Der Winter naht. Damit Schneefall und Glätte nicht zu einem Verkehrschaos führen gibt es den kommunalen Winterdienst. Wir haben den Leiter des Betriebshofes gefragt, wie viele Fahrzeuge in Rottweil zur Verfügung stehen, wie es um das Personal steht und ob genügend Salz verfügbar ist
Für viele Autofahrer und Hausbesitzer kommt der Wintereinbruch gefühlt sehr überraschend. Wer kann schließlich schon damit rechnen, dass es im Dezember plötzlich schneit? Jemand, der jederzeit damit rechnet und für den die Vorbereitung auf den Winter zum Alltag gehört, ist der Leiter des Betriebshofes der Stadt Rottweil, Jochen Ruoff. Wir haben ihn gefragt, wie es um die kommunale Ausstattung an Fahrzeugen, Mitarbeitern und den Streusalzvorrat steht.
„Wir sind sehr gut vorbereitet“, erklärt Ruoff. Fünf Groß-, drei Kleinfahrzeuge und zwei Handräum-Trupps stehen bereit, um die Rottweiler Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Lediglich eines der Fahrzeuge bereite ihm Sorgen: ein großer Lastwagen hat einen Defekt an der Bremse. Für 2024 war ohnehin eine Ersatzanschaffung vorgesehen, doch nun sei das Problem akut geworden.
Kein Personalmangel auf den Räumfahrzeugen
Denn Ersatzteile sind nicht mehr erhältlich und der Schaden nur notdürftig geflickt. Daher ist in den kommenden Wochen im schlimmsten Fall mit einem Totalausfall des Fahrzeugs zu rechnen. Er freut sich daher , dass der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwochabend die benötigten Mittel von 180 000 Euro vorzeitig frei gegeben hat.
Doch zumindest leide man nicht an Unterbesetzung. „Jedes der Fahrzeuge ist mit drei Fahrern besetzt“, erklärt er. Der aufmerksame Leser fragt sich nun sicherlich, wieso es drei Personen braucht, um ein Räumfahrzeug zu führen. Doch gemeint ist damit, dass im wöchentlichen Wechsel Personen einer von 3 bis 12 Uhr räumt, einer von 12 bis 21 Uhr und einer frei hat.
Privat ist streuen mit Salz untersagt
Ergänzend arbeite man mit Subunternehmern zusammen. Zwei Groß-, zwei Kleinfahrzeuge und ein Handräum-Trupp kommen so noch dazu. Aus anderen Gemeinden hört man Gerüchte, dass ebendiese Subunternehmer Mangelware seien. Aber in Rottweil sei man in der glücklichen Lage, dass man seit Jahren mit den gleichen zuverlässigen Partnern kooperiert.
Auch die Verfügbarkeit von Streumittel – sprich Salz – in ausreichender Menge sei sichergestellt. Für private Zwecke ist der Einsatz von Salz als Streumittel nur in Ausnahmefällen erlaubt. Nämlich dann, wenn anhaltende Eisglätte herrscht und keine Bäume oder Sträucher durch salzhaltiges Schmelzwasser belastet werden. Auf kommunaler Ebene geht es aber nicht ohne.
Umwelt nicht unnötig belasten
Unmittelbar verfügbar seien rund 220 Tonnen. Weitere 1000 Tonnen liegen in einem externen Lager in der Nähe und könnten bei Bedarf innerhalb von zwei Tagen angeliefert werden. Und damit man damit möglichst lange auskommt und die Umwelt nicht unnötig belastet, setzt man auf moderne Methoden. Und zwar werde nicht nur reines Salz ausgestreut, sondern teilweise auch Sole gesprüht. Insgesamt, so schätzt Ruoff vorsichtig, spare man mit diesem Vorgehen im Vergleich zum konventionellen Streuen ungefähr 30 Prozent Salz. Dies kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel zugute.
Zusätzlichen Aufwand soll vermieden werden
Das Salz selber kommt aus der Region. Erfahrungen mit günstigem Salz aus dem Ausland hätten gezeigt, dass dieses häufig verunreinigt sei, wodurch die Maschinen nicht korrekt streuen oder gänzlich verstopfen. Der zusätzlich entstehende Aufwand würde die Ersparnis nicht rechtfertigen. Dazu würde man so für kurze Lieferwege sorgen, was auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sinnvoll sei, meint Ruoff.
Wenn dann Räum- und Winterdienste notwendig sind, gibt es feste Pläne und Routen, nach denen vorgegangen wird. Diese seien detailliert abgestimmt und es gebe keine Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren, erklärt er. „Priorität 1 haben die verkehrswichtigen Straßen wie Ortsdurchfahrten und Busstrecken.“ Aber auch die freie Zufahrt zu wichtiger Infrastruktur, wie Krankenhäuser, gehöre dazu.
Erst ab zehn Zentimetern wird geräumt
Erst wenn dies erledigt ist, kümmere man sich um Wohngebiete und Nebenstraßen. Doch das ist nicht die einzige Bedingung, die erfüllt sein muss, damit man sich diesen Straßen überhaupt widmet. Erst ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern oder wenn mit einer dauerhaften Eisglätte zu rechnen ist, wird dort geräumt.