Neue Mittelblockerin für Allianz MTV Stuttgart: Jasmine Gross. Foto: Imago//Olaf Rellisch

Das Team von Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart für die nächste Saison steht: Fünf Spielerinnen bleiben, dazu kommen acht externe Verstärkungen und zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs.

Derzeit läuft die Play-off-Finalserie um die Meisterschaft, das erste Spiel gewannen die Volleyballerinnen des SSC Palmberg nach drei engen Sätzen mit 3:0 gegen den Dresdner SC. Erstmals seit zehn Jahren ist Allianz MTV Stuttgart im Titelkampf nicht bis zum Ende am Ball, weshalb die Fans des Meisters von 2022, 2023 und 2024 nach dem unerwarteten Aus im Halbfinale gegen den Dresdner SC vor allem ein Thema beschäftigt: Ist der neue Kader stark genug, um nächste Saison wieder um Trophäen kämpfen zu können? Die Verantwortlichen sind optimistisch. „Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben, die oben mitspielen wird“, sagt Geschäftsführer Aurel Irion, „allerdings müssen wir abwarten, was unsere Kontrahenten Schwerin, Dresden und Potsdam machen.“ Doch das ist nicht die einzige offene Frage.

 

Denn trotz aller Zuversicht kann niemand vorhersagen, wie die Neuzugänge tatsächlich einschlagen und ob das stark veränderte Team in der Lage sein wird, die Abgänge der drei Vereinslegenden Krystal Rivers, Roosa Koskelo und Maria Segura Pallerés, die ihre Karrieren beendet haben, einigermaßen zu kompensieren – auch wenn Trainer Konstantin Bitter sagt: „Wir haben künftig einen guten Mix an Persönlichkeiten und Profilen, ich glaube an unsere Verpflichtungen und den Kader.“ Zu dem acht neue Gesichter und zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs gehören werden.

Diagonalangreiferin aus Florida

Die Zuspielerinnen Pia Kästner und Charlotte Krenicky bleiben ebenso in Stuttgart wie Außenangreiferin Antonia Stautz, Diagonalangreiferin Pauline Martin und Mittelblockerin Lucia Varela Gomez. Der Rest des Teams kommt von außen. Darunter sind nach Informationen unserer Zeitung auch zwei US-Amerikanerinnen, deren Namen bisher noch nicht genannt worden sind.

Pauline Martin hat die schwierigste Aufgabe im neuen Kader – die Belgierin übernimmt die Position von Krystal Rivers, die über Jahre hinweg die beste Offensivkraft der Bundesliga war. Die Nummer zwei im Diagonalangriff heißt in der nächsten Saison Lydia Grote. Die US-Amerikanerin hat eine starke College-Karriere hinter sich, zuletzt spielte sie bei den Orlando Valkyries in Florida. Sie dürfte etwas weniger schlagkräftig sein als Pauline Martin, hat dafür andere Stärken, zum Beispiel im Block. Lydia Grote gilt zudem als guter Charakter, sie soll ihre positive Mentalität und ihren Siegeswillen ins Team einbringen.

Konstantin Bitter traut den Talenten viel zu

Ebenfalls neu hinzustoßen wird eine weitere US-Amerikanerin: Mittelblockerin Jasmine Gross (26) spielte vergangene Saison bei Volley Mulhouse Alsace in Frankreich, sie sammelte 2021/22 aber auch schon Erfahrung in der Bundesliga, damals bei Schwarz-Weiß Erfurt. Sie komplettiert den Mittelblock bei Allianz MTV Stuttgart. Jasmine Gross ist neben Lydia Grote, den Außenangreiferinnen Eleanor Holthaus (vom SC Potsdam), Mikala Mogensen (vom USC Münster) und Julia De Paula (vom VfB Suhl/Ende der Leihe) sowie Mittelblockerin Anna Koulberg (vom SC Potsdam) und den beiden Liberas Yurika Bamba (vom SC Potsdam) und Fabiana Mottis (Viteos NUC aus Neuchatel) die achte externe Verstärkung.

Dazu kommen zwei junge Talente aus der zweiten Mannschaft: Außenangreiferin Leilani Slacanin (16) und Mittelblockerin Marie Steinhilber (18) traut Konstantin Bitter viel zu, sie könnten schon bald auf wesentlich mehr Einsatzzeiten kommen als in der vergangenen Runde. „Wir werden nach diesem gewaltigen Umbruch im Kader etwas Zeit brauchen, um uns neu zu finden“, sagt der MTV-Trainer, „aber wir wollen nächste Saison definitiv angreifen. Unser Ziel ist es, wieder in die Finalserie einzuziehen.“ Das Zuschauen soll keinesfalls zur Gewohnheit werden.

Das ist der neue Kader von Allianz MTV Stuttgart

Zuspiel
Pia Kästner (26/Vertrag verlängert), Charlotte Krenicky (24/Vertrag bis 2026).

Außenangriff
Eleanor Holthaus (25/kommt vom SC Potsdam), Mikala Mogensen (23/kommt vom USC Münster), Julia De Paula (19/kehrt nach Ausleihe an den VfB Suhl zurück), Antonia Stautz (31/Vertrag verlängert), Leilani Slacanin (16/eigener Nachwuchs).

Mittelblock
Lucia Varela Gomez (21/Vertrag verlängert), Anna Koulberg (20/kommt vom SC Potsdam), Jasmine Gross (26/kommt von Volley Mulhouse Alsace), Marie Steinhilber (18/eigener Nachwuchs).

Libera
Yurika Bamba (33/kommt vom SC Potsdam), Fabiana Mottis (21/kommt von Viteos NUC aus Neuchatel)

Diagonal
Pauline Martin (22/Vertrag verlängert), Lydia Grote (kommt von den Orlando Valkyries)

Abgänge
Krystal Rivers (30), Maria Segura Pallerés (32), Roosa Koskelo (33/alle Karriereende), Jolien Knollema (22/zu Il Bisonte Firenze), Florien Reesink (26/zum SSC Palmberg Schwerin), Breland Morrissette (25), Kelsey Veltman (29), Madelyn Robinson (25), Milana Bozic (24).