Mit einer sechswöchigen Vollsperrung wird das Felssturz-Problem an der L 409 zwischen Sulz und Kastell angegangen. Wolfgang Dausch vom Straßenbauamt Rottweil macht deutlich, dass der Sicherheitsgewinn für Autofahrer ein dauerhafter sein wird.
Zahlreiche Autofahrer müssen am Ortsausgang von Sulz wieder umkehren, obwohl sie doch hoch nach Kastell wollten.
Warum die Warnbaken mit dem „Durchfahrt verboten“-Schild auf der L 409 stehen, weiß Wolfgang Dausch vom Straßenbauamt. „Würde ich da hochklettern, könnte ich die Steine dort von Hand lösen“, sagt er und deutet auf die zerklüftete Felswand.
Geröll, Gestrüpp und Bäume
Im Januar 2024 seien schon einmal Felsen herabgestürzt, weswegen Betonleitwände aufgestellt wurden, hinter denen sich jedoch bereits mehrere Gesteinsbrocken gesammelt haben, die sonst auf die Fahrbahn hätten fallen können.
„Bis voraussichtlich 21. März bleibt die Straße für die Arbeiten gesperrt“, erklärt er. Bis dahin werde der Abschnitt von gut 50 Metern von losem Geröll, aber auch von Gestrüpp und – sofern eine Verkehrsgefährdung besteht – Bäumen gesäubert.
Sicherungsnetz am Fels
Dies sei nötig, um sich einen umfassenden Blick zu verschaffen, da mancherorts das brüchige Gestein von Efeu oder anderen Pflanzen überwuchert ist. „Wenn alles geräumt und freigeschnitten ist, wird dann das Sicherungsnetz angebracht“, beschreibt Dausch die weiteren Schritte.
Dabei handele es sich um eine Art „Maschendrahtzaun“ mit einem Drahtdurchmesser von drei Millimeter. Ist dieser von der Fachfirma mit einer Verankerung an dem Fels angebracht, könnten zwar durchaus Felsbrocken herunterfallen. Diese blieben jedoch in der Innenseite des Netzes und gefährdeten somit keine Autofahrer.
Geologische Stellungnahme
„Ist das erledigt, muss das Sicherungsnetz nur ab und an geleert werden“, hält er fest. Damit wird die Fläche von rund 500 Quadratmeter für lange Zeit keine Schwierigkeit für den Verkehr mehr darstellen.
Dass die Bauarbeiten nun beginnen können, hat allerdings seine Lange Vorlaufzeit. So habe die Straßenmeisterei vor gut einem Jahr die Stelle erst abgesichert und das geologische Landesamt eine Stellungnahme abgeben müssen.
Land übernimmt die Kosten
Dem folgten natur- und artenschutzrechtliche Beobachtungen. Denn: „Wegen der Haselmaus kann zwischen März und Oktober nichts unternommen werden“, erklärt Dausch. Dann folgte der Teilnahmewettbewerb mit anschließender Ausschreibung und auch ein Spezialbüro zur Felssicherung musste – neben dem herkömmlichen Ingenieurbüro – konsultiert werden. Schließlich musste man doch genau wissen, welche Länge die Anker für das Sicherungsnetz haben sollten.
Die Kosten schätze er einschließlich Planung, den verschiedenen Gutachten und der eigentlichen Sicherung, die in den nächsten Wochen stattfinden wird, auf etwa 150 000 Euro. Doch werde dies vom Land übernommen. „Das muss nicht am Kreis hängenbleiben“, stellt er klar.
Allerdings ist das nicht das einzige Projekt. „Zwischen Mühlheim und Fischingen ist der Hang freigeschnitten worden“, blickt er zur nächsten Baustelle. „Es wird nicht langweilig“, schmunzelt Dausch.