasi schon wieder hinfällig ist.

Es habe sich nun abgezeichnet, dass die Arbeiten schneller vorangehen als geplant und die komplette Sperrung deutlich kürzer sein wird.

„Nach heutigem Stand wird sich die komplette Sperrung des Kreuzungsbereiches auf zwei halbe Tage beschränken – immer vorausgesetzt, dass die Arbeiten weiterhin so zügig vorangehen wie bisher“, erfahren wir von Pressesprecherin Andrea Schmider.

Im Laufe des Freitags werde die Asphalttragschicht im Zufahrtsbereich in den Irslenbach eingebaut, so dass die Straße wieder, wie bisher, überquert werden könne.

Genauer Zeitpunkt noch nicht klar

Im Laufe der Woche ab 19. Mai müsse dann die Asphaltdeckschicht eingebaut werden. „In dieser Bauphase kann die Straße für einen halben Tag nicht gequert werden. Wann dies genau sein wird, lässt sich nicht exakt terminieren; entweder am Donnerstag oder am Freitag. Während der restlichen Zeit ist die Querung der Straße möglich“.

Zur Zuständigkeit erklärt Schmider, die Baumaßnahme werde durch das Straßenbauamt des Landkreises koordiniert, ebenso die überörtliche Umleitung. Als Landkreis könne und dürfe man allerdings nicht über kommunale Straßennetze verfügen – dort liege die Baulast und Verkehrssicherheit in diesem Fall bei der Stadt Oberndorf. Und somit auch die Ausarbeitung der Umleitungsstrecke für die Anlieger.

Nachdem es nun aber schneller vorangehe als gedacht, hoffe man auf das Verständnis der Anlieger, teilt das Landratsamt abschließend mit.