Die Volleyballerinnen aus Stuttgart gleichen in der Finalserie gegen Schwerin SC aus, doch eine Situation missfällt ihnen sehr. Der Coach des Gegners spielte kurios mit und wurde nicht bestraft.
Das Duell der beiden besten deutschen Frauenteams in der Finalserie der Volleyball-Bundesliga elektrisiert Zuschauer und Beteiligte gleichermaßen. Nach der 2:3-Niederlage in Schwerin in der ersten Partie hat Allianz MTV Stuttgart am Mittwoch nach einem nervenaufreibenden Match über mehr als zwei Stunden mit einem 3:2-Erfolg (25:14, 25:21, 24:26, 22:25, 15:12) zum 1:1-Zwischenstand ausgeglichen.
Emotionaler Höhepunkt
Emotionaler Höhepunkt der Partie war eine Szene zu Beginn des vierten Satzes, als bei einem Angriffsschlag von Jolien Knollema der Fuß von SSC-Trainer Felix Koslowski ins Spielfeld ging und den Ball ins Aus lenkte. „Das ist eine grobe Unsportlichkeit, die mit einer Roten Karte geahndet gehört“, ärgerte sich der MTV-Trainer Konstantin Bitter. Auch Kapitänin Maria Segura Pallerés, die in der Folge mit dem Schiedsrichter diskutierte, empfand dieses Verhalten als „komplett gegen den Geist des Sports“. Doch die Situation beschäftigte das Team im Kopf, Schwerin setzte sich von 2:1 auf 10:1 ab.
Nicht ganz so dramatisch stufte MTV-Sportdirektorin Kim Renkema das Verhalten von Koslowski ein: „Er steht einfach häufig dicht an der Seitenlinie und macht Abwehrbewegungen mit dem ganzen Körper mit. Das war ein Reflex von ihm“, meinte sie. Für Renkema war eine andere Phase des Spiels entscheidend: „Es stand im dritten Satz 20:13 für uns, eine Sieben-Punkte-Führung darf man im Finale nie mehr hergeben.“
Den Fokus verloren
Nach Ansicht von Libera Roosa Koskelo hat das Team in dieser Phase zu weit nach vorne gedacht und sich nicht mehr auf jeden einzelnen Punkt konzentriert. „Da haben wir den Fokus verloren“, sagte sie. Das wollen die Stuttgarterinnen am Samstag (17.10 Uhr/Sport 1) im dritten Finalspiel in Schwerin besser machen. „Wenn die Kräfte in dieser Fünf-Satz-Serie nachlassen, gilt es clever zu spielen und sich nicht auf Schwerins Emotionsspielchen einzulassen“, so Renkema.