Beim SSC Schwerin durfte Luisa van Clewe in der vergangenen Saison nicht oft spielen. Foto: Imago/Ostseephoto

Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart wird für die nächste Saison vier Spielerinnen holen – die ersten drei Namen stehen nach Informationen unserer Zeitung fest.

Die Konkurrenz schläft nicht. Der Dresdner SC dürfte nächste Saison richtig stark aufgestellt sein, unter anderem kehrt Zuspielerin Sarah Straube zurück, zudem wird wohl Mackenzie Foley, statistisch die beste Außenangreiferin der Volleyball-Bundesliga, vom VfB Suhl kommen. In Thüringen gibt es zwar wieder mal einen Aderlass, der VfB Suhl, der aktuell das Double anpeilt, hat aber schon oft bewiesen, dass er aus einem vergleichsweise geringen Etat viel machen kann. Und der SSC Schwerin erhält vom Land Mecklenburg-Vorpommern, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Saisonabschlussfeier verkündete, für die Erweiterung der Palmberg-Arena einen Zuschuss von fünf Millionen Euro. Weshalb auch Allianz MTV Stuttgart kräftig zupacken muss, um die eigene Erfolgsgeschichte ausbauen zu können.

 

Der Verein ist in diesem Jahr im Pokalendspiel (am VfB Suhl) und in der Play-off-Halbfinalserie (am Dresdner SC) knapp gescheitert. Zehn Spielerinnen des Stuttgarter Teams bleiben, trotzdem gibt es schmerzhafte Abgänge – unter anderem von Mittelblockerin Lucia Varela Gomez, die nach Informationen unserer Redaktion zum italienischen Erstligisten Megabox Volley Vallefoglia wechseln wird, und Kapitänin Antonia Stautz. Weil Außenangreiferin Leilani Slacanin und Zuspielerin Tea Jerkovic, die beiden 17-jährigen Talente aus dem eigenen Nachwuchs, nächste Saison eine wesentlich größere Rolle spielen sollen als bisher, holt der Bundesligist nur vier Neuzugänge für die kommende Saison.

Wie groß ist das Potenzial von Luisa van Clewe?

Zuletzt beim SSC Schwerin unter Vertrag stand Luisa van Clewe (23). Die 1,93 Meter große Mittelblockerin kam bei dem Pokal- und DM-Halbfinalisten allerdings kaum zum Einsatz. Konstantin Bitter, der Trainer von Allianz MTV Stuttgart, kennt sie aus dem U-23-Nationalteam, das er ebenfalls betreut, beide waren 2025 gemeinsam bei der Universiade. Den Verantwortlichen in Stuttgart ist bewusst, dass es Luisa van Clewe kaum schaffen kann, Lucia Varela Gomez, die eine der besten Mittelblockerinnen der Bundesliga war, gleichwertig zu ersetzen – sie sind aber überzeugt, dass die A-Nationalspielerin, obwohl sie es in Schwerin nicht zeigen konnte, über großes Potenzial verfügt.

In der Saison 2024/25 spielten Alexandra Hadrych (li.) und Karolina Fricova schon einmal für denselben Verein – damals für Terville-Florange OC in der ersten französischen Liga. Foto: Imago/NurPhoto

Für den Außenangriff kommen nach Informationen unserer Zeitung zwei Profis aus der ersten französischen Liga. Die slowakische Nationalspielerin Karolina Fricova (25) schlug zuletzt für Bordeaux Mérignac Volley auf. Die mehrmalige EM-Teilnehmerin, die in der Slowakei fünf Meistertitel und dreimal den Pokal gewann, spielte anschließend zwei Jahre unter dem früheren Stuttgarter Coach Giannis Athanasopoulos bei Vasas Budapest in Ungarn und holte dort zweimal das Double. Karolina Fricova gilt als abwehr-, annahme- und aufschlagstark. Sie soll dem MTV-Spiel die Stabilität geben, die durch den Abgang von Antonia Stautz verloren gegangen ist.

Vom französischen Top-Team Volley Mulhouse Alsace wechselt Alexandra Hadrych (26) nach Stuttgart. Die US-Amerikanerin, die in Mulhouse nicht zur Stammformation gehört, zeichnet vor allem ihre Dynamik im Angriff aus. Sie soll die Dänin Mikala Mogensen (zu CSO Voluntari/Rumänien) ersetzen. Gemeinsam mit Eleanor Holthaus und Leilani Slacanin werden Fricova und Hadrych das Quartett im Außenangriff bilden.

Fehlt noch eine letzte Verstärkung: Nach dem Abgang von Pauline Martin hat Allianz MTV Stuttgart dem Vernehmen nach als Partnerin von Lydia Grote im Diagonalangriff eine zweite US-Amerikanerin verpflichtet – mehr ist noch nicht bekannt.