Die Villingerinnen bejubeln vielleicht bald die Meisterschaft, doch der Aufstieg in der 2. Bundesliga ist erst einmal keine Option. Foto: Sigwart Foto: Schwarzwälder-Bote

Volleyball: Frauen werden nicht in der 2. Bundesliga spielen. Keinen Antrag auf Vorlizenzierung gestellt.

Der TV Villingen wird in der kommenden Saison nicht in der 2. Bundesliga spielen. Da der Drittliga-Tabellenzweite keinen Antrag auf eine Vorlizenzierung stellte, ist der Sprung in die zweithöchste Klasse in der Saison 2017/18 nicht möglich.

Die Vernunft hat gesiegt. Sportlich stehen die Volleyball-Frauen des TV Villingen kurz vor dem Durchmarsch in die 2. Liga, doch finanziell ist der Verein (noch) nicht in der Lage, um in der zweithöchsten Klasse zu baggern. Aus sportlicher Sicht ist diese Entscheidung zu bedauern, haben die Villingerinnen doch bis zu 800 Fans bei den Heimspielen begeistert – eine selbst für die 2. Liga außergewöhnliche Kulisse. Während die Zuschauerresonanz und die sportlichen Fähigkeiten der TV-Mädels also zweitligawürdig sind, müssen die Villinger Verantwortlichen in Sachen Etat noch den nächsten Schritt machen. Ideen gibt es genug. So könnte der Verkauf der Namensrechte viel Geld einbringen. Wichtig ist nun, dass die Spielerinnen und die Trainer ihre Verträge verlängern, um im nächsten Jahr vielleicht den nächsten Anlauf in Richtung 2. Bundesliga zu starten.

"Wir hatten Kontakt zum TV Villingen. Dieser meinte, dass die Anforderungen noch zu hoch wären. Deshalb ist die Zweitliga-Tür für den TV Villingen für die kommende Runde zu", bestätigte gestern Frank Bleydorn, der Sprecher der Volleyball-Bundesliga GmbH, dass das Drittliga-Spitzenteam, das nach 15 Spieltagen nur einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Wiesbaden II hat, bis zum 1. Februar – dem Stichtag – keinen Antrag auf eine Vorlizenzierung gestellt hat.

Dies haben aus der Dritten Liga Süd der Frauen nur Wiesbaden II (1.), proWin Volleys TV Holz (3.) und der TV Waldgirmes (5.) gemacht. Neben dem TV Villingen (2.) erfüllte von den Top-Teams auch der SV Sinsheim (4.) diese Grundbedingung der Volleyball-Bundesliga GmbH nicht. Diese verlangt weiter, dass Bewerber bis zum 2. Mai die finalen Lizenzierungsunterlagen eingereicht haben.

"Wir wollten und konnten kein finanzielles Risiko eingehen", begründet Manfred Herzner, einer der drei Vorstände des TV Villingen, die Entscheidung. Dieser gibt zu, dass die Verantwortlichen mit der rasanten sportlichen Entwicklung des Aufsteigers nicht gerechnet hatten. "Wir konnten ja nicht davon ausgehen, dass wir gleich um die Meisterschaft mitspielen. Wir haben mit einem Abschlussplatz im oberen Tabellenmittelfeld kalkuliert."

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Manfred Herzner und Co. wollen nun alles daran setzen, dass die Villingerinnen nicht nur in der Runde 2016/17 sportlich weiter für Furore sorgen, sondern auch die Weichen für einen möglichen Aufstieg in der Saison 2017/18 gestellt werden. "Ich gehe davon aus, dass die Trainer Sven Johansson und Robert Senk, die hervorragende Arbeit abliefern, weitermachen. Auch ein Großteil des Kaders wird wohl bleiben", geht es für Herzner nun auch darum, die wirtschaftlichen Weichen zu stellen. "Da ist auch Verkauf der Namensrechte kein Tabu. Wir sind für vieles offen", weiß das Vorstandsmitglied, dass für die 2. Bundesliga ein sechsstelliger Etat von Nöten ist.

Dies ist auch für Sven Johansson nichts Neues. " Wir waren da vielleicht aus sportlicher Sicht einen Schritt voraus. Es war mir eigentlich klar, dass wir noch nicht gut genug für den Sprung in die 2. Bundesliga aufgestellt sind – gerade in Sachen Finanzen und Manpower", hat der Villinger Chefcoach mit dieser Entscheidung insgeheim gerechnet.

Allerdings kam der Zeitpunkt für Johansson etwas überraschend. "Ich dachte, dass wir länger Zeit haben", wunderte sich der Trainer gestern schon, dass bereits Anfang Februar klar ist, dass der TV Villingen auch in der Runde 2017/18 in der Dritten Liga schmettern wird.