Das wochenlange Tüfteln an einem schnellen Solarflitzer, der idealerweise noch durch Design oder Technik zu begeistern vermag, hatte am Sonntag ein Ende. Bei der elften Solar-Challenge traten die 32 sonnenbetriebenen Rennautos gegeneinander an.
Lange hatte es bei den Organisatoren und Teilnehmern am Sonntag ein Bibbern gegeben, welches Wetterelement sich durchsetzen würde: Wind, Regen oder Sonnenschein. Zur Erleichterung aller war es der Sonnenschein, so dass einer erfolgreichen Solar-Challenge nichts im Wege stand.
Um es vorweg zu nehmen: Die Ergebnisse der inzwischen elften von der Ettenheimer Bürgerenergiegesellschaft ausgerichteten Solar-Challenge konnten sich sich sehen lassen, ob die Teams am Ende dann auf dem Siegertreppchen landeten oder nicht.
Schulleiter Frank Woitzik vom Städtischen Gymnasium sprach gewiss vielen Kollegen der MINT-Fächer an den verschiedenen Schularten, aber auch vielen interessierten Eltern, die entlang der Rennstrecke auf dem Vorfeld des Ettenheimer Schwimmbads standen, aus dem Herzen: „Was die Schülerinnen und Schüler bei diesem Projekt lernen, das muss Schule von heute ausmachen.“ Theoretisches Lernen ist das eine, learning by doing (also Lernen durch praktische Anwendung) unverzichtbar.
Es war begeisternd, wie die jungen Konstrukteure noch vor dem Rennstart an ihren kleinen, allein durch die Sonne angetriebenen Flitzern arbeiteten, um diese dann nach den ersten Testläufen nachzujustieren. Für den Veranstalter in diesem Jahr ganz besonders erfreulich war, dass erstmals tatsächlich alle Ettenheimer Schulen an der Challenge teilnahmen: Neben dem Städtischen Gymnasium, der Heimschule und dem August-Ruf-Bildungszentrum war nun auch die Montessori-Schule dabei. Ein gern gesehener Gast, der seit vielen Jahren an diesem Schülerwettbewerb teilnimmt, war wieder das Geroldsecker Bildungszentrum aus Seelbach.
Dass das vorgesehene Timing der Veranstaltung außerordentlich präzise eingehalten wurde, lang nicht zuletzt am bewährten Team der Bürgerenergiegenossenschaft: angefangen vom Aufbau der Rennbahn über das Team, bei dem die Teilnehmer zunächst zum Briefing vorstellig werden müssen, der Jury, den Startern, den Ansagern. Nicht zu vergessen die Versorgungsstelle, an der sich die Teams wie die mitfiebernden Beobachter immer wieder mal stärken können.
Zuschauer fieberten gebannt mit
Und dann hatten sich die Teams im Kampf Bolide gegen Bolide zu bewähren. Es war schier unfassbar, welches Tempo ganz viele auf den Rennschienen hinlegten, wie sie den Tunnel auf halber Rennstrecke und die kritischste Stelle, die Prellwand am Ende der Rennstrecke, das Umschalten vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang meisterten. Schmerzliches Aufstöhnen auf den Zuschauerrängen war zu hören, wenn das eine oder andere Gefährt an diesen Tücken scheiterte.
Vorläufe, Viertel- und Halbfinale – nach und nach kristallisierten sich die Sieganwärter heraus. Bei der Geschwindigkeit räumte das Städtische Gymnasium am Ende tüchtig ab, reklamierte alle drei Stufen auf dem Siegertreppchen für sich. Im Bereich der technisch innovativsten Lösung behielt dafür die Heimschule St. Landolin mit einem Team die Oberhand. In puncto Design überzeugte ein Team des August-Ruf-Bildungszentrum die Jury am meisten – und die Auszeichnung für die beste Videopräsentation (seit Jahren eine weitere Anforderung an die Konstrukteur-Teams) gewann noch einmal ein Team des Städtischen Gymnasiums.
Erfreulich war, dass sich auch in diesem Jahr genügend Sponsoren fanden, um die einzelnen Teams bei der Bewältigung der Kosten zu unterstützen.
Die Preisträger im Einzelnen
Design:
Tim Wöhrle, Zahra Deneshwar, Moritz Kalt und Marlon Kiesel (August-Ruf-Bildungszentrum)
Technische Innovation: Andreas Gorboruk und Aaron Kleine (Heimschule St. Landolin).
Geschwindigkeit:
Sieger: Marion Hug, Noah Hoch und Paul Berg (Städtisches Gymnasium Ettenheim); Platz zwei: Maliya Bieselin, Melissa Forental und Luisa Jolk (Städtisches Gymnasium); dritter Platz: Hannah Gerber, Lea Zimmermann und Nathalie Häfele (Städtisches Gymnasium)
Videopräsentation: Hannah Gerber, Lea Zimmermann und Nathalie Häfele (Städtisches Gymnasium)